Angeln

Irland ist eines der besten Angelreviere Europas: Lachs und Meerforelle in Flüssen wie der Moy, wilde Bachforellen in Lough Corrib und Lough Mask, Hecht und Friedfische am Shannon und am Erne sowie Meeresangeln an der ganzen Küste. In der Republik brauchen Sie nur für Lachs und Meerforelle eine staatliche Lizenz, in Nordirland für jedes Süßwasserangeln.

Tausende Seen, lange Flusssysteme und eine zerklüftete Atlantikküste machen die Insel zum Ziel für Fliegenfischer, Friedfisch- und Raubfischangler ebenso wie für Meeresangler. Viele Gewässer sind wenig befischt, und an manchen Loughs teilen Sie das Ufer nur mit Schafen und Reihern. Gleichzeitig gelten klare Regeln: Lizenzen, Fangmengen und Schutzbestimmungen für den Atlantischen Lachs sind streng, und Republik Irland und Nordirland haben getrennte Behörden und Lizenzen. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Papiere Sie brauchen, welche Reviere sich für welche Fischart lohnen und wann die beste Zeit ist. Der bekannteste Fluss für Angler und Bootsurlauber zugleich ist der Shannon, der längste Fluss der Insel.

Lizenzpflicht Republikstaatliche Lizenz nur für Lachs und Meerforelle; Bachforelle, Hecht, Friedfisch und Meeresangeln ohne Lizenz, aber oft mit Erlaubnisschein des Gewässers
Lizenzpflicht NordirlandRod Licence für alle Süßwasserfische plus Permit für das jeweilige Gewässer; Lizenzen der Republik gelten dort nicht
Lachslizenz (Republik)1 Tag ca. 36 €, 21 Tage ca. 50 €, Jahreslizenz ca. 100 €, Bezirkslizenz ca. 64 € (Stand 2026)
ZuständigInland Fisheries Ireland (Republik), DAERA und Loughs Agency (Nordirland, Foyle- und Carlingford-Gebiet)
Bekannte ReviereMoy bei Ballina, Lough Corrib, Lough Mask und Lough Conn, Shannon, Lough Erne
SaisonLachs je nach Fluss etwa Januar bis September, Forelle meist Frühjahr bis Herbst, Friedfisch und Hecht ganzjährig

Braucht man in Irland einen Angelschein oder eine Lizenz?

Einen Fischereischein mit Prüfung wie in Deutschland gibt es in Irland nicht. In der Republik Irland brauchen Sie lediglich für Lachs und Meerforelle eine staatliche Lizenz; für alle anderen Fischarten genügt in der Regel die Erlaubnis des Gewässerbesitzers oder ein Tagesschein.

Die Lachslizenz verkauft Inland Fisheries Ireland (IFI), die staatliche Fischereibehörde, online über den offiziellen Lizenz-Shop und über Angelgeschäfte vor Ort. Zur Wahl stehen eine Tageslizenz, eine Lizenz für 21 Tage, eine landesweite Jahreslizenz und günstigere Lizenzen für einzelne Fischereibezirke wie Ballina, Galway, Kerry oder Connemara. Zur Lizenz gehören ein Fangbuch und Markierungen (Tags), die an jedem entnommenen Lachs angebracht werden müssen.

Unabhängig von der Lizenz gehören viele Flussabschnitte und Seeufer privaten Eigentümern, Angelvereinen oder dem Staat. Dort benötigen Sie zusätzlich einen Erlaubnisschein, das „permit“. Für staatlich verwaltete Gewässer gibt es Permits online über das Portal von IFI, für private Strecken bei Hotels, Fischereien und Vereinen. Auf vielen großen Seen im Westen, etwa Lough Corrib oder Lough Mask, ist das Forellenangeln traditionell frei, Bootsvermieter und Ghillies vor Ort wissen, was gilt.

Tipp: Ausrüstung desinfizieren. Um die Einschleppung invasiver Arten und von Krankheiten wie der Krebspest zu verhindern, bitten die Behörden auf beiden Seiten der Grenze, Wathosen, Kescher und Boote zu reinigen und zu trocknen, bevor Sie ein neues Gewässer befischen.

Wie funktioniert das Lachsangeln in Irland?

Lachsangeln ist in Irland nur mit Lizenz und nur an Flüssen erlaubt, deren Bestand es zulässt. Jedes Jahr legen die Behörden fest, welche Flüsse für die Entnahme offen sind, an welchen nur Fangen und Zurücksetzen (catch and release) erlaubt ist und welche ganz geschlossen bleiben.

Grundlage sind Zählungen und Bestandsschätzungen für jeden Fluss. Wie viele Lachse ein Angler pro Saison entnehmen darf, ist genau geregelt, und der Trend geht zu mehr Schutz. Für 2026 hat IFI unter anderem vorgeschlagen, auf Flüssen mit Entnahme bis Ende Mai und ab September nur noch catch and release zu erlauben, um die großen Frühjahrslachse zu schonen, und die Saisonhöchstmenge deutlich zu senken. Prüfen Sie deshalb vor jeder Reise die aktuellen Regeln für Ihren Fluss bei IFI oder beim Fischereiverwalter.

Das bekannteste Lachsrevier ist die Moy im County Mayo. Der rund 110 Kilometer lange Fluss entspringt am Fuß der Ox Mountains und mündet bei Ballina in die Killala Bay. Mitten in der Stadt liegt der berühmte Ridge Pool, in dem sich im Sommer die Lachse unterhalb eines Wehrs sammeln. Im Jahr 2005 stammten fast 30 Prozent aller in Irland mit der Angel gefangenen Lachse aus dem Bezirk Ballina. Seit dem Verbot der Treibnetzfischerei auf See im Jahr 2007 ist mehr Fisch für die Flüsse übrig geblieben. Weitere bekannte Lachsflüsse liegen in Kerry, Connemara und Donegal, viele davon mit privaten Strecken, die über Lodges und Hotels vermietet werden.

Die Meerforelle, die wandernde Form der Forelle, kommt vor allem an der Westküste vor, in Connemara, in Mayo und in Kerry. Für sie gilt dieselbe Lizenz wie für Lachs, und auch hier bestehen Schutzbestimmungen, auf vielen Gewässern ist nur Fangen und Zurücksetzen erlaubt.

Wo angelt man in Irland auf Forellen?

Die besten Reviere für wilde Bachforellen sind die großen Kalksteinseen im Westen: Lough Corrib, Lough Mask, Lough Carra und Lough Conn. Das kalkreiche Wasser bringt viele Insekten hervor und damit gut genährte, kampfstarke Fische.

Lough Corrib bei Galway ist mit rund 176 Quadratkilometern der größte See der Republik. Von Oughterard, Cong und anderen Uferorten fahren Angler mit Leihbooten und oft mit einem einheimischen Bootsführer, dem Ghillie, auf den See, der die Untiefen und Standplätze kennt. Lough Mask nördlich davon und Lough Carra bei Ballinrobe gelten als ebenso lohnend. Zum Einzugsgebiet der Moy gehören auch Lough Conn und Lough Cullin bei Pontoon in County Mayo, beide beliebte Ziele für Fliegenfischer.

Höhepunkt der Saison ist die Maifliegenzeit, wenn im Mai und Juni die Eintagsfliegen schlüpfen und selbst große Forellen an die Oberfläche kommen. Dann sind Boote und Unterkünfte rund um die Seen schnell ausgebucht. Auch die Flüsse und Moorseen in Connemara bieten ruhiges Fliegenfischen auf kleinere, aber zahlreiche Forellen. Für Bachforellen ist in der Republik keine staatliche Lizenz nötig, an einzelnen Gewässern aber ein Permit.

Tipp: Einen Ghillie buchen. Ein ortskundiger Bootsführer kostet zwar extra, spart aber viel Suchzeit. Auf den großen Loughs kann das Wetter schnell umschlagen, und ein Ghillie kennt die geschützten Buchten und die gefährlichen Felsen unter der Oberfläche.

Was bietet das Hecht- und Friedfischangeln?

Hecht, Brachse, Rotauge, Schleie und Barsch finden Sie in den langsam fließenden Flüssen und Seen der Mitte und des Nordwestens, allen voran am Shannon und am Lough Erne. Eine staatliche Lizenz ist in der Republik dafür nicht nötig.

Der Shannon entspringt am Shannon Pot in den Cuilcagh Mountains und fließt durch eine Kette von Seen wie Lough Allen, Lough Ree und Lough Derg nach Süden bis zur Mündung bei Limerick. Die vielen Seitenarme, Kanäle und Seen sind ideal für Friedfischangler, die mit Futterkorb oder Matchrute auf Brachsen und Rotaugen fischen. Viele Angler verbinden das mit einem Hausboot, weil sie so jeden Abend an einem anderen Platz festmachen können. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite zum Hausbooturlaub in Irland.

Das Erne-System mit dem oberen und unteren Lough Erne liegt größtenteils in County Fermanagh in Nordirland und ist bekannt für große Brachsen- und Rotaugenfänge sowie für Hechte. Hier gilt nordirisches Recht mit eigener Lizenz. Weitere gute Hechtreviere sind die Seen in Cavan, Leitrim und Westmeath.

Zum Schutz der Bestände gelten in der Republik Entnahmebeschränkungen: Nach der Bestimmung über Friedfische dürfen Angler nur vier Friedfische unter 25 Zentimetern in Besitz haben, für Hecht gelten ebenfalls strenge Fanggrenzen. In der Praxis setzen die meisten Angler ihren Fang zurück. Lebende Fische als Köder sind nicht erlaubt. Wer Fische in einem Setzkescher hält, sollte sie schonend behandeln und am Ende des Tages freilassen.

Wie gut ist das Meeresangeln in Irland?

Die Küste bietet hervorragendes Meeresangeln vom Ufer, von Felsen, Molen und vom Boot aus. Eine Lizenz ist für das Meeresangeln nicht nötig, außer Sie fischen gezielt auf Lachs oder Meerforelle.

Vom Ufer aus fangen Sie im Sommer Makrelen und Pollack, an Sandstränden Plattfische und Rochen, und an der Süd- und Westküste wird gezielt auf Wolfsbarsch geangelt. Bootscharter in Häfen wie Kinsale, Dingle, Westport oder Killybegs fahren zu Wracks und Riffen, wo Leng, Dorsch, Pollack und Haie vorkommen. Größere Fische wie Blauhaie werden fast ausnahmslos markiert und zurückgesetzt.

Für den Wolfsbarsch gelten besonders strenge Regeln, die sich in den vergangenen Jahren mehrfach geändert haben, zeitweise war nur Fangen und Zurücksetzen erlaubt. Informieren Sie sich vor der Reise bei IFI über die aktuellen Vorgaben zu Mindestmaß, Schonzeit und Entnahme.

Welche Regeln gelten in Nordirland?

In Nordirland brauchen Sie für jedes Angeln im Süßwasser eine Rod Licence und zusätzlich ein Permit oder Tagesticket für das Gewässer. Lizenzen aus der Republik Irland oder aus Großbritannien gelten dort nicht.

Zuständig ist im größten Teil des Landes das Landwirtschaftsministerium DAERA. Im Einzugsgebiet von Foyle und Carlingford, also grob rund um Derry und an der Grenze im Südosten, verkauft die grenzüberschreitende Loughs Agency eigene Lizenzen. Gegen eine kleine Gebühr von ca. 1 £ lässt sich eine Lizenz auf das jeweils andere Gebiet erweitern. Bei DAERA gibt es Lizenzen für Salmoniden (game) und für Friedfisch (coarse) sowie Kurzzeitlizenzen für Gäste; eine Saisonlizenz für Salmoniden kostet für Erwachsene ca. 17 £ (Stand 2026). Kinder unter zwölf Jahren brauchen im DAERA-Gebiet keine Lizenz, im Gebiet der Loughs Agency dagegen schon.

Die Saison für Salmoniden läuft in Nordirland meist von März bis Oktober, je nach Gewässer. DAERA verwaltet außerdem ein Netz öffentlicher Angelgewässer, für die es kombinierte Lizenz- und Permitangebote gibt. Details und Preise veröffentlicht die nordirische Verwaltung auf nidirect. Bezahlt wird in Pfund Sterling.

Wann ist die beste Zeit für einen Angelurlaub?

Die beste Zeit hängt von der Fischart ab: Frühjahrslachse ab Jahresbeginn, Maifliegen im Mai und Juni, Sommerlachse ab Juni, Friedfisch im Sommer und Herbst und Hecht vor allem im Herbst und Winter.

Einige Flüsse öffnen bereits am 1. Januar für die großen Frühjahrslachse, die allerdings selten und streng geschützt sind. Die Hauptsaison beginnt mit den Grilse, Lachsen nach einem Winter im Meer, die meist ab Juni in die Flüsse steigen, sobald Regen den Wasserstand hebt. Für Forellen auf den großen Seen sind Mai und Juni die Höhepunkte, im Spätsommer lockt die Fischerei mit der Trockenfliege. Friedfische beißen in den warmen Monaten am besten, Hechte jagen besonders aktiv im Herbst, wenn das Wasser abkühlt. Meeresangler finden von Juni bis Oktober die größte Artenvielfalt.

Wichtig ist der Wasserstand. Viele irische Lachsflüsse sind Spateflüsse, die nach Regen schnell steigen und wieder fallen; ein trockener Sommer kann das Angeln für Wochen erschweren. Planen Sie lieber einige Tage länger ein und behalten Sie den Wetterbericht im Blick. Gute Ausgangspunkte für den Westen sind Ballina, Pontoon, Cong, Oughterard und Galway mit seinen Angelgeschäften.

Häufige Fragen zum Angeln in Irland

Braucht man als deutscher Angler einen Fischereischein?

Nein. In Irland gibt es keine Prüfungspflicht. In der Republik brauchen Sie nur für Lachs und Meerforelle eine Lizenz, in Nordirland für alle Süßwasserfische eine Rod Licence. Hinzu kommt je nach Gewässer ein Permit.

Wo kauft man die irische Lachslizenz?

Online im Lizenz-Shop von Inland Fisheries Ireland oder in vielen Angelgeschäften vor Ort. Eine Tageslizenz kostet ca. 36 €, eine Lizenz für 21 Tage ca. 50 € (Stand 2026). Fangbuch und Markierungen gehören dazu.

Darf man gefangene Fische mitnehmen?

Nur im Rahmen der Regeln: Lachse dürfen nur an freigegebenen Flüssen und nur mit Markierung entnommen werden, für Friedfische und Hechte gelten enge Grenzen. Viele Angler setzen ihren Fang zurück, was in Irland ausdrücklich gern gesehen wird.

Kann man Angelausrüstung in Irland leihen?

Ja, viele Angelgeschäfte, Lodges und Bootsvermieter verleihen Ruten, Boote und Schwimmwesten. Für spezielle Fliegen und Köder lohnt sich der Rat im Laden vor Ort, der genau weiß, was gerade fängt.

Ist Angeln vom Hausboot erlaubt?

Auf dem Shannon und dem Erne ist Angeln vom Boot und vom Liegeplatz aus weit verbreitet. Beachten Sie aber die Lizenzregeln: Auf dem Erne-System in Nordirland brauchen Sie eine nordirische Lizenz.

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