Cork
Cork ist Irlands zweitgrößte Stadt und Hauptort des größten County der Insel: eine lebhafte Hafen- und Universitätsstadt auf einer Insel im Fluss Lee im Süden des Landes, berühmt für den English Market, die Glocken von Shandon und als Ausgangspunkt für Blarney, Cobh, Kinsale und West Cork.
Die Einheimischen nennen ihre Stadt gern augenzwinkernd die „wahre Hauptstadt“ Irlands, und tatsächlich hat Cork ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Rund 224.000 Menschen leben im Stadtgebiet, im Großraum sind es über 320.000. Die Innenstadt liegt kompakt zwischen zwei Armen des Lee, überall gibt es Brücken, steile Gassen, Pubs und kleine Restaurants. 2005 war Cork Kulturhauptstadt Europas. Das County reicht von der Hafenbucht bis zu den zerklüfteten Halbinseln im Südwesten, die an das County Kerry grenzen. Diese Seite bündelt Stadt und County: was Sie in Cork sehen sollten und welche Ausflüge sich lohnen.
| Lage | Süden Irlands, Provinz Munster, am Fluss Lee und am Cork Harbour |
|---|---|
| Einwohner | Stadt rund 224.000, Großraum über 320.000 (Zensus 2022) |
| County Cork | größtes County Irlands, rund 7.500 km², höchster Punkt Knockboy (706 m) |
| Anreise | Cork Airport (zweitgrößter Flughafen der Republik), Züge ab Dublin Heuston stündlich bis Kent Station, Fähren nach Ringaskiddy |
| Irischer Name | Corcaigh (Sumpf) |
| Zeitbedarf | Stadt 1–2 Tage, mit Cobh, Kinsale und West Cork 4–6 Tage |
Fragen, die wir beantworten
Warum ist der English Market so berühmt?
Der English Market ist eine überdachte Markthalle im Zentrum von Cork, die seit 1788 Lebensmittel verkauft und als einer der schönsten Märkte Irlands gilt. Er hat von Montag bis Samstag geöffnet, Eingänge liegen an der Grand Parade und der Princes Street.
Unter dem viktorianischen Dach drängen sich Fischhändler, Metzger, Käsestände, Bäcker und Feinkostläden. Hier finden Sie Spezialitäten, die es kaum anderswo gibt: Drisheen, eine Blutwurst aus Cork, Spiced Beef, das traditionell zu Weihnachten gegessen wird, oder Buttered Eggs, die mit Butter überzogen länger frisch bleiben. Seinen Namen erhielt der Markt im 19. Jahrhundert, um ihn vom nahe gelegenen St. Peter’s Market zu unterscheiden, den man den Irish Market nannte. Nach einem schweren Brand 1980 ließ die Stadt die Halle aufwendig restaurieren. Weltweit bekannt wurde sie 2011, als Königin Elizabeth II. bei ihrem Staatsbesuch über den Markt schlenderte.
Auf der Galerie im ersten Stock liegt ein Café, von dem aus Sie auf das Markttreiben hinabschauen. Wer selbst etwas zusammenstellen möchte, kauft Brot, Käse und geräucherten Fisch und picknickt am Fluss.
Welche Sehenswürdigkeiten bietet die Stadt Cork?
Die Höhepunkte sind die Kirche St. Anne’s in Shandon mit ihren Glocken, die neugotische St. Fin Barre’s Cathedral, die Crawford Art Gallery und das ehemalige Gefängnis Cork City Gaol. Alles liegt in Gehweite oder eine kurze Busfahrt vom Zentrum entfernt.
Der Glockenturm von St. Anne’s in Shandon ist das Wahrzeichen der Stadt. Die Kirche entstand 1722 bis 1726, zwei Seiten des Turms bestehen aus rotem Sandstein, zwei aus hellem Kalkstein, ganz oben dreht sich ein Lachs als Wetterfahne. Besucher dürfen auf der ersten Etage die acht Glocken selbst läuten, die seit 1752 über der Stadt erklingen. Die vier Zifferblätter der Turmuhr zeigen je nach Blickwinkel scheinbar unterschiedliche Zeiten, weshalb die Corkonians sie den „vierköpfigen Lügner“ nennen. Ganz in der Nähe erzählt das kleine Butter Museum, wie Cork im 18. und 19. Jahrhundert den größten Buttermarkt der Welt besaß.
Am Südufer erhebt sich die St. Fin Barre’s Cathedral, die der Architekt William Burges zwischen 1862 und 1879 im Stil der französischen Gotik errichtete, an der Stelle, an der der heilige Finbarr im 6. Jahrhundert ein Kloster gegründet haben soll. Innen beeindrucken Mosaike, Glasfenster und Marmorböden. Nur wenige Schritte entfernt bietet das Elizabeth Fort aus dem 17. Jahrhundert einen schönen Blick über die Dächer. Die Crawford Art Gallery neben der Oper zeigt irische und europäische Kunst, das Cork City Gaol im Stadtteil Sunday’s Well veranschaulicht das Leben in einem Gefängnis des 19. Jahrhunderts. Wer Grün sucht, spaziert über das Gelände des University College Cork oder durch den Fitzgerald Park am Fluss.
Abends trifft man sich in den Pubs rund um Oliver Plunkett Street, MacCurtain Street und im Viertel um Shandon. In Cork trinkt man traditionell nicht Guinness, sondern die lokalen Stouts Murphy’s und Beamish. Mehr zur Kneipenkultur lesen Sie auf unserer Seite zu den Pubs in Irland. Ende Oktober bringt das Cork Jazz Festival Konzerte in Säle und Kneipen der ganzen Stadt.
Lohnt sich ein Besuch von Blarney Castle?
Ja, vor allem wegen der weitläufigen Gärten: Die Burg liegt im Dorf Blarney wenige Kilometer nordwestlich der Stadt und ist mit dem Bus in rund einer halben Stunde erreichbar. Berühmt ist sie für den Blarney Stone, der Redegewandtheit verleihen soll.
Der heutige Wohnturm wurde 1446 vom Clan der MacCarthy of Muskerry errichtet. Den Stein küsst man oben an den Zinnen, rücklings liegend und über einen senkrechten Abgrund gebeugt, gesichert durch Haltegriffe und einen Helfer. Im Sommer bilden sich auf den engen Wendeltreppen oft lange Schlangen. Lohnender als der Kuss ist für viele Besucher der Park: Rundwege führen zu Felsformationen wie dem Druid’s Circle und den Wishing Steps, durch Farngärten und zu einem Giftgarten mit Pflanzen wie Eisenhut, Alraune und Rizinus. Das benachbarte Blarney House, ein Herrenhaus im schottischen Baronial-Stil von 1874, kann ebenfalls besichtigt werden. Weitere Burgen im ganzen Land stellen wir auf unserer Seite zu den Castles in Irland vor.
Was erwartet Sie in Cobh und auf Spike Island?
Cobh, früher Queenstown, ist eine farbenfrohe Hafenstadt etwa 25 Minuten mit dem Zug von Cork entfernt. Sie war der letzte Hafen, den die Titanic im April 1912 anlief, und für Millionen Iren der Ort, an dem die Auswanderung nach Amerika begann.
Die Titanic Experience befindet sich im historischen Gebäude der White Star Line am Casement Square, genau dort, wo die letzten Passagiere an Bord gingen. Die Ausstellung führt Sie mit der Bordkarte eines echten Passagiers durch die Geschichte der Reise. Über der Stadt thront die St. Colman’s Cathedral, deren Glockenspiel mit 49 Glocken das größte Irlands ist. Unten am Hafen erinnert ein Denkmal an die Opfer der Lusitania, die 1915 vor der Küste von Cork versenkt wurde; viele Tote und Überlebende wurden damals nach Queenstown gebracht.
Vom Kennedy Pier in Cobh setzen Fähren nach Spike Island über, einer rund 42 Hektar großen Insel in der Hafenbucht. Im 7. Jahrhundert soll hier ein Kloster gestanden haben, später entstand die sternförmige Festung Fort Mitchel. Ab 1847 diente die Insel als Gefängnis, zunächst für Sträflinge aus der Zeit der Hungersnot, später für politische Gefangene. Erst 2004 wurde die Haftanstalt geschlossen. Heute führen Guides durch Zellen, Bastionen und Kasematten, 2017 erhielt Spike Island bei den World Travel Awards den Titel der führenden Touristenattraktion Europas. Auf dem Rückweg lohnt ein Halt auf Fota Island mit Wildpark, Arboretum und Fota House. Im nahen Midleton wird in der dortigen Destillerie unter anderem Jameson gebrannt, mehr dazu auf unserer Seite zum irischen Whiskey.
Warum ist Kinsale so beliebt?
Kinsale ist ein malerischer Hafenort rund 25 Kilometer südlich von Cork, bekannt für bunte Häuser, gute Restaurants und zwei Sternfestungen. Hier endet beziehungsweise beginnt der Wild Atlantic Way, die Küstenroute entlang der gesamten Westküste.
Der Ort hat eine lange Tradition als Feinschmeckerziel, mit Fischrestaurants, Gourmetfestivals und Lokalen, die auch international ausgezeichnet wurden. Historisch steht Kinsale für eine Wende in der irischen Geschichte: 1601 schlugen englische Truppen hier ein irisch-spanisches Heer, das Ende des Neunjährigen Krieges ebnete den Weg zur englischen Kolonisation. Kurz danach entstand James Fort auf der Halbinsel Castlepark, ab 1677 auf der gegenüberliegenden Seite das gut erhaltene Charles Fort, von dessen Mauern Sie über die Hafeneinfahrt blicken. Südlich der Stadt ragt die Landzunge Old Head of Kinsale ins Meer, vor der 1915 die Lusitania sank.
Was macht West Cork so besonders?
West Cork ist der wilde Südwesten des County: eine Küste aus Buchten, Inseln und Halbinseln mit kleinen, bunten Orten, Sandstränden und Steinkreisen aus der Bronzezeit. Hier geht es langsamer zu als in der Stadt.
Clonakilty mit dem langen Strand von Inchydoney ist ein beliebter Standort, in der Nähe liegt der Drombeg-Steinkreis. In Skibbereen erinnert ein Heritage Centre an die Große Hungersnot von 1845 bis 1849, die diese Gegend besonders hart traf; auf dem Friedhof der Klosterruine Abbeystrewery liegen Massengräber aus jener Zeit. Weiter westlich führt die Straße nach Mizen Head, dem südwestlichsten Punkt Irlands, wo eine Brücke über eine Felsschlucht zur alten Signalstation führt. Rund um Bantry Bay locken die Wanderwege der Sheep’s Head-Halbinsel, das Herrenhaus Bantry House und die Beara-Halbinsel mit den Bergen um Allihies und der vorgelagerten Insel Dursey. Landeinwärts liegt der stille See Gougane Barra mit einer kleinen Kapelle auf einer Insel, der Legende nach ein Rückzugsort des heiligen Finbarr.
Wer weiter nach Westen fährt, erreicht über Beara oder Kenmare bald den Ring of Kerry. Planen Sie für West Cork mindestens zwei bis drei Tage und einen Mietwagen ein, denn die Busverbindungen zu den Halbinseln sind dünn.
Wie kommt man nach Cork und wann reist man am besten?
Cork Airport liegt nur wenige Kilometer südlich der Stadt und wird aus vielen europäischen Städten angeflogen, Züge von Irish Rail fahren stündlich ab Dublin Heuston. Mit dem Auto sind es von Dublin auf der Autobahn rund zweieinhalb bis drei Stunden.
Wer mit dem eigenen Fahrzeug anreist, kann ab Frankreich mit der Fähre direkt nach Ringaskiddy im Hafen von Cork übersetzen. In der Stadt selbst brauchen Sie kein Auto, Busse fahren nach Blarney, zum Flughafen und nach Kinsale, die Vorortbahn nach Cobh und Midleton. Für West Cork ist ein Mietwagen sinnvoll. Die angenehmste Reisezeit ist von Mai bis September, wenn die Tage lang sind und Ausflugsboote und Gärten geöffnet haben. Im Oktober lohnt das Jazz Festival einen Besuch, dann sind Unterkünfte allerdings schnell ausgebucht.
Als Unterkunft bieten sich Hotels in der Innenstadt und am Fluss an, im Umland und in West Cork vor allem Gästehäuser, Landhotels und Bed and Breakfasts. Kinsale und Clonakilty sind gute Standorte für Reisende, die abends lieber am Hafen als in der Stadt sitzen.
Häufige Fragen zu Cork
Wie viele Tage braucht man für Cork?
Für die Stadt mit English Market, Shandon und Kathedrale genügen ein bis zwei Tage. Mit Blarney, Cobh und Kinsale sollten Sie drei bis vier Tage einplanen, mit West Cork eher eine Woche.
Kann man den Blarney Stone ohne Anstehen küssen?
Am ehesten zur Öffnung am Morgen oder am späten Nachmittag. Im Hochsommer und an Wochenenden müssen Sie zur Mittagszeit mit längeren Wartezeiten auf den engen Treppen rechnen.
Ist Cork mit Kindern zu empfehlen?
Ja: Fota Wildlife Park, die Gärten von Blarney, die Bootsfahrt nach Spike Island und die Strände in West Cork begeistern auch Kinder. Die Innenstadt ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden.
Ist Cork oder Galway schöner für eine Städtereise?
Beide Städte lohnen sich. Cork ist größer und kulinarisch stärker, mit dem Hafen und West Cork vor der Haustür. Galway ist kleiner, musikalischer und näher an Connemara und den Aran Islands.
Braucht man in Cork einen Mietwagen?
Für Stadt, Blarney, Cobh und Kinsale nicht, hier reichen Busse und Bahn. Für die Halbinseln von West Cork und die Fahrt Richtung Kerry ist ein Auto dagegen sehr zu empfehlen.
Von Cork an die Atlantikküste
In Kinsale beginnt der Wild Atlantic Way. Route, Abschnitte und die schönsten Etappen finden Sie auf unserer Übersicht.
Passend dazu: Weitere Städte für ein verlängertes Wochenende finden Sie unter Städtereisen in Irland, die Anreise mit dem eigenen Auto beschreibt unsere Seite zu den Fähren nach Irland. Offizielle Informationen zur Region bietet Discover Ireland.






