Cliffs of Moher
Die Cliffs of Moher sind Irlands bekannteste Steilküste: rund 14 Kilometer lange Klippen an der Atlantikküste von County Clare, die nördlich von O’Brien’s Tower bis zu 214 Meter senkrecht ins Meer abfallen. Besucher kommen wegen der Aussicht auf die Aran Islands, der Seevogelkolonien und des Besucherzentrums mit gesicherten Aussichtswegen.
Kaum ein Motiv steht so sehr für Irland wie die dunklen Felswände über der Brandung, gekrönt vom kleinen Rundturm O’Brien’s Tower. Die Klippen liegen zwischen den Dörfern Liscannor im Süden und Doolin im Norden, am Rand der Karstlandschaft des Burren. Jahr für Jahr zählen die Cliffs of Moher über eine Million Besuche und gehören damit zu den meistbesuchten Naturattraktionen des Landes. Wer mehr über die Region rund um die Klippen wissen möchte, findet auf unserer Seite zum County Clare einen Überblick über Städte, Küste und Landschaft. Hier geht es um die Klippen selbst: Besuch, Wanderwege, Anreise und die schönsten Ziele in der Umgebung.
| Lage | Westküste von County Clare, zwischen Liscannor und Doolin, Teil des Burren and Cliffs of Moher UNESCO Global Geopark |
|---|---|
| Höhe und Länge | bis 214 m (nördlich von O’Brien’s Tower), rund 120 m am Hag’s Head; Länge ca. 14 km |
| Anreise | Mietwagen über Lahinch oder Doolin; Bus Éireann Linie 350 ab Ennis (ca. 50 Minuten) bzw. ab Galway |
| Öffnungszeiten | täglich; Nov.–Feb. ca. 9–17 Uhr, März/April und Sept./Okt. ca. 8–19 Uhr, Mai–Aug. ca. 8–21 Uhr (Stand 2026) |
| Eintritt | Erwachsene an der Kasse ca. 15 €, online und außerhalb der Stoßzeiten günstiger; Kinder unter 12 Jahren in Begleitung frei; Parken inklusive (Stand 2026) |
| Betreiber | Cliffs of Moher Experience (Besucherzentrum mit Ausstellung, Café und Aussichtswegen) |
| Zeitbedarf | ca. 2–3 Stunden am Besucherzentrum, mit Wanderung oder Bootstour ein halber bis ganzer Tag |
Fragen, die wir beantworten
- Wie hoch sind die Cliffs of Moher und wie sind sie entstanden?
- Was bietet das Besucherzentrum an den Cliffs of Moher?
- Kann man den Cliff Walk von Doolin bis Hag’s Head wandern?
- Wie kommt man zu den Cliffs of Moher?
- Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
- Lohnt sich eine Bootstour unter den Klippen?
- Was kann man in Doolin, Lisdoonvarna und im Burren unternehmen?
Wie hoch sind die Cliffs of Moher und wie sind sie entstanden?
An ihrer höchsten Stelle, knapp nördlich von O’Brien’s Tower, ragen die Cliffs of Moher 214 Meter über den Atlantik. Nach Süden fallen sie allmählich ab und erreichen am Hag’s Head, ihrem südlichen Endpunkt, noch rund 120 Meter. Insgesamt erstreckt sich die Steilküste über etwa 14 Kilometer.
Das Gestein erzählt eine lange Erdgeschichte. Die Klippen bestehen überwiegend aus Schiefer und Sandstein des Namurium, die sich vor rund 313 bis 326 Millionen Jahren in einem urzeitlichen Flussdelta abgelagert haben. Bis zu 200 Meter dieser Sedimentschichten liegen heute offen, gut erkennbar an den waagerechten Bändern in der Felswand. Weil die weicheren Schichten schneller abgetragen werden als die härteren, arbeitet die Brandung ständig an der Küste. Ein sichtbares Ergebnis ist der Branaunmore, eine rund 67 Meter hohe Felsnadel unterhalb von O’Brien’s Tower, die einst Teil der Klippe war.
Die senkrechten Wände sind zugleich ein wichtiges Brutgebiet. In der Hauptsaison nisten hier rund 30.000 Vogelpaare aus mehr als 20 Arten, darunter Papageientaucher, Tordalke, Trottellummen, Basstölpel und Eissturmvögel. Auch Wanderfalken, Kolkraben und Alpenkrähen lassen sich beobachten. Das Gebiet ist als Vogelschutzgebiet ausgewiesen und gilt als größte Seevogelkolonie auf dem irischen Festland. Seit 2011 gehören die Klippen zum Burren and Cliffs of Moher Geopark, der von der UNESCO anerkannt ist. Filmfans kennen die Kulisse übrigens aus „Die Braut des Prinzen“ und „Harry Potter und der Halbblutprinz“.
Was bietet das Besucherzentrum an den Cliffs of Moher?
Das Besucherzentrum ist der zentrale Zugang zu den Klippen: Mit dem Ticket erhalten Sie Parkplatz, Ausstellung, gesicherte Aussichtswege und den Aufstieg auf O’Brien’s Tower. Das 2007 eröffnete Gebäude ist in den Hang hineingebaut und fügt sich mit seinem begrünten Dach kaum sichtbar in die Landschaft ein.
Im Inneren erklärt eine Ausstellung Geologie, Tierwelt und Geschichte der Küste; ein kleines Kino zeigt einen virtuellen Flug entlang der Felswand. Von dort führen etwa 800 Meter bis ein Kilometer befestigte Wege zu den Aussichtsplattformen nördlich und südlich des Zentrums. Für Gäste mit eingeschränkter Mobilität gibt es einen elektrischen Shuttle zu den Aussichtspunkten. Zum Angebot gehören außerdem ein Café mit regionalen Produkten, eine kostenlose Audioführung per App, Leihferngläser, WLAN und eine Gepäckaufbewahrung.
O’Brien’s Tower ließ der Gutsherr Sir Cornelius O’Brien 1835 als Aussichtsturm für Besucher errichten, schon damals reisten Gäste wegen des Panoramas an. Von der Dachterrasse reicht der Blick bei klarer Sicht über die Galway Bay bis zu den Aran Islands und zu den Bergen von Connemara.
Die Ticketpreise richten sich nach Uhrzeit und Buchungsweg. Zwischen etwa 11 und 16 Uhr gilt der höhere Hauptzeit-Tarif, frühmorgens, am späten Nachmittag und im Sommer an den langen Abenden ist der Eintritt günstiger. Wer online bucht, zahlt weniger als an der Kasse. Kinder unter zwölf Jahren kommen in Begleitung ihrer Eltern kostenlos hinein (bis zu vier Kinder). Reisegruppen, die mit dem Bus anreisen, müssen vorab reservieren.
Kann man den Cliff Walk von Doolin bis Hag’s Head wandern?
Derzeit nur in Teilen: Der Küstenweg ist seit 2025 aus Sicherheitsgründen abschnittsweise gesperrt. Nach dem Stand vom August 2026 ist der gesamte südliche Abschnitt Richtung Liscannor und Hag’s Head geschlossen, im Norden ist der Weg nur von Doolin bis zum Surfers Path begehbar.
Der offizielle Cliffs of Moher Coastal Walk verläuft eigentlich auf rund 14 Kilometern von Hag’s Head über das Besucherzentrum bis nach Doolin, einschließlich der Verlängerung bis Liscannor sind es etwa 18 Kilometer. Erosion, abbrechende Kanten und teils sehr schmale Pfade direkt an der Abbruchkante haben die Betreiber jedoch zu Sperrungen gezwungen. Von Doolin aus dürfen Wanderer nur bis zum Surfers Path gehen und müssen dort umkehren, eine Verbindung zum Besucherzentrum besteht von Norden aus nicht. Wieder offen ist ein rund 800 Meter langer Abschnitt nördlich von O’Brien’s Tower, der vom Besucherzentrum aus erreichbar ist.
Wer die Klippen dennoch zu Fuß erleben möchte, hat zwei gute Möglichkeiten. Erstens die gesicherten Wege am Besucherzentrum, die als Rundgang nach Norden und Süden etwa dreieinhalb Kilometer ergeben. Zweitens geführte Wanderungen ab Doolin, die örtliche Guides auf dem zugänglichen Nordabschnitt anbieten und dabei viel über Geologie, Vögel und Geschichte der Küste erzählen. In jedem Fall gilt: auf den markierten Wegen bleiben, Absperrungen und Mauern nie übersteigen und bei Wind oder Nässe Abstand zur Kante halten. Die Felskante ist abrupt und an vielen Stellen unterspült.
Wie kommt man zu den Cliffs of Moher?
Am bequemsten erreichen Sie die Klippen mit dem Auto, ohne eigenen Wagen bringt Sie die Buslinie 350 von Bus Éireann direkt vor das Besucherzentrum. Der Parkplatz liegt auf der Landseite der Küstenstraße R478 zwischen Liscannor und Doolin.
Von Galway aus führt die schönere Strecke über Kinvara und durch den Burren nach Lisdoonvarna und weiter zu den Klippen, die Fahrt dauert je nach Pausen rund eineinhalb Stunden. Von Ennis und vom Flughafen Shannon geht es über Ennistymon und den Surferort Lahinch an die Küste. Viele Reisende kombinieren die Klippen mit einer Rundfahrt durch den Westen; Hinweise zu Anbietern, Linksverkehr und schmalen Landstraßen haben wir auf unserer Seite zum Mietwagen in Irland zusammengestellt.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren Sie zunächst nach Ennis, die Hauptstadt des County Clare, die per Zug aus Limerick und Galway erreichbar ist. Ab dem Busbahnhof Ennis verkehrt die Linie 350 mehrmals täglich und braucht etwa 50 Minuten bis zu den Klippen. Für die Küstenblicke setzen Sie sich am besten auf die linke Seite. Die Linie fährt in der Gegenrichtung weiter über Doolin und den Burren nach Galway, sodass sich eine Tagestour gut planen lässt; auf dem Rückweg können Sie in Lahinch aussteigen. Merken Sie sich die Haltestelle am Ticketkiosk, dort fährt auch der Rückbus ab. In der Sommersaison verbindet zusätzlich ein Shuttle Doolin mit dem Besucherzentrum. Daneben starten in Galway, Limerick und Dublin zahlreiche geführte Tagestouren, die oft auch den Burren und Dunguaire Castle bei Kinvara einschließen.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Für Vogelbeobachtung sind Frühjahr und Frühsommer ideal, für Fotos und wenig Andrang der frühe Morgen oder der Abend. Da die Klippen genau nach Westen schauen, gilt der Sonnenuntergang als schönster Moment des Tages.
Die Brutsaison der Seevögel reicht etwa von April bis Juli. In dieser Zeit sind die Felsbänder dicht besetzt, und mit etwas Glück sehen Sie Papageientaucher an den grasbewachsenen Hängen oberhalb der Felswand. Juli und August bringen die meisten Besucher, dafür sind die Tage lang und das Besucherzentrum bis in den Abend geöffnet. Mai, Juni und September sind ein guter Kompromiss aus Licht, Temperatur und Ruhe.
Das Wetter an der Westküste wechselt schnell. Nebel und tiefe Wolken können die Klippen selbst im Sommer für Stunden verschlucken, während es wenige Kilometer landeinwärts sonnig ist. Planen Sie daher etwas Spielraum ein und schauen Sie morgens auf die Webcam oder die Vorhersage. Wind ist an der Kante fast immer stärker als auf dem Parkplatz, eine winddichte Jacke gehört auch im Juli ins Gepäck. Wie sich Temperatur und Niederschlag über das Jahr verteilen, zeigt unsere Seite zum Klima in Irland.
Lohnt sich eine Bootstour unter den Klippen?
Ja, vor allem bei ruhiger See: Erst vom Wasser aus wird die ganze Höhe der Felswand begreifbar, und die Vogelkolonien lassen sich aus nächster Nähe beobachten. Die Boote starten am Pier von Doolin.
In der Saison, etwa vom Frühjahr bis in den Herbst, bieten mehrere Fährgesellschaften in Doolin einstündige Fahrten entlang der Klippen an. Beliebt sind Kombitickets, die die Klippenfahrt mit einem Ausflug auf Inis Oírr verbinden, die kleinste der Aran Islands, die von Doolin aus am schnellsten erreichbar ist. Auf der Insel warten Steinmauern, ein kleiner Leuchtturm, das Wrack der Plassy am Ufer und ruhige Wege, die sich gut mit dem Fahrrad erkunden lassen.
Ob ein Boot fährt, entscheidet allein das Wetter. Bei starkem Seegang fallen Fahrten kurzfristig aus, und auch bei Fahrbetrieb kann die Dünung empfindlichen Mägen zusetzen. Buchen Sie deshalb flexibel und planen Sie die Bootstour nicht für den letzten Tag Ihres Aufenthalts.
Was kann man in Doolin, Lisdoonvarna und im Burren unternehmen?
Doolin ist der beste Standort für mehrere Tage an den Klippen: ein kleiner Ort mit traditioneller Livemusik in den Pubs, Fähren zu den Aran Islands und der Doolin Cave. Landeinwärts beginnt der Burren, eine der ungewöhnlichsten Landschaften Irlands.
Die Doolin Cave liegt rund 200 Meter tief im Kalkstein und beherbergt den Great Stalactite, einen 7,3 Meter langen, frei hängenden Tropfstein, den größten seiner Art in Europa. Im Ort selbst spielt sich der Abend in den Pubs ab, in denen fast täglich Sessions mit Fiddle, Flöte und Bodhrán stattfinden. Für Übernachtungen eignen sich Doolin, das wenige Kilometer landeinwärts gelegene Lisdoonvarna oder das lebhaftere Lahinch mit seinem langen Surfstrand. Viele Gastgeber an der Küste vermieten Zimmer im Stil eines klassischen Bed and Breakfast; im Juli und August sollten Sie früh reservieren.
Lisdoonvarna war im 19. Jahrhundert ein beliebter Kurort mit Mineralquellen. Bekannt ist der Ort heute vor allem für sein Matchmaking Festival im September, das aus der Tradition hervorging, nach der Ernte Ehen anzubahnen, und inzwischen ein großes Musik- und Tanzfest ist. Der Burren selbst ist eine weite Karstlandschaft aus grauen Kalksteinplatten, zwischen denen im Frühjahr Enziane, Orchideen und Silberwurz blühen. Dolmen wie Poulnabrone, Höhlen wie die Aillwee Cave und zahlreiche Wanderwege machen ihn zu einem lohnenden Ziel für einen zweiten Tag. Ganz im Süden der Region lockt Loop Head mit Leuchtturm und weiten Blicken auf die Shannon-Mündung.
Häufige Fragen zu den Cliffs of Moher
Wie viel Zeit sollte man für die Cliffs of Moher einplanen?
Für Besucherzentrum, Aussichtswege und O’Brien’s Tower reichen zwei bis drei Stunden. Mit einer geführten Wanderung ab Doolin oder einer Bootsfahrt wird daraus ein halber bis ganzer Tag. Wer den Burren dazunimmt, sollte eine Übernachtung in der Region einplanen.
Kann man die Cliffs of Moher kostenlos besuchen?
Der Zugang über das Besucherzentrum ist kostenpflichtig, im Ticket sind Parken, Ausstellung und O’Brien’s Tower enthalten. Kinder unter zwölf Jahren sind in Begleitung der Eltern frei. Der Küstenweg von Doolin aus ist zwar frei zugänglich, derzeit aber nur bis zum Surfers Path geöffnet.
Sind die Cliffs of Moher gefährlich?
Auf den befestigten Wegen am Besucherzentrum ist der Besuch sicher. Gefährlich wird es abseits davon: Die Kante bricht senkrecht ab, ist teils unterspült und bei Wind sehr exponiert. Bleiben Sie hinter Mauern und Absperrungen und respektieren Sie gesperrte Abschnitte.
Wo sieht man an den Cliffs of Moher Papageientaucher?
Papageientaucher brüten etwa von April bis Juli an den Klippen, vor allem an grasigen Hängen und Felsbändern in der Nähe der Aussichtsplattformen. Ein Fernglas hilft, im Besucherzentrum können Sie eines leihen. Noch näher kommen Sie den Vögeln bei einer Bootsfahrt ab Doolin.
Lohnt sich ein Besuch bei Regen?
Leichter Regen und tief ziehende Wolken können sehr stimmungsvoll sein, dichter Nebel nimmt dagegen jede Sicht. Wenn möglich, warten Sie ein Wetterfenster ab; die Ausstellung im Besucherzentrum überbrückt die Zeit. Oft klart es an der Küste innerhalb weniger Stunden auf.
Die Klippen als Etappe der Küstenroute
Die Cliffs of Moher sind einer der Höhepunkte des Wild Atlantic Way. Wer weiterfahren möchte, findet bei uns Route, Abschnitte und Etappenvorschläge.
Passend dazu: Weiter nördlich lohnt die Fahrt durch die Bergwelt von Connemara, ein guter Ausgangspunkt ist die Studentenstadt Galway. Offizielle Informationen zum Besuch bietet Discover Ireland.