Connemara
Connemara ist die wilde Berg- und Moorlandschaft im Westen des County Galway, zwischen Lough Corrib, Killary Harbour und dem Atlantik. Die Region lockt mit den Twelve Bens, dem Connemara-Nationalpark und Diamond Hill, Kylemore Abbey, dem Küstenort Clifden mit der Sky Road und der größten irischsprachigen Gaeltacht des Landes.
Schon wenige Kilometer hinter Galway ändert sich das Bild: Steinmauern weichen weiten Mooren, unzählige kleine Seen spiegeln den Himmel, und am Horizont stehen die kahlen Gipfel der Twelve Bens und der Maumturk Mountains. Connemara ist kein Verwaltungsbezirk, sondern eine historische Landschaft, die meist als der Teil des County Galway westlich von Lough Corrib verstanden wird. Wer hier unterwegs ist, hört in vielen Dörfern noch Irisch als Alltagssprache. Der beste Ausgangspunkt für einen ersten Ausflug ist die Hafenstadt Galway, von der aus die Region in einer guten Stunde erreichbar ist. Diese Seite zeigt Ihnen die schönsten Ziele, Wanderungen und Routen.
| Lage | Westen des County Galway, zwischen Lough Corrib, Killary Harbour, Galway Bay und Atlantik |
|---|---|
| Anreise | ab Galway über die N59 nach Clifden (ca. 77 km); Tagestouren und Linienbusse ab Galway |
| Nationalpark | ca. 2.000 Hektar bei Letterfrack, Eintritt und Parken frei; Besucherzentrum ca. Mi–So 9–17.30 Uhr (Stand 2026) |
| Höchster Gipfel | Benbaun (725 m) in den Twelve Bens, höchster Berg des County Galway |
| Hauptort | Clifden, rund 1.260 Einwohner (Zensus 2022) |
| Sprache | größte Gaeltacht Irlands, Irisch ist in vielen Orten Alltagssprache |
| Zeitbedarf | Tagesausflug ab Galway möglich, besser 2–3 Tage |
Fragen, die wir beantworten
- Was macht Connemara aus und wo liegt die Region?
- Wie wandert man im Connemara-Nationalpark auf den Diamond Hill?
- Was erwartet Besucher in Kylemore Abbey?
- Was sieht man in Clifden und auf der Sky Road?
- Wie erlebt man Killary Harbour und Leenaun?
- Lohnt sich ein Ausflug nach Inishbofin?
- Wie kommt man von Galway nach Connemara und wann ist die beste Reisezeit?
Was macht Connemara aus und wo liegt die Region?
Connemara liegt im äußersten Westen des County Galway und wird im Osten von Lough Corrib, im Norden vom Fjord Killary Harbour und im Süden von der Galway Bay begrenzt. Was die Region ausmacht, ist der Kontrast aus kahlen Bergen, braunen Hochmooren, glitzernden Seen und einer tief zerklüfteten Küste mit weißen Sandstränden.
Zwei Gebirgszüge prägen das Innere: die Twelve Bens, auf Irisch Na Beanna Beola, mit dem 725 Meter hohen Benbaun, und östlich davon die Maumturk Mountains. Zwischen ihnen liegen lange Täler wie das Inagh Valley, durch das eine der schönsten Straßen der Region führt. Zur Küste hin dominieren Moore und Seen, so zahlreich, dass das Land aus der Luft wie ein Flickenteppich aus Wasser und Torf wirkt.
Connemara ist zugleich Kernland der irischen Sprache. Hier liegt der größte Teil der Gaeltacht, in der ein Großteil der Bewohner Irisch spricht; Ortsschilder sind oft nur auf Irisch beschriftet. Typisch für die Region sind außerdem die robusten Connemara-Ponys und der grüne Connemara-Marmor, der zwischen Streamstown und Lissoughter gebrochen wird und als Schmuckstein beliebt ist. Wer auf den Spuren des Films „Der Sieger“ (The Quiet Man) von 1952 reisen möchte, findet einige Drehorte in Connemara, den bekanntesten aber im Dorf Cong jenseits der Grenze im County Mayo.
Wie wandert man im Connemara-Nationalpark auf den Diamond Hill?
Die Wanderung auf den Diamond Hill beginnt am Besucherzentrum des Nationalparks in Letterfrack und dauert hin und zurück etwa drei Stunden. Der gut markierte Rundweg ist rund sieben Kilometer lang und führt auf den etwa 445 Meter hohen Gipfel.
Der Connemara-Nationalpark umfasst rund 2.000 Hektar Berge, Moore, Heiden, Wiesen und Wälder und ist seit 1980 für Besucher geöffnet. Das Land gehörte früher zum Gut von Kylemore Abbey, zur Industrieschule von Letterfrack und zum Besitz von Richard Martin, genannt „Humanity Dick“, der als Mitbegründer der britischen Tierschutzgesellschaft gilt. Vier Gipfel der Twelve Bens liegen im Park: Benbaun, Bencullagh, Benbrack und Muckanaght. Der Eintritt und das Parken sind frei.
Für den Diamond Hill gibt es zwei Varianten. Der Lower Diamond Trail führt als kürzere Runde über die unteren Hänge und eignet sich für Familien. Der Upper Diamond Trail setzt diese Runde fort und steigt über Holzstege und Steinstufen zum Gipfelgrat auf. Oben reicht der Blick über Kylemore Abbey, die Twelve Bens, Tully Mountain und bei klarer Sicht bis zu den Inseln Inishbofin und Inishturk. Wer es kürzer mag, wählt den Ellis Wood Nature Trail, etwa einen Kilometer durch heimischen Wald bis zu einem Wasserfall, oder den 1,8 Kilometer langen Sruffaunboy Nature Trail mit Blick auf die Ballinakill-Bucht. Unterwegs begegnen Ihnen oft Connemara-Ponys, die der Park als traditionelle Rasse hält. Tipps für längere Touren im Westen finden Sie bei unseren Wanderreisen in Irland; aktuelle Öffnungszeiten veröffentlicht der Connemara-Nationalpark.
Was erwartet Besucher in Kylemore Abbey?
Kylemore Abbey ist ein neugotisches Schloss am Ufer eines Sees, das seit 1920 von Benediktinerinnen bewohnt wird. Besucher sehen restaurierte Räume des Hauses, eine kleine neugotische Kirche, das Mausoleum und einen großen viktorianischen Garten. Planen Sie etwa zwei Stunden ein.
Gebaut wurde das Haus ab 1867 für Mitchell Henry, einen wohlhabenden Londoner Arzt und späteren Abgeordneten für Galway, und seine Frau Margaret. Nach Margarets frühem Tod 1874 ließ Henry ihr zu Ehren eine Kirche im gotischen Stil und ein Mausoleum errichten. 1903 ging das Anwesen an den Herzog und die Herzogin von Manchester, die es wegen Spielschulden später wieder verkaufen mussten. 1920 fanden hier Benediktinerinnen eine neue Heimat, deren Kloster im belgischen Ypern im Ersten Weltkrieg zerstört worden war. Die Schwestern führten ab 1923 ein Mädcheninternat, das 2010 geschlossen wurde; heute unterhält die US-amerikanische University of Notre Dame Studienprogramme vor Ort.
Ein Höhepunkt ist der viktorianische ummauerte Garten, der 1870 angelegt und ab 1995 aufwendig restauriert wurde. Mit Gemüsebeeten, Blumenrabatten und Gewächshäusern zeigt er, wie ein Gutsgarten im 19. Jahrhundert aussah. Er liegt etwa 20 Gehminuten vom Haus entfernt; zwischen April und September verkehrt ein Shuttlebus. Im Café des Hauses gibt es Mittagessen und Kuchen nach Rezepten der Schwestern. Der Eintritt ist kostenpflichtig, aktuelle Preise und Öffnungszeiten nennt die Abtei auf ihrer Website.
Was sieht man in Clifden und auf der Sky Road?
Clifden gilt als Hauptstadt von Connemara: ein lebhafter Küstenort mit Pubs, Restaurants, Galerien und Geschäften. Direkt im Westen beginnt die Sky Road, eine rund elf Kilometer lange Panoramastraße hoch über der Clifden Bay mit weitem Blick über den Atlantik.
Gegründet wurde der Ort Anfang des 19. Jahrhunderts von dem Grundbesitzer John D’Arcy, heute leben hier rund 1.260 Menschen. Die zwei Kirchtürme über den bunten Häusern sind schon von Weitem zu sehen. Clifden ist ein guter Standort für mehrere Tage, weil Nationalpark, Kylemore Abbey, Roundstone und der Hafen von Cleggan in kurzer Fahrt erreichbar sind. Im August, am dritten Donnerstag, findet seit 1947 die Connemara Pony Show statt, Ende September eine Kulturwoche mit Lesungen und Konzerten.
Südlich von Clifden liegt das Moor von Derrigimlagh, einer der Signature Discovery Points am Wild Atlantic Way. Hier nahm 1907 Guglielmo Marconis Funkstation den ersten regelmäßigen drahtlosen Telegrafendienst über den Atlantik auf, und am 15. Juni 1919 landeten John Alcock und Arthur Brown nach dem ersten Nonstop-Transatlantikflug im Moor. Ein Rundweg mit Infotafeln erzählt beide Geschichten. Weiter südlich lohnt der kleine Hafenort Roundstone mit seinen hellen Sandbuchten.
Wie erlebt man Killary Harbour und Leenaun?
Killary Harbour ist ein rund 16 Kilometer langer Fjord an der Grenze zwischen Galway und Mayo, am besten erlebt bei einer Bootsfahrt oder einer Wanderung am Ufer. Das Dorf Leenaun (Leenane) am inneren Ende ist der beste Ausgangspunkt.
Steile Berghänge rahmen das ruhige Wasser ein, im Norden erhebt sich der Mweelrea, mit 814 Metern der höchste Berg der Provinz Connacht. Auf der Ostseite des Fjords sieht man lange Reihen von Muschelflößen, denn hier werden Miesmuscheln gezüchtet. Ab dem Pier fahren in der Saison Ausflugsboote zu etwa 90-minütigen Rundfahrten, die durch die geschützte Lage meist auch bei Wind ruhig verlaufen.
Zu Fuß lohnt die sogenannte Green Road, ein rund neun Kilometer langer alter Weg am Ufer des Fjords, der im 19. Jahrhundert als Notstandsarbeit während der Großen Hungersnot angelegt wurde. Nahe der Fjordmündung bei Rossroe erinnert eine Tafel an den Philosophen Ludwig Wittgenstein, der dort nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete. In Leenaun selbst gibt ein Schafs- und Wollzentrum Einblick in Schafzucht und Wollverarbeitung der Region.
Lohnt sich ein Ausflug nach Inishbofin?
Ja, vor allem für Ruhesuchende und Wanderer: Inishbofin liegt etwa acht Kilometer vor der Küste, ist in einer kurzen Fährfahrt ab Cleggan erreichbar und bietet Strände, Klippenwege und viel Stille. Auf der Insel leben knapp 200 Menschen.
Die Insel ist rund 5,5 Kilometer lang und drei Kilometer breit. Am Hafen wachen die Reste einer sternförmigen Festung aus der Zeit Cromwells, im Volksmund Cromwell’s Barracks genannt. Schon um das Jahr 665 gründete der heilige Colmán hier ein Kloster. Große Teile der Insel stehen unter Naturschutz, unter anderem wegen der seltenen Wachtelkönige, deren schnarrender Ruf im Frühsommer zu hören ist, und wegen der Robben an den Felsküsten.
Markierte Rundwege führen über die Insel, ein Tagesausflug reicht für die schönsten Abschnitte. Wer übernachtet, erlebt die Insel am Abend, wenn die Tagesgäste abgereist sind, besonders still. Fähren fahren in der Saison mehrmals täglich, im Winter seltener; bei starkem Seegang kann eine Überfahrt ausfallen.
Wie kommt man von Galway nach Connemara und wann ist die beste Reisezeit?
Am einfachsten fahren Sie ab Galway mit dem Auto über die N59 nach Oughterard, das als Tor zu Connemara gilt, und weiter über Maam Cross nach Clifden. Die rund 77 Kilometer lange Strecke ist ohne Pausen in etwa eineinhalb Stunden zu schaffen. Beste Reisezeit ist von April bis September.
Wer die Region als Rundfahrt erleben möchte, kombiniert die N59 mit der Küstenstraße: von Galway über Spiddal an der Galway Bay entlang, durch die Gaeltacht bei Carna nach Roundstone und Clifden, zurück über Letterfrack, Kylemore, Leenaun und durch das Maam Valley. Eine schöne Alternative für den Rückweg ist das Inagh Valley zwischen Twelve Bens und Maumturks. Von Rossaveal an der Südküste fahren zudem Fähren zu den Aran Islands. Ohne eigenes Auto bringen Sie Linienbusse von Galway nach Clifden; zahlreiche Veranstalter bieten außerdem Tagestouren ab Galway an, meist mit Halt in Leenaun und Kylemore Abbey. Praktische Hinweise zur Fahrzeugmiete gibt unsere Seite zum Mietwagen in Irland.
Die angenehmste Zeit für Connemara liegt zwischen April und September, wenn die Tage lang sind, die Fähren regelmäßig fahren und Rhododendren und Heide die Hänge färben. Mai, Juni und September sind ruhiger als die Hauptferienzeit. Im Winter bringen Sturm und Dauerregen oft graue Tage, dafür sind die Straßen leer und das Licht nach einem Schauer besonders klar. Gute Regenkleidung und feste Schuhe gehören zu jeder Jahreszeit ins Gepäck.
Häufige Fragen zu Connemara
Kann man Connemara an einem Tag ab Galway besuchen?
Ja, eine Tagesrundfahrt über Oughterard, Clifden, Kylemore Abbey und Leenaun ist gut machbar, mit dem Auto oder als geführte Bustour. Für eine Wanderung auf den Diamond Hill, die Sky Road und einen Inselausflug sollten Sie aber zwei bis drei Tage einplanen.
Kostet der Connemara-Nationalpark Eintritt?
Nein, Eintritt und Parken sind frei. Das Besucherzentrum in Letterfrack hat nur an bestimmten Wochentagen geöffnet, die Wanderwege sind unabhängig davon zugänglich. Prüfen Sie die aktuellen Zeiten vor dem Besuch.
Ist Kylemore Abbey noch ein Kloster?
Ja, seit 1920 leben dort Benediktinerinnen. Die frühere Mädchenschule wurde 2010 geschlossen. Teile des Hauses, die Kirche, das Mausoleum und der viktorianische Garten sind für Besucher geöffnet.
Wo übernachtet man am besten in Connemara?
Clifden ist der praktischste Standort mit der größten Auswahl an Hotels, Pensionen und Restaurants. Ruhiger sind Letterfrack, Roundstone, Leenaun und Oughterard. Im Sommer sollten Sie früh reservieren.
Spricht man in Connemara Irisch?
In weiten Teilen, vor allem an der Südküste um Spiddal, Rossaveal und Carna, ist Irisch Alltagssprache. Englisch versteht aber jeder, und Besucher kommen damit überall zurecht.
Connemara und der Wild Atlantic Way
Connemara ist einer der schönsten Abschnitte der großen Küstenroute. Dort finden Sie Etappen und weitere Höhepunkte im Westen.
Passend dazu: Für die Fahrt nach Süden lohnen die Cliffs of Moher in Clare, und wie sich das Wetter im Westen über das Jahr verteilt, zeigt unsere Seite zum Klima in Irland.