Wanderreisen
Wandern in Irland heißt: markierte Fernwege wie Wicklow Way, Kerry Way und Dingle Way, Gipfel wie Carrauntoohil und Croagh Patrick, Klippenpfade in Donegal und flache Greenways auf alten Bahntrassen. Die Insel ist das ganze Jahr über begehbar, verlangt aber wetterfeste Ausrüstung und gute Planung im Gebirge.
Irland ist ein Wanderland für alle Ansprüche. Familien spazieren auf ebenen Uferwegen, Genusswanderer reihen Etappe an Etappe von Dorf zu Dorf, und Bergsteiger suchen die Grate der MacGillycuddy’s Reeks. Im Sommer ist es selten heiß, im Winter selten frostig, dafür kann sich das Wetter innerhalb einer Stunde ändern. Unterwegs warten Klosterruinen, Steinkreise, Schafe auf dem Weg und am Abend ein Pub mit Musik. Diese Seite stellt die bekanntesten Wege und Gipfel vor und erklärt Markierung, Ausrüstung, Sicherheit und geführte Touren. Viele Routen liegen im Südwesten, mehr zur Region lesen Sie auf unserer Seite zum County Kerry.
| Markierte Fernwege | 43 National Waymarked Trails in der Republik, über 4.000 km markierte Wege insgesamt |
|---|---|
| Bekannte Fernwege | Wicklow Way (ca. 129 km), Kerry Way (214 km), Dingle Way (162 km), Beara Way (206 km), Burren Way (114 km) |
| Höchster Berg | Carrauntoohil, 1.038 m, MacGillycuddy’s Reeks (Kerry) |
| Markierung | schwarze Pfosten mit gelbem Wandermännchen und Richtungspfeil |
| Beste Zeit | Mai bis September; ganzjährig möglich, im Winter kurze Tage |
| Notruf | 112 oder 999, nach Mountain Rescue fragen |
Fragen, die wir beantworten
- Welche Fernwanderwege in Irland sind die schönsten?
- Welche Berge und Gipfeltouren lohnen sich?
- Wo wandert man an Klippen und Küsten?
- Was sind Greenways und für wen eignen sie sich?
- Wie sind Wanderwege in Irland markiert?
- Welche Ausrüstung braucht man und wie ist das Wetter?
- Geführte Wanderreise oder auf eigene Faust?
Welche Fernwanderwege in Irland sind die schönsten?
Die Klassiker sind der Wicklow Way südlich von Dublin, der Kerry Way rund um die Iveragh-Halbinsel und der Dingle Way. Ruhiger sind der Beara Way, der Sheep’s Head Way und der Burren Way.
Wicklow Way: Der älteste markierte Fernweg Irlands wurde 1980 eröffnet und führt auf rund 129 Kilometern vom Marlay Park am Stadtrand von Dublin nach Clonegal an der Grenze zum County Carlow. Er quert Hochmoore, Nadelwälder und stille Täler; ein Höhepunkt ist das Klostertal von Glendalough. Die meisten Wanderer teilen ihn in sechs bis sieben Tagesetappen. Wer nur einen Tag hat, wählt das Teilstück vom Lough Tay nach Glendalough. Mehr zur Region auf unserer Seite zum County Wicklow.
Kerry Way: Mit 214 Kilometern ist er einer der längsten Rundwege des Landes. Start und Ziel ist Killarney; die Route führt durch den Killarney-Nationalpark mit seinen alten Eichenwäldern, entlang der MacGillycuddy’s Reeks und um die Halbinsel Iveragh, meist abseits der Straße, die als Ring of Kerry bekannt ist. Unterwegs liegen Orte wie Glenbeigh, Cahersiveen, Waterville und Sneem.
Dingle Way: Der 162 Kilometer lange Rundweg auf der Dingle-Halbinsel beginnt in Tralee und führt über Strände, Pässe und die Hänge des Mount Brandon. Frühchristliche Steinbauten und Ogham-Steine säumen den Weg, die Stadt Dingle ist für ihre Pubs bekannt.
Beara Way und Sheep’s Head Way: Der Beara Way umrundet auf 206 Kilometern die gleichnamige Halbinsel zwischen Kerry und Cork, mit Glengarriff als Ausgangspunkt. Er ist deutlich ruhiger als Kerry und Dingle und führt an Steinkreisen und Fischerdörfern wie Eyeries und Allihies vorbei. Der Sheep’s Head Way erschließt auf rund 90 Kilometern eine schmale Halbinsel in West Cork bis zum Leuchtturm an ihrer Spitze.
Burren Way: Auf 114 Kilometern verbindet er Lahinch an der Küste von Clare mit dem Inland bei Corofin und führt durch die Kalksteinlandschaft des Burren, vorbei an Dolmen und Dörfern wie Doolin und Ballyvaughan. Im Frühjahr blühen hier seltene Pflanzen zwischen den grauen Platten. Einen Teilabschnitt bildet der Küstenweg an den Cliffs of Moher, der derzeit nur teilweise geöffnet ist.
Welche Berge und Gipfeltouren lohnen sich?
Die bekanntesten Gipfel sind Carrauntoohil, mit 1.038 Metern der höchste Berg Irlands, der Pilgerberg Croagh Patrick in Mayo und Slieve Donard in den Mourne Mountains in Nordirland. Alle drei sind anspruchsvoll und verlangen Trittsicherheit.
Carrauntoohil erhebt sich im Zentrum der MacGillycuddy’s Reeks in Kerry. Der übliche Aufstieg startet in Cronin’s Yard und führt durch das Hag’s Glen zur Rinne des Devil’s Ladder, einer steilen, stark erodierten Geröllschlucht. Hin und zurück sind es rund 12 Kilometer mit vier bis sechs Stunden Gehzeit. Die Gefahr durch Steinschlag ist real, und bei Nebel verlieren selbst erfahrene Wanderer am Gipfelplateau die Orientierung. Ohne Kompass, Karte und Bergerfahrung sollten Sie den Berg nur mit einem ortskundigen Guide besteigen.
Croagh Patrick ragt 764 Meter über der Clew Bay bei Westport auf. Der Aufstieg beginnt in Murrisk, ist rund sieben Kilometer lang und dauert etwa vier Stunden; der obere Teil besteht aus losem Geröll. Am letzten Sonntag im Juli, dem Reek Sunday, steigen tausende Pilger zur Kapelle auf dem Gipfel, manche barfuß. Die Aussicht über die Inseln der Clew Bay gehört zu den schönsten in Irland. Mehr zur Region lesen Sie auf unserer Seite zum County Mayo.
Die Mourne Mountains im County Down sind das bekannteste Wandergebiet Nordirlands. Ihr höchster Gipfel ist Slieve Donard mit 850 Metern, der Aufstieg beginnt in Newcastle. Über 15 Gipfel zieht sich die Mourne Wall, eine rund 31 Kilometer lange Trockenmauer, die zwischen 1904 und 1922 gebaut wurde und heute eine hervorragende Orientierungshilfe ist.
Kürzere Gipfeltouren sind der Diamond Hill im Connemara-Nationalpark mit 442 Metern, dessen Rundweg über Bohlen und Schotterpfade in gut zwei Stunden zu schaffen ist, und der Errigal in Donegal, dessen Quarzitkegel allerdings lose, steile Passagen hat. Einen Überblick über die Landschaft im Westen gibt unsere Seite zu Connemara.
Wo wandert man an Klippen und Küsten?
Die spektakulärsten Küstenwanderungen führen über die Klippen von Slieve League in Donegal, entlang der Causeway Coast in Antrim und über die Halbinseln im Südwesten. Viele dieser Pfade verlaufen ungesichert nahe an der Abbruchkante.
Slieve League bei Teelin im Südwesten von Donegal zählt zu den höchsten Meeresklippen Europas, der Berg erreicht 601 Meter. Vom Aussichtspunkt Bunglass sehen Sie die farbige Felswand, die über Hunderte Meter zum Atlantik abfällt. Erfahrene Wanderer gehen weiter über den schmalen Grat des One Man’s Path, für alle anderen ist der Pilgerpfad von der Landseite die sichere Alternative. In der Nähe liegt das Tal von Glencolmcille mit Steinsäulen und einem Volksmuseum.
An der Causeway Coast in Nordirland verbindet ein Küstenweg Dörfer wie Cushendun und Ballycastle mit dem Giant’s Causeway und der Seilbrücke von Carrick-a-Rede. Unterwegs brüten im Frühjahr tausende Seevögel in den Klippen. In Connemara und auf Achill führen Wege über Moore und Strände, mit Blick auf die Twelve Bens und den offenen Atlantik.
Was sind Greenways und für wen eignen sie sich?
Greenways sind autofreie Wege auf stillgelegten Bahntrassen oder an Kanälen, die Wanderer und Radfahrer gemeinsam nutzen. Sie sind flach, gut befestigt und ideal für Familien und Einsteiger.
Der bekannteste ist der 46 Kilometer lange Waterford Greenway zwischen Waterford und Dungarvan auf der früheren Bahnlinie nach Mallow, mit drei Viadukten und einem rund 400 Meter langen Tunnel. Der Great Western Greenway in Mayo führt auf rund 49 Kilometern von Westport über Newport und Mulranny bis nach Achill, der Limerick Greenway auf rund 40 Kilometern durch das Hinterland. Zu Fuß gehen die meisten Besucher nur Teilstücke und kehren mit Bus, Taxi oder Shuttle der Fahrradverleiher zurück. Mehr zum Radfahren auf Greenways finden Sie in unserem Ratgeber zum Aktivurlaub.
Wie sind Wanderwege in Irland markiert?
Die National Waymarked Trails tragen schwarze Pfosten mit einem gelben Wandermännchen und einem Pfeil. Kürzere Rundwege sind mit farbigen Pfeilen markiert, deren Farbe den jeweiligen Rundweg bezeichnet.
In der Republik Irland gibt es 43 offizielle Fernwanderwege; Sport Ireland betreut das nationale Register der geprüften Wege und stellt Karten und Beschreibungen online. Viele Routen verlaufen über Privatland, Forstflächen des staatlichen Forstbetriebs Coillte oder Nebenstraßen. Der Zugang beruht auf Absprachen mit Landbesitzern, ein allgemeines Wegerecht wie in Skandinavien gibt es nicht. Bleiben Sie deshalb auf dem markierten Weg, schließen Sie Gatter hinter sich und lassen Sie Hunde zu Hause, wenn die Beschreibung Hunde ausschließt; auf Weiden mit Schafen ist das häufig der Fall.
Im Gebirge enden die Markierungen oft, und auf Gipfeln gibt es selten Wegweiser. Dort brauchen Sie Karte und Kompass oder ein GPS mit heruntergeladener Karte. Die Ordnance Survey Ireland, heute Teil der Behörde Tailte Éireann, gibt Wanderkarten im Maßstab 1:50.000 heraus.
Welche Ausrüstung braucht man und wie ist das Wetter?
Wasserdichte Wanderschuhe, eine Regenjacke mit Kapuze, Regenhose und warme Schichten gehören auch im Sommer ins Gepäck. Das irische Wetter ist mild, aber wechselhaft, und auf Bergen und an der Küste weht fast immer Wind.
Viele Wege sind matschig, Hochmoore federn und durchnässen Schuhe schnell. Gamaschen helfen, ebenso Wanderstöcke auf Geröll. Packen Sie Proviant und Wasser ein, denn auf vielen Etappen gibt es kein Café. Die besten Monate sind Mai bis September; im Frühjahr sind die Tage schon lang, und es regnet im Schnitt weniger als im Herbst. Im Winter ist Wandern möglich, die Tage sind aber kurz, und im Gebirge kann Schnee liegen. Wie sich Temperaturen und Niederschlag verteilen, zeigt unsere Seite zum Klima in Irland.
Zur Sicherheit gilt: Teilen Sie jemandem Ihre Route und die geplante Rückkehr mit, starten Sie früh, schauen Sie morgens auf die Bergwettervorhersage von Met Éireann und kehren Sie bei Nebel oder Sturm um. Im Notfall wählen Sie 112 oder 999 und verlangen die Mountain Rescue, die in Irland von ehrenamtlichen Teams getragen wird. An Klippen halten Sie Abstand zur Kante, besonders bei Wind und Nässe.
Geführte Wanderreise oder auf eigene Faust?
Für Fernwege wie Wicklow Way, Kerry Way oder Dingle Way sind individuelle Wanderreisen mit Gepäcktransport beliebt: Sie gehen allein, das Gepäck reist zur nächsten Unterkunft. Für Gipfel wie Carrauntoohil lohnt ein geprüfter Bergführer.
Spezialisierte Veranstalter buchen Unterkünfte, organisieren Transfers und stellen Wegbeschreibungen mit Karten zusammen. Übernachtet wird meist im Bed and Breakfast oder in kleinen Gasthäusern am Weg. Geführte Gruppenreisen verbinden Wanderungen mit Kultur und Geschichte und nehmen Ihnen die Navigation ab. Wer selbst plant, sollte Unterkünfte entlang der Fernwege früh reservieren, denn in kleinen Orten gibt es oft nur wenige Betten. Viele Orte veranstalten zudem Wanderfestivals mit geführten Touren für alle Leistungsstufen.
Ohne Auto erreichen Sie viele Startpunkte mit Bus und Bahn: Der Wicklow Way beginnt im Süden Dublins, Killarney und Tralee haben Bahnhöfe, Westport ist mit dem Zug aus Dublin erreichbar. Für Halbinseln und abgelegene Gipfel brauchen Sie dagegen ein Auto, ein Taxi oder einen organisierten Transfer.
Häufige Fragen zum Wandern in Irland
Welcher Fernwanderweg eignet sich für Einsteiger?
Der Wicklow Way ist gut markiert, nahe an Dublin und lässt sich in kurze Etappen teilen. Auch der Dingle Way bietet viele leichte bis mittlere Abschnitte. Wer es ganz flach mag, wählt einen Greenway.
Kann man in Irland wild zelten?
Ein allgemeines Recht auf Wildcampen gibt es nicht. Auf Privatland brauchen Sie die Erlaubnis des Eigentümers, in einigen Nationalparks und Wäldern gelten eigene Regeln. Sicherer sind Campingplätze und Hostels entlang der Wege.
Darf man mit dem Hund wandern?
Auf vielen Wegen ja, an der Leine. Auf Routen über Schafweiden und Privatland sind Hunde aber oft verboten. Prüfen Sie die Wegbeschreibung, bevor Sie losgehen.
Wie lange braucht man für den Kerry Way?
Für die 214 Kilometer planen die meisten Wanderer neun bis elf Tage ein. Wer weniger Zeit hat, geht nur einen Abschnitt, etwa von Glenbeigh nach Waterville.
Wo sieht man an Wanderwegen am meisten Tiere?
An den Küsten brüten im Frühjahr und Frühsommer Seevögel, in Kerry und Wicklow lassen sich Rothirsche beobachten. Auf Halbinseln wie Beara sieht man mit etwas Glück Delfine in den Buchten.
Aktivurlaub in Irland
Wandern lässt sich gut mit Radfahren, Reiten oder Golf verbinden. Alle Sportarten und Angebote finden Sie in unserem Ratgeber zum Sporturlaub.
Passend dazu: Die Gipfel des Nordostens beschreibt unsere Seite zum County Down, die Klippen von Slieve League liegen im County Donegal. Geprüfte Wege mit Karten finden Sie bei Sport Ireland, Tourenvorschläge bei Discover Ireland.



