Mietwagen
Ein Mietwagen ist in Irland die flexibelste Art, das Land abseits der Städte zu entdecken. Sie fahren links, brauchen eine Kreditkarte auf den Namen des Fahrers und sollten mindestens 25 Jahre alt sein. Wichtig sind außerdem die Versicherung mit Selbstbeteiligung, die Maut auf der Dubliner M50 und die schmalen Landstraßen.
Die meisten Reisenden landen in Dublin und holen den Wagen direkt am Flughafen ab. Für die Hauptstadt selbst brauchen Sie kein Auto: Busse, Straßenbahn und Vorortzüge bringen Sie zu fast allen Sehenswürdigkeiten, wie unsere Seite zum Nahverkehr in Dublin zeigt. Sobald Sie jedoch in die Wicklow Mountains, an den Ring of Kerry oder nach Connemara möchten, spielt der Mietwagen seine Stärken aus. Gerade die kleinen Fischerdörfer, Pubs und Aussichtspunkte, die kein Reisebus anfährt, erreichen Sie nur mit dem eigenen Fahrzeug. Auf dieser Seite finden Sie alles, was Sie vor der Buchung und für die ersten Kilometer auf der linken Straßenseite wissen sollten.
| Fahrseite | Linksverkehr in der Republik Irland und in Nordirland, Lenkrad rechts |
|---|---|
| Mindestalter | meist 25 Jahre, bei einigen Anbietern ab 21 bis 23 Jahren mit Zuschlag; Obergrenzen je nach Firma etwa ab 70 bis 75 Jahren |
| Führerschein | gültiger EU- oder Schweizer Führerschein, meist seit mindestens ein bis zwei Jahren; kein internationaler Führerschein nötig |
| Zahlung | Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers für die Kaution; Debitkarten werden oft nicht akzeptiert |
| Maut | M50 bei Dublin ohne Schranke, Zahlung bis 20 Uhr des Folgetages bei eFlow; weitere Mautstellen mit Schranke |
| Tempolimits | Republik in km/h (Autobahn 120, Nationalstraßen 100), Nordirland in mph (Autobahn 70) |
| Abholung | Schalter in den Ankunftshallen von Terminal 1 und 2 am Flughafen Dublin, außerdem in Shannon, Cork und Belfast |
Fragen, die wir beantworten
- Wo mietet man in Irland am besten einen Mietwagen?
- Welche Voraussetzungen gelten für Führerschein, Alter und Kreditkarte?
- Welche Versicherung brauchen Sie: CDW, Super-CDW oder Zusatzschutz?
- Wie gewöhnt man sich an Linksverkehr und Kreisverkehre?
- Welche Tempolimits und Mautregeln gelten?
- Darf man mit dem Mietwagen nach Nordirland fahren?
- Worauf sollten Sie auf Landstraßen und beim Tanken achten?
Wo mietet man in Irland am besten einen Mietwagen?
Am einfachsten am Ankunftsflughafen: In Dublin haben die Vermieter ihre Schalter direkt in den Ankunftshallen von Terminal 1 und Terminal 2, in Shannon sitzen fünf Firmen in der Ankunftshalle. Einige Anbieter haben ihre Fahrzeuge auf einem Gelände außerhalb und bringen Sie mit einem Shuttlebus zum Wagen.
Buchen Sie möglichst schon zu Hause. Die Preise vor Ort liegen in der Regel deutlich über denen einer Online-Reservierung, und in den Sommermonaten sind kleine und mittlere Fahrzeuge schnell vergriffen. Stationen gibt es vor allem an den Flughäfen, in Dublin sowie in größeren Städten wie Cork, Galway und Limerick. Auf dem Land ist das Netz dünn, eine spontane Anmietung unterwegs ist daher kaum möglich.
Wer erst einige Tage in Dublin verbringt, holt den Wagen sinnvollerweise am letzten Stadttag ab. So sparen Sie Mietkosten und die oft teuren Hotelparkplätze in der Innenstadt. Viele Reisende starten auch gleich vom Flughafen aus Richtung Westen, denn die Autobahnen nach Galway, Limerick und Cork beginnen am Dubliner Autobahnring M50. Die Fahrt nach Galway oder Cork dauert jeweils ca. zweieinhalb bis drei Stunden, nach Belfast ca. zwei Stunden.
Bei der Wahl des Fahrzeugs gilt: kleiner ist besser. Auf vielen Landstraßen ist kaum Platz für zwei Autos nebeneinander, und Parkplätze in Dörfern sind eng. Standard ist in Irland das Schaltgetriebe, das Sie mit der linken Hand bedienen. Wer lieber Automatik fährt, sollte diese Kategorie früh reservieren, denn Automatikwagen sind knapper und teurer. Eine Einwegmiete, etwa Abholung in Dublin und Rückgabe in Shannon, ist bei den großen Anbietern möglich, kostet aber meist eine Zusatzgebühr.
Welche Voraussetzungen gelten für Führerschein, Alter und Kreditkarte?
Sie brauchen einen gültigen Führerschein, eine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers und müssen bei den meisten Vermietern mindestens 25 Jahre alt sein. Ein deutscher, österreichischer oder Schweizer Führerschein wird für Urlaubsfahrten anerkannt, einen internationalen Führerschein benötigen Sie nicht.
Viele Firmen verlangen, dass Sie den Führerschein seit mindestens ein bis zwei Jahren besitzen. Jüngere Fahrer zwischen etwa 21 und 24 Jahren bekommen nur bei einzelnen Anbietern und meist nur kleinere Fahrzeugklassen. Dann wird ein täglicher Jungfahrerzuschlag fällig, der die Miete spürbar verteuert. Auch nach oben gibt es Grenzen: Je nach Anbieter benötigen Fahrer ab etwa 70 oder 75 Jahren zusätzliche Unterlagen, zum Beispiel ein ärztliches Attest über die Fahrtauglichkeit, oder sie sind ganz ausgeschlossen. Prüfen Sie die Altersregeln deshalb vor der Buchung in den Mietbedingungen.
Die Kreditkarte dient vor allem der Kaution. Der Vermieter blockiert bei der Abholung einen Betrag in Höhe der Selbstbeteiligung, der nach der unbeschädigten Rückgabe wieder freigegeben wird. Debit- und Prepaidkarten werden häufig nicht akzeptiert, Bargeld schon gar nicht. Achten Sie darauf, dass der Kreditrahmen für Kaution und Reisekosten zusammen ausreicht. Jeder weitere Fahrer muss bei der Abholung mit eigenem Führerschein anwesend sein und eingetragen werden, sonst ist er nicht versichert.
Welche Versicherung brauchen Sie: CDW, Super-CDW oder Zusatzschutz?
In den meisten Mietpreisen ist eine Vollkasko mit Selbstbeteiligung enthalten, die sogenannte Collision Damage Waiver (CDW). Die Selbstbeteiligung ist in Irland jedoch hoch und liegt nicht selten über 1.000 Euro. Wer sie senken will, schließt eine Super-CDW ab oder eine Zusatzversicherung zur Erstattung der Selbstbeteiligung.
Die Super-CDW buchen Sie direkt beim Vermieter. Sie reduziert die Selbstbeteiligung auf null oder einen kleinen Restbetrag, und oft fällt dann auch die Kaution auf der Kreditkarte geringer aus. Die Alternative ist eine Selbstbeteiligungs-Erstattung, wie sie viele Buchungsportale anbieten. Hier zahlt der Vermieter im Schadensfall zunächst aus der Kaution, und Sie holen sich das Geld anschließend vom Versicherer zurück. Der Vermieter blockiert die volle Kaution in diesem Fall trotzdem.
Lesen Sie, was ausgeschlossen ist. Schäden an Reifen, Glas, Unterboden und Außenspiegeln sind bei der einfachen CDW häufig nicht abgedeckt, ausgerechnet die Teile, die auf schmalen, von Hecken und Steinmauern gesäumten Straßen am ehesten leiden. Auch auf Kreditkartenversicherungen sollten Sie sich nicht blind verlassen: Manche Kartenanbieter schließen Irland ausdrücklich aus. Fragen Sie vor der Reise schriftlich nach.
Bei der Abholung lohnt ein genauer Rundgang ums Auto. Fotografieren oder filmen Sie jeden Kratzer, auch an Felgen und Stoßstangen, und lassen Sie Vorschäden im Übergabeprotokoll vermerken. Bei der Rückgabe machen Sie dasselbe, idealerweise mit Zeitstempel.
Wie gewöhnt man sich an Linksverkehr und Kreisverkehre?
Die meisten Fahrer gewöhnen sich innerhalb weniger Stunden an den Linksverkehr. Schwierig sind vor allem die ersten Kilometer, das Abbiegen an Kreuzungen und die Kreisverkehre, die Sie im Uhrzeigersinn befahren. Vorfahrt hat, wer sich bereits im Kreisverkehr befindet, also der Verkehr von rechts.
Als Fahrer sitzen Sie rechts, die Straßenmitte liegt auf Ihrer rechten Seite. Eine einfache Merkhilfe lautet: Der Fahrer gehört zur Mittellinie. Besonders aufpassen sollten Sie nach dem Tanken, nach einer Pause auf einem Parkplatz und beim Rechtsabbiegen, denn dann rutscht man aus Gewohnheit leicht auf die rechte Spur. Auf mehrspurigen Straßen wird rechts überholt, die linke Spur ist die normale Fahrspur.
In großen Kreisverkehren richten Sie sich nach den Markierungen: Für die erste Ausfahrt ordnen Sie sich meist links ein, für spätere Ausfahrten weiter rechts, und Sie blinken links, bevor Sie hinausfahren. Mini-Kreisverkehre in Ortschaften sind oft nur ein aufgemalter Kreis, für sie gelten dieselben Regeln. Planen Sie die erste Etappe kurz und möglichst ohne Innenstadt. Die Fahrt vom Flughafen Dublin über den Autobahnring in Richtung Westen ist dafür ideal, weil Sie auf breiten Straßen in den Rhythmus kommen.
Welche Tempolimits und Mautregeln gelten?
In der Republik Irland gelten Geschwindigkeitsangaben in km/h: auf Autobahnen 120, auf Nationalstraßen 100, auf Regionalstraßen 80 und auf kleinen Lokalstraßen seit 2025 nur noch 60 km/h. Innerorts sind meist 50 km/h erlaubt, in vielen Wohngebieten und Ortskernen 30 km/h. Maßgeblich ist immer das Schild.
Seit 2005 sind alle Tempo- und Entfernungsangaben in der Republik metrisch, die Schilder tragen unter der Zahl den Zusatz km/h. Die Regierung senkt die Regelgeschwindigkeiten schrittweise, achten Sie deshalb auf neue Beschilderung. Wegweiser sind zweisprachig in Irisch und Englisch, in den irischsprachigen Gebieten, der Gaeltacht, oft nur auf Irisch. Dingle heißt dort etwa An Daingean. Für Alkohol am Steuer gilt in der Republik ein Grenzwert von 0,5 Promille, für Fahranfänger und Berufsfahrer 0,2 Promille. Die Polizei, die Garda, kontrolliert regelmäßig, auch morgens nach einem langen Pubabend.
Die wichtigste Maut betrifft den Autobahnring M50 rund um Dublin. Zwischen den Ausfahrten 6 und 7, im Bereich der Brücke über das Liffey-Tal, wird die Gebühr ohne Schranke per Kamera erhoben. Bezahlen müssen Sie selbst, und zwar bis 20 Uhr des folgenden Tages, online beim Betreiber eFlow oder an Verkaufsstellen. Wer die Frist verpasst, zahlt Strafgebühren, die mit der Zeit steigen. Bei Mietwagen regeln viele Vermieter die M50-Maut über ein eigenes Konto und berechnen sie zusammen mit einer Bearbeitungsgebühr nachträglich. Fragen Sie bei der Abholung ausdrücklich nach, wie es bei Ihrem Fahrzeug gehandhabt wird. An anderen mautpflichtigen Abschnitten, etwa auf der M1 Richtung Belfast oder am Dublin Port Tunnel, zahlen Sie an einer Schranke, meist auch mit Karte.
Darf man mit dem Mietwagen nach Nordirland fahren?
Ja, bei den meisten Vermietern ist die Fahrt nach Nordirland erlaubt, Sie müssen sie aber bei der Buchung oder Abholung angeben. Teilweise wird eine Gebühr für den grenzüberschreitenden Versicherungsschutz fällig. Fahren Sie ohne Anmeldung über die Grenze, kann der Versicherungsschutz entfallen.
An der Grenze selbst merken Sie kaum etwas: Es gibt keine Kontrollen, oft weist nur ein geänderter Straßenbelag oder ein Schild in Meilen auf den Wechsel hin. In Nordirland gelten britische Regeln. Tempo und Entfernungen werden in Meilen angegeben, für Pkw gelten in der Regel 30 mph innerorts, 60 mph auf Landstraßen und 70 mph auf vierspurigen Straßen und Autobahnen. Bezahlt wird in Pfund Sterling, auch an der Tankstelle und auf Parkplätzen. Die Grenzwerte für Alkohol unterscheiden sich ebenfalls von denen in der Republik, am sichersten ist der Verzicht.
Beachten Sie die britische Einreiseregel: Seit April 2025 brauchen Staatsangehörige der EU und der Schweiz für Großbritannien eine elektronische Reisegenehmigung (ETA), und das gilt auch für die Einreise über die offene Landgrenze nach Nordirland. Beantragt wird sie auf gov.uk. Außerdem verlangt Großbritannien von Urlaubern aus der EU und der Schweiz in der Regel einen Reisepass, der Personalausweis genügt nicht. Was Sie im Norden erwartet, von der Küstenstraße an der Causeway Coast bis zu Belfast, beschreibt unsere Seite Nordirland.
Worauf sollten Sie auf Landstraßen und beim Tanken achten?
Rechnen Sie auf Land- und Küstenstraßen mit deutlich mehr Zeit als das Navi angibt. Viele Straßen sind schmal, kurvig und von Hecken oder Steinmauern begrenzt, dazu kommen Traktoren, Radfahrer und Schafe, die gemächlich die Fahrbahn queren. Die Autobahnen und Hauptstraßen rund um Dublin und zwischen den großen Städten sind dagegen gut ausgebaut.
Je kleiner die Straße, desto vorsichtiger sollten Sie fahren. Auf einspurigen Wegen gibt es Ausweichbuchten; wer näher dran ist, wartet, und ein kurzer Gruß mit der Hand gehört dazu. Hinter Kuppen und uneinsehbaren Kurven kann jederzeit Gegenverkehr in der Mitte fahren. Auf beliebten Panoramastraßen wie dem Ring of Kerry fahren Reisebusse traditionell gegen den Uhrzeigersinn; in engen Passagen ist es entspannter, ihnen nicht ständig entgegenzukommen. Fahren Sie in der Dunkelheit auf dem Land besonders langsam, denn Straßenbeleuchtung gibt es dort kaum. Die Zahl der Verkehrstoten ist zwar gesunken, doch viele Unfälle passieren genau auf diesen Nebenstrecken.
Tankstellen gibt es in Städten und an Hauptstraßen reichlich, in abgelegenen Gegenden wie Connemara oder auf der Halbinsel Beara liegen sie weiter auseinander. Füllen Sie den Tank also, bevor er halb leer ist. Benzin heißt in Irland „Unleaded“, der Zapfhahn ist meist grün, Diesel kommt aus dem schwarzen Hahn. Lesen Sie die Aufschrift trotzdem, denn falsch getankter Kraftstoff ist teuer und von keiner Versicherung gedeckt. Meist tanken Sie selbst und zahlen anschließend im Shop. Die übliche Tankregel der Vermieter lautet voll abholen und voll zurückgeben. Wer ein Elektroauto mietet, findet Ladepunkte vor allem in Städten und an Hauptachsen und sollte die Route mit einer Ladekarte vorab planen.
Zum Schluss ein Blick aufs Parken: In Dublin, Galway und Cork ist Parken in der Innenstadt teuer und knapp, gelbe Doppellinien bedeuten absolutes Halteverbot. In vielen Städten zahlen Sie an Automaten oder per App, Parkscheiben wie in Deutschland sind unüblich. Wer in Dublin übernachtet und mit dem Auto weiterreist, fragt das Hotel nach Parkmöglichkeiten oder verschiebt die Anmietung wie oben beschrieben.
Häufige Fragen zum Mietwagen in Irland
Brauche ich in Irland einen internationalen Führerschein?
Nein. Mit einem gültigen deutschen, österreichischen oder Schweizer Führerschein dürfen Sie als Urlauber in Irland und Nordirland fahren. Viele Vermieter verlangen allerdings, dass Sie den Führerschein seit mindestens ein bis zwei Jahren besitzen.
Kann ich den Mietwagen ohne Kreditkarte abholen?
Das ist schwierig. Die meisten Vermieter verlangen eine echte Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers, um die Kaution zu blockieren. Einige akzeptieren Debitkarten nur, wenn Sie zusätzlich die teuerste Versicherung abschließen.
Wie bezahle ich die Maut auf der M50?
Die Gebühr wird ohne Schranke per Kamera erfasst und muss bis 20 Uhr des Folgetages bei eFlow bezahlt werden. Bei Mietwagen übernimmt das häufig der Vermieter und stellt die Maut später in Rechnung. Klären Sie das bei der Abholung.
Lohnt sich ein Mietwagen für einen Städtetrip nach Dublin?
Für die Stadt selbst nicht, denn Parken ist teuer und der Nahverkehr gut. Für Ausflüge nach Wicklow, ins Boyne-Tal oder an die Westküste ist ein Auto dagegen sehr praktisch. Mieten Sie es dann erst für die Tage außerhalb der Stadt.
Ist Autofahren in Irland gefährlich?
Nicht, wenn Sie langsam und aufmerksam fahren. Die Herausforderungen sind Linksverkehr, enge Landstraßen und wechselndes Wetter. Mit einem kleinen Auto, gutem Versicherungsschutz und großzügigen Fahrzeiten ist eine Rundreise entspannt.
Mit dem Auto auf große Tour
Die schönste Strecke für eine Irland-Rundfahrt führt an der Westküste entlang. Wir zeigen Route, Etappen und Höhepunkte.
Passend dazu: Wie Sie günstig auf die Insel kommen, lesen Sie bei den Flügen nach Irland. Wer das eigene Auto mitnehmen möchte, findet alle Routen bei den Fähren nach Irland. Fertig geplante Touren mit Leihwagen finden Sie unter Rundreisen durch Irland.



