Bed and Breakfast

Ein Bed and Breakfast ist in Irland meist ein Privathaus, dessen Gastgeber selbst dort wohnen und einige Zimmer samt üppigem Frühstück vermieten. B&Bs gibt es in Städten, Dörfern und auf Bauernhöfen der ganzen Insel; sie sind persönlicher als Hotels und ideal für Rundreisen, bei denen Sie jede Nacht woanders schlafen.

Kaum eine Unterkunftsform ist so eng mit Irland verbunden wie das B&B. Wer mit dem Auto die Küsten abfährt, findet an vielen Ortseinfahrten Schilder mit „B&B“ und den Namen des Hauses. Dahinter stecken ganz unterschiedliche Häuser: viktorianische Stadthäuser, reetgedeckte Cottages, moderne Bungalows mit Meerblick oder Bauernhöfe mitten in den Weiden. Gemeinsam ist ihnen der persönliche Empfang, der Tee nach der Ankunft und das warme Frühstück am Morgen. Gerade für Individualreisende, die nicht an einen Ort gebunden sein wollen, ist das B&B die flexibelste Wahl. Einen Überblick über alle Unterkunftsarten von Ferienhaus bis Schlosshotel finden Sie auf unserer Seite zu den Unterkünften in Irland.

Was es istPrivathaus mit wenigen Gästezimmern, von den Eigentümern selbst bewohnt und geführt
Verbreitungauf der ganzen Insel, besonders dicht entlang der Küsten und Rundreiserouten
Frühstückim Preis enthalten, meist Full Irish Breakfast oder kleinere Varianten
Qualitätsprüfungfreiwillige Anerkennung durch Fáilte Ireland (Republik) bzw. Tourism Northern Ireland
ZimmerartenSingle, Double, Twin und Family Room, meist mit eigenem Bad
BuchungJuli und August früh reservieren, in der Nebensaison oft auch kurzfristig möglich

Was unterscheidet ein irisches B&B von Guesthouse und Hotel?

Ein B&B ist das Zuhause der Gastgeber, ein Guesthouse ein kleiner gewerblicher Beherbergungsbetrieb und ein Hotel ein Haus mit Rezeption und Personal. Im B&B wohnen Sie also bei jemandem, im Guesthouse und Hotel bei einem Betrieb.

Die irische Tourismusbehörde Fáilte Ireland unterscheidet die Formen auch rechtlich. Hotels und Guesthouses sind gesetzlich geregelt: Wer diese Bezeichnungen führt, muss nach den Tourist Traffic Acts registriert sein. Das klassische B&B dagegen zählt als „Irish Home B&B“ zu den nicht gesetzlich geregelten Unterkünften, deren Merkmal ist, dass die Eigentümer selbst im Haus wohnen. Die Prüfung ist hier freiwillig.

Im Alltag bedeutet das: Ein B&B hat nur wenige Zimmer, die Gastgeber haben häufig noch einen anderen Beruf und sind tagsüber nicht immer da. Eine Rezeption rund um die Uhr gibt es nicht, dafür einen Haustürschlüssel und eine Telefonnummer. Die Zimmer heißen wie in Großbritannien Single Room, Double Room mit einem großen Bett, Twin Room mit zwei Einzelbetten und Family Room für Eltern mit Kindern. Heute haben die meisten Zimmer ein eigenes Bad („en-suite“), in älteren Häusern teilen sich manchmal zwei Zimmer ein Bad auf dem Flur.

Die Bandbreite ist groß. Tourism Ireland stellt etwa Landhäuser im County Londonderry, ein reetgedecktes Cottage in Galway, georgianische Stadthäuser in Dublin und Zimmer direkt am Strand von Portstewart vor. Manche Häuser gleichen kleinen Boutique-Hotels, andere sind einfache Familienhäuser mit Blümchentapete. Wie Sie in der Hauptstadt am besten wohnen und welche Viertel sich für ein B&B eignen, beschreiben wir auf der Seite Unterkünfte in Dublin.

Was gehört zum Full Irish Breakfast?

Zum klassischen Full Irish Breakfast gehören Spiegel- oder Rührei, Bacon in Form der irischen „rashers“, Würstchen, gebratene Tomaten und Pilze sowie Black und White Pudding, dazu Toast oder Brown Soda Bread, Butter, Tee oder Kaffee. Viele Gastgeber reichen vorab Saft, Obst, Joghurt, Müsli oder Porridge.

White Pudding ähnelt der Blutwurst, enthält aber kein Blut, sondern Fett, Hafer oder Gerste, Brotkrumen und meist Schweinefleisch. Soda Bread wird nicht mit Hefe, sondern mit Natron und Buttermilch gebacken und schmeckt leicht säuerlich. In manchen Regionen kommen Kartoffelgerichte dazu, etwa Boxty, ein Kartoffelpfannkuchen, oder gebratenes Kartoffelbrot. In Nordirland heißt die Variante Ulster Fry; typisch sind dort Soda Farls und Potato Bread, beides in der Pfanne gebräunt.

Niemand muss jeden Morgen die volle Portion essen. Gute Gastgeber fragen am Vorabend oder am Tisch, was Sie möchten, und bereiten auf Wunsch nur Eier, Räucherlachs, Pfannkuchen oder eine vegetarische Variante zu. Sagen Sie Allergien oder Unverträglichkeiten am besten schon bei der Buchung. Mehr über Zutaten, Geschichte und regionale Unterschiede lesen Sie auf unserer Seite zum irischen Frühstück.

Tipp: Frühstück als Mittagessen. Ein spätes, üppiges Frühstück im B&B hält bis in den Nachmittag. Viele Rundreisende kommen dann mit einem kleinen Imbiss unterwegs aus und gehen abends im Pub essen.

Woran erkennt man ein geprüftes B&B?

Am sichersten an der Anerkennung durch die offizielle Tourismusorganisation: In der Republik vergibt Fáilte Ireland eine freiwillige Qualitätsanerkennung für B&Bs, in Nordirland ist Tourism Northern Ireland zuständig. Geprüfte Häuser erscheinen auf den offiziellen Tourismusportalen.

Weil die Anerkennung für B&Bs freiwillig ist, gibt es auch gute Häuser ohne sie, gerade in abgelegenen Gegenden. Umgekehrt bedeutet ein Schild am Gartentor allein noch nichts. Prüfen Sie bei Unbekanntem, ob das Haus auf den offiziellen Portalen oder bei der Vereinigung B&B Ireland gelistet ist, die nach Angaben von Tourism Ireland über 700 B&Bs auf der ganzen Insel vertritt. Bewertungen auf Buchungsportalen ergänzen das Bild, sollten aber nicht die einzige Quelle sein. Welche Unterkünfte Fáilte Ireland registriert und wie die Anerkennung funktioniert, erläutert die Behörde auf ihrer Seite Quality Assured Accommodation.

Für private Zimmer und Ferienwohnungen, die über Plattformen vermietet werden, bereitet Irland ein eigenes Register für Kurzzeitvermietungen vor. Es soll nach Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes bei Fáilte Ireland geführt werden und Vermietungen bis 21 Nächte erfassen. Wann es startet und wie genau B&Bs betroffen sind, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Was erwartet Sie in einem Farmhouse-B&B?

Ein Farmhouse-B&B liegt auf einem aktiven oder ehemaligen Bauernhof, meist abseits der Orte. Sie wohnen zwischen Weiden, Kühen und Schafen, frühstücken oft mit Eiern und Milch vom Hof und erleben das ländliche Irland aus nächster Nähe.

Für Familien mit Kindern sind Bauernhöfe besonders reizvoll: Tiere füttern, Lämmer im Frühjahr, Platz zum Toben. Tourism Ireland nennt als Beispiele etwa einen Biohof im County Laois, der Milch, Eier und Apfelsaft direkt verkauft, und ein Farmhaus an der Atlantikküste bei Clifden in Connemara mit Torffeuer im Kamin. Rechnen Sie damit, dass morgens früh gearbeitet wird und es nach Land riecht; genau das macht den Charme aus.

Ohne Auto sind die meisten Höfe kaum zu erreichen, und die letzten Kilometer führen oft über schmale Landstraßen mit Hecken links und rechts. Notieren Sie sich die Wegbeschreibung, denn in ländlichen Gegenden finden Navigationsgeräte nicht jedes Haus zuverlässig. Für Restaurant und Pub am Abend sollten Sie wissen, wie weit der nächste Ort entfernt ist. Wer Hof und Weiden mit eigenem Tempo erkunden möchte, plant eine Rundreise mit dem Mietwagen in Irland und bleibt an besonders schönen Orten zwei oder drei Nächte.

Wie bucht man ein B&B und muss man vorher reservieren?

Im Juli und August und rund um Feiertage sollten Sie reservieren, vor allem an beliebten Orten wie Dingle, Killarney, Doolin, Galway oder an der Causeway Coast. In der Nebensaison finden Sie oft noch am selben Tag ein Zimmer.

Viele Reisende buchen nur die erste und die letzte Nacht fest und suchen unterwegs spontan. Das funktioniert von Oktober bis Mai meist gut, in der Hochsaison dagegen nicht. Bedenken Sie, dass manche B&Bs im Winter geschlossen haben. Buchen können Sie direkt beim Haus per Telefon, E-Mail oder Website, über die Vereinigung B&B Ireland oder über die großen Buchungsportale. Die Direktbuchung hat Vorteile: Sie klären Ankunftszeit, Frühstückswünsche und Parkmöglichkeit gleich mit, und manche Häuser sind nur dort zu finden. Achten Sie auf Mindestaufenthalte, die einige Häuser in der Saison oder am Wochenende verlangen, und auf die Stornobedingungen.

Planen Sie eine Rundreise, legen Sie die Etappen nicht zu lang an. Auf irischen Landstraßen kommen Sie langsamer voran, als die Kilometerzahl vermuten lässt, und wer erst nach 21 Uhr ankommt, bringt kleine Häuser in Verlegenheit. Teilen Sie Ihre ungefähre Ankunftszeit mit und melden Sie sich, wenn es später wird. Für Strecken wie den Ring of Kerry oder die Küste von Connemara lohnen sich zwei Nächte am selben Ort, um nicht jeden Morgen packen zu müssen.

Tipp: Gastgeber fragen. Die besten Pub-Sessions, ruhigen Strände und Wanderwege kennen die Gastgeber. Fragen Sie beim Frühstück nach, viele haben selbst Karten oder Tipps für Tagesausflüge parat.

Was kostet ein B&B in Irland?

Die Preise unterscheiden sich stark nach Region, Saison und Ausstattung; einen verlässlichen Durchschnittswert gibt es nicht. Ein B&B ist meist günstiger als ein vergleichbares Hotel in derselben Lage, in Dublin und an touristischen Hotspots im Sommer aber keineswegs billig.

Achten Sie darauf, wie der Preis angegeben ist. In Irland ist die Angabe pro Person im Doppelzimmer („per person sharing“) verbreitet, andere Häuser nennen den Zimmerpreis. Wer allein reist, zahlt für ein Doppelzimmer oft einen Einzelzimmerzuschlag. Das Frühstück ist im B&B in aller Regel inbegriffen, ein Abendessen dagegen nicht; nur manche Häuser auf dem Land bieten auf Vorbestellung ein Dinner an. Teurer sind in der Regel Häuser mit Meerblick, großen Zimmern und besonderer Ausstattung, günstiger kleine Familien-B&Bs im Binnenland und Häuser in der Nebensaison.

Fragen Sie bei mehreren Nächten oder in der Nebensaison ruhig nach einem Preis für den gesamten Aufenthalt. Klären Sie außerdem, ob Kartenzahlung möglich ist. In größeren Häusern ist das selbstverständlich, kleine B&Bs auf dem Land bevorzugen manchmal noch Bargeld. In Nordirland zahlen Sie in Pfund Sterling, in der Republik in Euro.

Welche Gepflogenheiten gelten im B&B?

Sie sind Gast in einem privaten Haushalt. Pünktlichkeit beim Frühstück, Rücksicht am Abend und eine kurze Nachricht bei Verspätung gehören dazu; im Gegenzug erwartet Sie meist eine Herzlichkeit, die kein Hotel bieten kann.

  • Ankunft: Check-in ist meist am Nachmittag oder frühen Abend. Melden Sie Ihre Ankunftszeit vorab.
  • Frühstück: Die Frühstückszeit ist begrenzt, oft auf ein bis zwei Stunden am Morgen. Wer früh losmuss, sagt es am Vorabend.
  • Abreise: Das Zimmer räumen Sie in der Regel am späten Vormittag. Gepäck dürfen Sie oft noch kurz stehen lassen.
  • Ruhe: Abends gilt Rücksicht auf Gastgeber und andere Gäste, Musik und laute Telefonate gehören nicht in den Flur.
  • Nasse Kleidung: Fragen Sie nach einem Platz zum Trocknen, statt Jacken über Heizkörper oder Möbel zu hängen.
  • Haustiere und Kinder: Nicht jedes Haus nimmt Hunde oder Kleinkinder auf; klären Sie das bei der Buchung.
  • Trinkgeld: Wird nicht erwartet. Eine freundliche Bewertung oder eine Karte zum Abschied freut die Gastgeber mehr.

Mit etwas Offenheit wird aus dem Frühstück oft ein langes Gespräch über Wetter, Politik, Fußball und die besten Ausflugsziele. Genau dafür lieben viele Stammgäste das irische B&B.

Häufige Fragen zu Bed and Breakfast in Irland

Haben irische B&Bs ein eigenes Bad?

Die meisten Zimmer sind heute „en-suite“, also mit eigenem Bad. In älteren oder sehr kleinen Häusern teilen sich manchmal zwei Zimmer ein Bad. Die Ausstattung steht in der Regel in der Zimmerbeschreibung.

Kann man im B&B auch vegetarisch frühstücken?

Ja, die meisten Gastgeber bereiten auf Wunsch Eier, Pfannkuchen, Porridge oder eine vegetarische Pfanne zu. Sagen Sie Ihre Wünsche möglichst schon bei der Buchung oder am Vorabend, besonders bei Allergien.

Sind B&Bs im Winter geöffnet?

Viele, aber nicht alle. Gerade in ländlichen Feriengebieten schließen einige Häuser zwischen November und März. In Städten und an den Hauptrouten finden Sie das ganze Jahr über ein Zimmer.

Wie lange vorher sollte man ein B&B buchen?

Für Juli, August und Feiertage einige Wochen bis Monate im Voraus, an Hotspots wie Dingle oder Doolin möglichst früh. In der Nebensaison reicht oft ein Anruf am Vortag oder am selben Morgen.

Ist ein B&B für eine Rundreise besser als ein Ferienhaus?

Für Touren mit wechselnden Etappen ja, denn Sie bleiben flexibel und bekommen Frühstück. Wer eine Woche an einem Ort bleibt, mit Kindern reist oder selbst kochen will, ist mit einem Ferienhaus oft besser bedient.

Alle Unterkunftsarten im Vergleich

Ferienhaus, Hausboot, Campingplatz oder Schlosshotel: Unser Überblick zeigt, welche Unterkunft zu Ihrer Irlandreise passt.

Weiter zu den Unterkünften in Irland

Passend dazu: Wer lieber ein eigenes Haus mietet, findet Tipps unter Ferienhäuser in Irland, Ideen für Etappen bietet die 7-tägige Irland-Rundreise, und mehr über Tourism Irelands Auswahl an Häusern lesen Sie auf der offiziellen Seite B&B-Aufenthalte in Irland.

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