Giant’s Causeway

Der Giant’s Causeway ist ein Feld aus rund 40.000 Basaltsäulen an der Nordküste von County Antrim in Nordirland, entstanden vor etwa 60 Millionen Jahren durch Vulkanismus. Seit 1986 UNESCO-Welterbe, betreut vom National Trust: Die Steine sind frei zugänglich, das Besucherzentrum mit Parkplatz kostet Eintritt.

Wie Treppenstufen steigen die meist sechseckigen Säulen aus der Brandung, mal flach wie ein Pflaster, mal zu Orgelpfeifen gestapelt. Kein Ort in Nordirland zieht mehr Besucher an, vor der Pandemie waren es rund eine Million im Jahr. Der Causeway liegt etwa fünf Kilometer nordöstlich des Whiskeyorts Bushmills und ist Höhepunkt der Küstenstraße zwischen Belfast und Derry. Einen Überblick über die gesamte Grafschaft mit Glens, Städten und weiteren Küstenzielen finden Sie auf unserer Seite zum County Antrim. Hier geht es um den Damm des Riesen selbst: Entstehung, Eintritt, Wanderwege, Anreise und die besten Ziele in unmittelbarer Nähe.

LageNordküste von County Antrim, Nordirland (Vereinigtes Königreich), ca. 5 km nordöstlich von Bushmills; Adresse 44 Causeway Road, Bushmills BT57 8SU
AnreiseAuto über die B147; Zug Belfast oder Derry nach Coleraine, weiter mit Ulsterbus 172; Belfast ca. 1,5 Stunden, Dublin ca. 3,5 Stunden Fahrt
ÖffnungszeitenKüste von Tagesanbruch bis Dämmerung; Besucherzentrum ca. 9–17 Uhr, saisonal abweichend (Stand 2026)
EintrittSteine zu Fuß kostenlos; Visitor Experience mit Parkplatz, Ausstellung und Audioguide für Erwachsene ab ca. 16 £, Kinder ab ca. 8 £ (Stand 2026)
BetreiberNational Trust; UNESCO-Welterbe seit 1986, Naturschutzgebiet seit 1987
WährungPfund Sterling (£), Kartenzahlung üblich
Zeitbedarfca. 2–3 Stunden für Steine und Klippenweg, mit Küstenroute ein ganzer Tag
Lage in IrlandSightseeing Pointer

Wie ist der Giant’s Causeway entstanden?

Die Säulen sind erkaltete Lava: Vor etwa 50 bis 60 Millionen Jahren, im Paläozän, drang flüssiger Basalt durch die Kreideschichten der Region und bildete ein ausgedehntes Lavaplateau. Beim langsamen Abkühlen zog sich das Gestein zusammen und riss, ähnlich wie trocknender Schlamm, in regelmäßige Säulen auf.

Die meisten Säulen haben sechs Seiten, es gibt aber auch solche mit vier, fünf, sieben oder acht Kanten. Querrisse teilen sie in einzelne Blöcke, die oben oft leicht gewölbt und unten ausgehöhlt sind, Geologen sprechen von Kugel-Pfannen-Gelenken. Die höchsten Säulen ragen rund zwölf Meter auf. Wer genau hinsieht, erkennt in den Klippen dahinter mehrere übereinanderliegende Lavaströme, getrennt durch rötliche Verwitterungsbänder aus ruhigeren Phasen zwischen den Ausbrüchen. Weil die Anlage diese Vorgänge so anschaulich zeigt, nahm die Internationale Union der Geologischen Wissenschaften sie 2022 in ihre Liste der ersten 100 geologischen Erbestätten der Welt auf.

Manche Formationen tragen eigene Namen: die Orgel, deren Säulen wie Pfeifen nebeneinanderstehen, der Riesenstiefel, ein großer Felsblock in Schuhform, die Schornsteine auf einer Landspitze, die Wabe, das Kamelhöcker-Gestein und die Riesenharfe. Die Namen stammen meist von den Fremdenführern des 19. Jahrhunderts.

Die Sage erklärt den Damm ganz anders. Der Riese Fionn mac Cumhaill, im Englischen Finn McCool, soll ihn quer durch den Nordkanal gebaut haben, um seinen schottischen Rivalen Benandonner zum Kampf zu stellen. Als er merkte, wie gewaltig der Gegner war, verkleidete ihn seine Frau als Baby. Benandonner sah das riesige Kind, schloss auf die Größe des Vaters und floh zurück nach Schottland, wobei er den Damm hinter sich zerstörte. Tatsächlich gibt es auf der Hebrideninsel Staffa in der Fingalshöhle sehr ähnliche Basaltsäulen, denn beide Orte gehören zum selben uralten Lavafeld.

Muss man für den Giant’s Causeway Eintritt zahlen?

Nein, zu den Steinen selbst dürfen Sie kostenlos laufen. Bezahlt wird die Visitor Experience des National Trust: Sie umfasst den Parkplatz direkt am Besucherzentrum, die Ausstellung, einen Audioguide und geführte Rundgänge.

Der Haken liegt beim Parken. Der Parkplatz neben dem Besucherzentrum ist Ticketinhabern und Mitgliedern des National Trust vorbehalten. Wer nur wandern möchte, stellt das Auto auf dem Causeway Coast Way Car Park an der Causeway Road ab, der nach Angaben des National Trust ca. 12 £ pro Fahrzeug kostet (Stand 2026, Zahlung per App). Eine weitere Möglichkeit ist der Park-and-Ride-Parkplatz in Bushmills, für den es ein vergünstigtes Kombiticket mit Eintritt gibt. Die Ticketpreise beginnen für Erwachsene bei ca. 16 £, für Kinder von 5 bis 17 Jahren bei ca. 8 £, Kinder unter fünf Jahren sind frei; Familientickets gibt es ebenfalls (Stand 2026). Der National Trust empfiehlt, online vorab zu buchen, weil dort die günstigsten Preise gelten und die Zeitfenster im Sommer knapp werden.

Das Besucherzentrum wurde 2012 eröffnet, nachdem das Vorgängergebäude im Jahr 2000 abgebrannt war. Es liegt halb im Hang verborgen und ist von dunklen Basaltlamellen eingefasst, die die Säulen draußen nachahmen. Drinnen erklärt eine Ausstellung Geologie, Sagen und Naturgeschichte, Audioguides gibt es in elf Sprachen. Dazu kommen ein Café, ein Laden mit Waren regionaler Hersteller und barrierefreie Toiletten. Vom Gebäude pendeln zwei elektrische Kleinbusse hinunter zu den Steinen, was vor allem für Familien und Gäste mit eingeschränkter Mobilität hilfreich ist. Hunde an der Leine sind auf dem ganzen Gelände willkommen.

Tipp: Früh oder spät kommen. Die Küste ist von Tagesanbruch bis zur Dämmerung zugänglich. Wer vor neun Uhr oder am Abend ankommt, hat die Säulen fast für sich und erlebt das schönste Licht für Fotos.

Welche Wanderwege gibt es am Giant’s Causeway?

Der National Trust hat vier farbig markierte Wege angelegt, die zusammen das rund fünf Kilometer lange Welterbegebiet erschließen. Der kürzeste führt direkt zu den Steinen, die anderen verlaufen oben an der Klippe entlang und eröffnen weite Blicke über die Buchten.

  • Blauer Weg: etwa 1,3 Kilometer auf asphaltiertem Weg direkt hinunter zum Grand Causeway, dem Herzstück der Säulen.
  • Roter Weg: etwa 1,3 bis 3,2 Kilometer, steigt über die Shepherd’s Steps, eine steile Treppe, auf die Klippe und verbindet so Ufer und Höhenweg.
  • Grüner Weg: etwa 3,2 Kilometer, ein barrierefreier Klippenweg mit festem Belag und Aussichtspunkten über den Säulen.
  • Gelber Weg: etwa 2,9 Kilometer von Runkerry Head bis Hamilton’s Seat, einem Aussichtspunkt hoch über der Bucht Benbane Head.

Eine schöne Runde verbindet den Abstieg über den blauen Weg mit dem Aufstieg über die Shepherd’s Steps und dem Rückweg oben auf dem roten Weg. So sehen Sie die Säulen erst aus nächster Nähe und dann von oben im Zusammenhang mit der Küste. Auf den Steinen selbst ist Vorsicht geboten: Die Oberflächen sind bei Nässe und Algenbewuchs rutschig, und an den äußeren Säulen schlagen bei Seegang unerwartet hohe Wellen auf. Festes Schuhwerk und eine winddichte Jacke gehören auch im Sommer dazu.

Wer längere Strecken liebt, findet hier einen Abschnitt des Causeway Coast Way. Der Fernwanderweg folgt der Küste zwischen Portstewart und Ballycastle und führt unter anderem an Dunluce Castle, den Kalkfelsen von Whiterocks und der Hängebrücke Carrick-a-Rede vorbei. Ein beliebter Tagesabschnitt verläuft vom Causeway über die Klippen nach Osten Richtung Dunseverick, wo nur noch Mauerreste einer alten Burg auf dem Felsen stehen.

Wie kommt man von Belfast oder Dublin zum Giant’s Causeway?

Am flexibelsten mit dem Auto: Von Belfast sind es rund 100 Kilometer, gut eineinhalb Stunden über die A26 oder deutlich länger über die Küstenstraße. Ohne Auto nehmen Sie den Zug nach Coleraine und steigen dort in den Ulsterbus 172 um.

Die Bahnstrecke zwischen Belfast und Derry hält in Coleraine, von dort fährt die Linie 172 über Portrush und Bushmills zum Besucherzentrum. Zusätzlich verkehren je nach Jahreszeit weitere Buslinien entlang der Küste, darunter der Goldliner 221, der Causeway Rambler 402 und der offene Doppeldecker 177; Fahrpläne veröffentlicht Translink, der Verkehrsbetrieb Nordirlands. Von Dublin aus sind es etwa 250 Kilometer, mit dem Auto gut dreieinhalb Stunden. Alternativ fahren Sie mit dem Enterprise-Zug nach Belfast und weiter wie beschrieben. Wer die Stadt als Ausgangspunkt nutzen möchte, findet Tipps auf unserer Seite zur Städtereise nach Belfast, von dort und aus Dublin starten außerdem täglich geführte Tagestouren an die Nordküste.

Für Autofahrer aus der Republik Irland wichtig: Hinter der Grenze gelten Meilen statt Kilometer, die Tempolimits sind in mph ausgeschildert, und bezahlt wird mit Pfund Sterling. Klären Sie bei einem in Irland gemieteten Wagen vorab, ob die Fahrt nach Nordirland erlaubt ist; Hinweise dazu finden Sie auf unserer Seite zum Mietwagen in Irland. Außerdem brauchen Besucher ohne britischen oder irischen Pass für die Einreise ins Vereinigte Königreich eine elektronische Reisegenehmigung (ETA), und zwar auch dann, wenn sie über die offene Landgrenze fahren. Einzelheiten stehen auf unserer Übersichtsseite zu Nordirland.

Was liegt in der Nähe an der Causeway Coastal Route?

Direkt im Umkreis von wenigen Kilometern liegen drei weitere Klassiker: die Burgruine Dunluce Castle im Westen, die Old Bushmills Distillery im Süden und die Hängebrücke Carrick-a-Rede im Osten. Alle drei lassen sich mit dem Causeway an einem Tag verbinden.

Dunluce Castle thront rund fünf Kilometer östlich von Portrush auf einem Basaltfelsen über dem Meer und ist nur über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Die Burg war Sitz des Clans MacQuillan und später der MacDonnells; heute ist sie eine eindrucksvolle Ruine, die besichtigt werden kann. In Bushmills steht eine der bekanntesten Whiskeybrennereien Irlands. Die Brennerei beruft sich auf eine Brennlizenz aus dem Jahr 1608, als eigenständiges Unternehmen ist sie seit 1784 belegt, und sie zählt heute etwa 120.000 Besucher im Jahr. Mehr über Brennverfahren und Marken lesen Sie auf unserer Seite zum irischen Whiskey.

Die Carrick-a-Rede Rope Bridge bei Ballintoy überspannt rund 20 Meter eine Felsspalte, etwa 30 Meter über den Klippen. Lachsfischer nutzten früher eine einfache Seilbrücke, um zu ihrem Fangplatz auf der kleinen Insel zu gelangen; die heutige Brücke ist eine sichere Konstruktion, die ebenfalls vom National Trust betreut wird und nur mit gebuchtem Zeitfenster betreten werden kann. Bei starkem Wind wird sie gesperrt. Weiter östlich folgen der Hafen von Ballintoy, der Strand von Whitepark Bay, Ballycastle mit der Fähre nach Rathlin Island und die Glens of Antrim. Landeinwärts liegt die Buchenallee der Dark Hedges, bekannt als Drehort der Serie Game of Thrones. Ausführlich stellen wir diese Ziele auf der Seite zum County Antrim vor, damit Sie hier nicht doppelt lesen müssen.

Tipp: Rope Bridge vorab buchen. Die Zeitfenster für Carrick-a-Rede sind im Sommer schnell vergeben. Planen Sie den Causeway am Morgen und die Hängebrücke am frühen Nachmittag, dann bleibt Zeit für eine Pause in Ballintoy.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Ruhig und stimmungsvoll ist es am frühen Morgen und am Abend, besonders von Mai bis September, wenn es lange hell bleibt. Den größten Andrang gibt es im Juli und August zur Mittagszeit, wenn die Tagesbusse aus Belfast und Dublin eintreffen.

Frühling und Frühsommer bringen klare Luft, blühende Klippenwiesen und Seevögel an den Felsen. Im Herbst und Winter ist es oft stürmisch, dafür sind kaum Menschen unterwegs, und die Brandung an den äußeren Säulen ist besonders eindrucksvoll. Die Öffnungszeiten des Besucherzentrums sind in der dunklen Jahreszeit kürzer, die Küste bleibt aber zugänglich. Weil das Wetter an der Nordküste schnell wechselt, lohnt es sich, einen flexiblen Tag einzuplanen. Bei Sturm sollten Sie Abstand zu den vordersten Säulen halten und den Hinweisen der Ranger folgen.

Als Standort für mehrere Tage eignen sich Bushmills, Portrush und Portstewart. Portrush ist ein lebhafter Badeort mit langen Stränden und dem berühmten Golfplatz Royal Portrush, Bushmills bietet mit Hotels wie dem traditionsreichen Bushmills Inn eine ruhigere Basis direkt neben der Brennerei. Direkt am Causeway liegt zudem das Causeway Hotel. In den Sommerferien sollten Sie frühzeitig reservieren.

Wie wurde der Giant’s Causeway berühmt?

Bekannt wurde der Damm Ende des 17. Jahrhunderts, als Gelehrte ihn der Royal Society in London beschrieben, und endgültig durch die Aquarelle der Dubliner Malerin Susanna Drury von 1739. Im 19. Jahrhundert machten Eisenbahn und eine elektrische Straßenbahn ihn zum Ausflugsziel.

Der Bischof von Derry, William King, besuchte die Stelle 1692, ein Jahr später stellte Sir Richard Bulkeley sie in einem Vortrag vor der Royal Society vor. Ob die Säulen von Menschenhand, durch Kristallbildung oder durch Vulkanismus entstanden seien, war lange umstritten. Der französische Geologe Nicolas Desmarest vertrat 1768 als einer der Ersten öffentlich die vulkanische Deutung, die sich später durchsetzte. Drurys Ansichten wurden als Kupferstiche in ganz Europa verbreitet und lockten Naturforscher und Reisende an.

Mit der Bahn nach Portrush und der Giant’s Causeway Tramway, einer der frühen elektrischen Bahnen Europas, kamen ab dem späten 19. Jahrhundert Ausflügler in großer Zahl. Händler, Führer und Souvenirstände prägten damals das Bild. Nachdem der National Trust die Pflege in den 1960er-Jahren übernommen hatte, ließ er viele kommerzielle Einbauten entfernen. 1986 nahm die UNESCO den Causeway und die angrenzende Küste als erste Welterbestätte Nordirlands auf, 1987 folgte die Ausweisung als Naturschutzgebiet. Ein kurzes Stück der alten Bahntrasse zwischen Bushmills und dem Causeway nutzt heute die Schmalspurbahn Giant’s Causeway and Bushmills Railway; ob und wann sie fährt, sollten Sie vor Ort erfragen.

Standort

Häufige Fragen zum Giant’s Causeway

Wie viel Zeit sollte man für den Giant’s Causeway einplanen?

Für den Weg zu den Säulen, einen Rundgang über die Klippe und das Besucherzentrum reichen zwei bis drei Stunden. Mit Dunluce Castle, der Brennerei in Bushmills und Carrick-a-Rede wird ein voller Tag daraus. Wer die ganze Küstenstraße fahren möchte, plant zwei Tage ein.

Braucht man für den Giant’s Causeway ein Ticket?

Für die Steine nicht, der Fußweg dorthin ist kostenlos. Ein Ticket brauchen Sie für Parkplatz, Ausstellung und Audioguide am Besucherzentrum. Wanderer ohne Ticket parken auf dem kostenpflichtigen Parkplatz des Causeway Coast Way oder nutzen Bus und Park-and-Ride.

Welche Währung gilt am Giant’s Causeway?

Der Causeway liegt in Nordirland und damit im Vereinigten Königreich, bezahlt wird in Pfund Sterling. Karten werden fast überall akzeptiert, Euro dagegen nur ausnahmsweise und meist zu ungünstigen Kursen.

Ist der Giant’s Causeway für Kinder und Rollstuhlfahrer geeignet?

Ja, mit Einschränkungen. Besucherzentrum und grüner Klippenweg sind barrierefrei, der Shuttlebus bringt Gäste hinunter zu den Steinen, und Ticketinhaber können Rollstühle kostenlos ausleihen. Auf den Säulen selbst sollten Kinder an der Hand bleiben, weil die Oberflächen glatt und uneben sind.

Kann man den Giant’s Causeway als Tagesausflug ab Dublin machen?

Möglich ist es, aber lang: Die Fahrt dauert pro Richtung rund dreieinhalb Stunden. Geführte Bustouren ab Dublin verbinden den Causeway meist mit Belfast oder der Küstenstraße. Entspannter ist eine Übernachtung in Bushmills, Portrush oder Belfast.

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