Golf

Irland zählt zu den besten Golfzielen der Welt: Auf der Insel gibt es über 400 Golfclubs und rund ein Drittel aller natürlichen Links-Plätze weltweit. Berühmt sind Royal County Down und Royal Portrush in Nordirland, Ballybunion und Lahinch an der Westküste sowie die Parkland-Anlagen K Club und Adare Manor, wo 2027 der Ryder Cup stattfindet.

Golf ist in Irland kein Elitesport, sondern in fast jeder Region fest verankert. Neben weltbekannten Meisterschaftsplätzen gibt es viele Clubs in Dörfern und Kleinstädten, in denen Gäste unkompliziert eine Runde spielen können. Das Besondere sind die Links: Plätze in den Dünen direkt am Meer, geformt von Wind und Sand, die man in dieser Dichte sonst nur in Schottland findet. Auf dieser Seite erklären wir den Unterschied zwischen Links und Parkland, stellen die bekanntesten Plätze mit belegten Eckdaten vor und geben Tipps zu Startzeiten, Greenfees, Handicap und Reisezeit. Viele Golfer übernachten in historischen Landsitzen mit eigenem Platz; eine Auswahl finden Sie bei den Schlössern und Herrenhäusern in Irland.

Golfclubsüber 400 auf der ganzen Insel, davon viele Links-Plätze an der Küste
DachverbandGolf Ireland (seit 2021, für die ganze Insel; Nachfolger von Golfing Union of Ireland und Irish Ladies Golf Union)
Bekannteste PlätzeRoyal County Down, Royal Portrush, Ballybunion, Lahinch, Portmarnock, Old Head, The K Club, Adare Manor
Große TurniereThe Open in Royal Portrush 2019 und 2025, Ryder Cup im K Club 2006 und in Adare Manor 2027
Greenfeesvon moderaten Preisen auf Clubplätzen bis ca. 450 € auf Spitzen-Links wie Lahinch und Ballybunion in der Hauptsaison (Stand 2026)
Beste SaisonApril bis Oktober; Links-Plätze sind dank Sandboden fast ganzjährig bespielbar
WährungEuro in der Republik, Pfund Sterling in Nordirland

Links-Plätze liegen in den Küstendünen auf sandigem Boden, haben kaum Bäume und werden vom Wind geprägt; Parkland-Plätze liegen im Binnenland, oft auf altem Gutsgelände, mit Bäumen, Wasserhindernissen und weichem Rasen. Beide Typen gibt es in Irland in Spitzenqualität.

Das Wort „Links“ kommt aus dem Altenglischen und bezeichnet das sandige Land zwischen Strand und Ackerland. Auf diesem Boden wachsen feine, harte Gräser, der Ball rollt weit, und die Grüns sind oft schnell und wellig. Statt Wasserhindernissen prägen tiefe Topfbunker, Dünen und hohes Rough das Spiel. Am meisten aber zählt der Wind: Dieselbe Bahn kann morgens mit einem Eisen und nachmittags kaum mit dem Driver zu erreichen sein. Viele Spieler lernen auf irischen Links, den Ball flach zu halten und bewusst rollen zu lassen.

Parkland-Plätze funktionieren anders. Der Ball landet weich und bleibt eher liegen, Bäume rahmen die Fairways, Seen und Bäche kommen ins Spiel. Für viele Gäste sind sie die angenehmere Wahl bei starkem Wind oder für eine entspannte Runde. Rund um Dublin, in Kildare, Limerick und im Südosten gibt es viele dieser Anlagen, oft in Verbindung mit Hotels. Daneben gibt es Heathland-Plätze und reine Klippenplätze wie Old Head bei Kinsale, der auf einer Landzunge hoch über dem Meer liegt.

Welche Golfplätze in Nordirland sind berühmt?

Nordirland hat mit Royal County Down und Royal Portrush zwei der bekanntesten Links der Welt. Beide sind über 130 Jahre alt, und Royal Portrush war zuletzt 2019 und 2025 Austragungsort der Open Championship.

Royal County Down liegt in Newcastle im County Down, rund 50 Kilometer südlich von Belfast, zu Füßen der Mourne Mountains. Der Club wurde 1889 eröffnet, Old Tom Morris legte den Platz an, später arbeiteten Harry Vardon und Harry Colt daran. Der Championship Course ist ein Par 71 mit über 7.100 Yards. Golf Digest führte ihn 2024 auf Platz eins seiner Liste der besten Plätze der Welt. Hier fanden unter anderem der Walker Cup 2007 und die Irish Open 2015 und 2024 statt. Ein Caddie kostet ca. 75 £ (Stand 2026), es gilt eine traditionelle Kleiderordnung.

Royal Portrush an der Causeway Coast im County Antrim wurde 1888 gegründet und hat zwei Links-Plätze von Harry Colt, den Dunluce Links und den Valley Links. Auf dem Dunluce Links wurde 1951 die erste Open außerhalb Großbritanniens ausgetragen. 2019 kehrte das Turnier zurück und wurde vom Iren Shane Lowry gewonnen, 2025 siegte Scottie Scheffler. Der Platz liegt nur wenige Kilometer vom Giant’s Causeway entfernt, sodass sich Golf und Sightseeing gut verbinden lassen. Weitere lohnende Plätze im Norden sind Portstewart, Castlerock und Royal Belfast.

Tipp: Startzeiten früh anfragen. Die großen Links in Nordirland vergeben Gästezeiten nur an bestimmten Tagen und sind für die Hauptsaison oft ein Jahr im Voraus gefragt. Wer flexibel ist, findet auf Nachbarplätzen wie dem Valley Links kurzfristig eher eine Runde.

Welche Links an der Westküste lohnen sich?

An der Atlantikküste liegen einige der berühmtesten Plätze Irlands, darunter Ballybunion in Kerry und Lahinch in Clare. Dazu kommen Waterville, Tralee, Enniscrone, County Sligo in Rosses Point, Carne in Mayo sowie Ballyliffin und Rosapenna in Donegal.

Ballybunion im County Kerry wurde 1893 gegründet und liegt in hohen Dünen direkt am Meer. Der Old Course ist ein Par 71 mit rund 6.800 Yards, Tom Watson überarbeitete ihn 1995. Daneben gibt es den Cashen Course von Robert Trent Jones Sr. aus dem Jahr 1984. Auf dem Old Course fanden 2000 die Irish Open statt. Gäste spielen montags bis freitags, die Wochenenden sind den Mitgliedern vorbehalten. Das Greenfee auf dem Old Course liegt bei ca. 400 € in der Vorsaison und ca. 450 € in der Hauptsaison, verlangt wird ein Handicap von höchstens 24 für Herren und 36 für Damen (Stand 2026).

Lahinch im County Clare, nur wenige Kilometer von den Cliffs of Moher entfernt, wurde 1892 gegründet. Old Tom Morris legte den Old Course an, Alister MacKenzie gestaltete ihn 1927 um, und Martin Hawtree renovierte ihn um die Jahrtausendwende. Der Platz ist ein Par 72 mit knapp 7.000 Yards, 2019 gewann Jon Rahm hier die Irish Open. Bekannt sind die Ziegen, die frei über das Gelände laufen und sogar im Clubwappen stehen. In der Saison 2026 kostet der Old Course ca. 450 €, der kürzere Castle Course ca. 60 €; auf dem Old Course ist mindestens ein Caddie pro Gruppe vorgeschrieben, Golfcarts gibt es nicht.

Wer weniger ausgeben möchte, findet an der Westküste viele hervorragende Links zu deutlich niedrigeren Preisen. Ein Blick auf kleinere Clubs in Donegal, Mayo oder Sligo lohnt sich, wo die Plätze oft ebenso spektakulär und die Startzeiten leichter zu bekommen sind.

Welche Parkland-Plätze sind bekannt?

Die bekanntesten Parkland-Anlagen sind der K Club in Kildare, Austragungsort des Ryder Cup 2006, und Adare Manor in Limerick, wo 2027 der Ryder Cup stattfindet. Beide liegen auf historischen Landgütern und sind mit Luxushotels verbunden.

Der K Club in Straffan, westlich von Dublin, eröffnete 1991 auf dem Gelände eines Landsitzes aus dem 19. Jahrhundert. Er hat zwei Plätze von Arnold Palmer, den Palmer North und den Palmer South Course, beide Par 72. 2006 fand auf dem North Course der erste Ryder Cup auf irischem Boden statt, 2016 gewann Rory McIlroy hier die Irish Open.

Adare Manor liegt am Rand des Dorfes Adare mit seinen reetgedeckten Häusern im County Limerick. Robert Trent Jones legte den Platz 1995 an, nach dem Kauf des Anwesens durch J. P. McManus im Jahr 2015 gestaltete Tom Fazio ihn grundlegend um. Der Platz ist ein Par 72 mit gut 7.500 Yards. Ursprünglich für 2026 vergeben, wird der Ryder Cup wegen der pandemiebedingten Verschiebung nun 2027 hier ausgetragen. Auf dem Gelände stehen auch die Ruinen eines mittelalterlichen Franziskanerklosters, ein ungewöhnlicher Blickfang mitten im Spiel.

Weitere bekannte Anlagen im Landesinneren sind Mount Juliet in Kilkenny, Carton House in Kildare und Druids Glen in Wicklow. Rund um Dublin liegen zudem mit Portmarnock, The Island und Royal Dublin gleich mehrere Links in Stadtnähe.

Was kostet Golf in Irland und braucht man ein Handicap?

Die Preise reichen von günstigen Greenfees auf Dorfplätzen bis zu mehreren hundert Euro auf den Spitzen-Links; viele berühmte Plätze verlangen von Gästen ein nachgewiesenes Handicap. Eine Mitgliedschaft in einem irischen Club ist für Gäste nicht nötig.

Auf vielen Clubplätzen zahlen Gäste ein moderates Greenfee, oft mit günstigeren Tarifen unter der Woche, am späten Nachmittag oder in der Nebensaison. Die bekanntesten Links liegen dagegen in der Hauptsaison bei ca. 400 bis 450 € pro Runde (Stand 2026), hinzu kommen Caddie und Trinkgeld. Viele Clubs bieten Paketpreise für zwei Runden oder Kombinationen mit Nachbarplätzen. Auf den großen Plätzen bringen Sie am besten den Handicap-Nachweis Ihres Heimatclubs mit. Seit 2020 gilt weltweit das World Handicap System, sodass sich Handicaps aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ohne Umrechnung verwenden lassen.

Bei der Kleidung gilt meist klassischer Golf-Stil: Hemd mit Kragen, Stoffhose, Shorts oder Rock sind in Ordnung, Jeans, T-Shirts ohne Kragen und Trainingsanzüge nicht. Manche Clubs erlauben nur Softspikes. Golfcarts sind auf traditionellen Links oft nicht erlaubt oder nur eingeschränkt verfügbar; rechnen Sie mit langen Wegen zu Fuß.

Tipp: Einen Caddie nehmen. Auf Meisterschaftsplätzen kennt ein Caddie die blinden Abschläge, die Windrichtung und die Breaks auf den Grüns. Für Erstbesucher ist das oft das beste Geld der ganzen Reise.

Wann ist die beste Zeit für einen Golfurlaub?

Die beste Zeit ist von April bis Oktober, wenn die Plätze in Bestform sind und die Tage lang. Im Juni und Juli ist es bis spät abends hell, sodass zwei Runden an einem Tag möglich sind.

Mai, Juni und September gelten als ideale Monate: angenehme Temperaturen, gute Platzpflege und weniger Andrang als im Hochsommer. Viele Spitzenclubs haben ihre Gästesaison ohnehin auf diese Monate ausgerichtet; in Lahinch läuft die Saison 2026 etwa von Ende April bis Mitte Oktober. Im Winter sind die Greenfees deutlich niedriger, Links-Plätze trocknen dank Sandboden schnell ab, doch Wind, Regen und kurze Tage schränken das Spiel ein. Auf Regen sollten Sie zu jeder Jahreszeit vorbereitet sein: Regenhose, Regenjacke und Ersatzhandschuhe gehören ins Bag. Wie das Wetter über das Jahr verteilt ist, zeigt unsere Seite zum Klima in Irland.

Wie plant man eine Golfreise durch Irland?

Am besten planen Sie eine Golfreise nach Regionen und spielen pro Region zwei bis vier Plätze. Bewährt haben sich der Südwesten mit Kerry und Clare, der Norden mit Antrim und Down sowie die Kombination aus Dublin und Kildare.

Die Entfernungen sind kürzer, als die Fahrzeiten vermuten lassen: Landstraßen sind oft schmal und kurvig, für 100 Kilometer brauchen Sie auf dem Land schnell eineinhalb Stunden. Ein Mietwagen mit großem Kofferraum ist für Golfgepäck fast unverzichtbar; Hinweise zu Linksverkehr und Versicherung finden Sie auf unserer Seite zum Mietwagen in Irland. Wer nicht selbst fahren möchte, kann über Reiseveranstalter Pakete mit Fahrer, Hotels und Startzeiten buchen.

Viele Fluggesellschaften befördern Golfgepäck gegen Aufpreis, melden Sie es bei der Buchung an. Alternativ verleihen die meisten großen Clubs Schlägersätze, in Lahinch kostet ein Leihsatz ca. 75 € (Stand 2026). Einen Überblick über Regionen und Plätze bietet auch Tourism Ireland auf Ireland.com.

Häufige Fragen zum Golf in Irland

Kann man als Gast auf jedem Golfplatz spielen?

Fast alle Clubs nehmen Gäste auf, allerdings oft nur an bestimmten Tagen und Uhrzeiten. Am Wochenende haben häufig die Mitglieder Vorrang. Buchen Sie Startzeiten vorab online oder telefonisch.

Welcher Golfplatz in Irland ist der beste?

Das hängt vom Ranking ab. Royal County Down stand 2024 bei Golf Digest auf Platz eins der Welt, auch Royal Portrush, Ballybunion und Lahinch gehören regelmäßig zu den Spitzenplätzen. Für viele Spieler zählt eher die Atmosphäre als die Platzierung.

Wie viel Handicap braucht man in Irland?

Auf kleineren Clubplätzen meist keines. Spitzenplätze verlangen oft einen Nachweis, Ballybunion etwa ein Handicap von höchstens 24 für Herren und 36 für Damen (Stand 2026). Fragen Sie beim jeweiligen Club nach.

Wo findet der nächste Ryder Cup in Irland statt?

Der Ryder Cup 2027 wird in Adare Manor im County Limerick ausgetragen. Es ist nach dem K Club 2006 das zweite Mal, dass das Turnier in Irland stattfindet.

Lohnt sich Golf in Irland auch im Winter?

Für Spieler, die Wind und Regen nicht scheuen, durchaus: Links-Plätze sind fast ganzjährig offen und die Preise niedrig. Rechnen Sie aber mit kurzen Tagen und teils provisorischen Grüns oder Abschlägen.

Mehr Sport auf der grünen Insel

Golf lässt sich gut mit Angeln, Wandern oder Surfen kombinieren. Unsere Übersicht zeigt die besten Ideen für einen aktiven Urlaub.

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Passend dazu: Zwischen zwei Runden lohnt ein Abstecher zu den Cliffs of Moher oder zum Ring of Kerry, an dem auch der Links von Waterville liegt.

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