Religion

In Irland ist mit beinahe 90% der überwältigende Teil der Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche zugehörig. Der katholische Glaube hat auf der Insel dabei eine weit zurückreichende Geschichte: Als Religionsstifter gilt der Heilige Patrick, über dessen Herkunft und Wirken zahlreiche Legenden kursieren. Sein Todestag ist der Nationalfeiertag der Iren und wird von diesen noch immer alljährlich am 17. März als St. Patrick`s Day gefeiert. Bekannt ist Irland für seine zahlreichen Klöster, deren Entstehung auf eine große Mönchstradition zurückzuführen ist. Von hier brachen viele Missionare zum europäischen Festland auf und führten zu einer Verbreitung des christlichen Glaubens. Einige religiöse Bräuche, Handlungen und Feierlichkeiten, welche sich auf eine irische Entstehung zurückführen lassen, sind mittlerweile in der ganzen Welt bekannt. Hierzu gehört nicht zuletzt Halloween, welches ursprünglich heidnische Wurzeln hatte, von den katholischen Iren aber übernommen und weiterhin gefeiert wurde. Mit den zahlreichen Auswanderern gelangte das Fest in die Vereinigten Staaten, wo es ebenfalls bald zum allgemeinen Brauchtum wurde.

Die Ausübung der römisch-katholischen Religion wurde über viele Jahrhunderte durch den Machtanspruch Englands gefährdet, der unter anderem durch das dauerhafte Bestreben gekennzeichnet war, auch in Irland die anglikanische Church of England zu etablieren. Die Autonomiebemühungen, die im irischen Unabhängigkeitskrieg 1919-1921 gipfelten, führten schließlich zur Teilung der Insel in das unabhängige Irland und das zum Empire gehörende Nordirland. Die Bevölkerung Nordirlands entwickelte sich in den nächsten Jahren zu einem heterogenen Gemisch aus alteingesessenen Iren und hinzugezogenen Siedlern, die zum größten Teil aus Schottland und England stammten und dem protestantischen Glauben anhingen. Das Aufeinanderprallen der beiden Glaubensrichtungen führte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Ausbruch des blutigen Nordirlandkonflikts, in dessen Verlauf über 4.000 Menschen getötet wurden und der erst in den letzten Jahren mühsam befriedet werden konnte. Der Religionskonflikt entbrannte letztlich aber nicht nur aufgrund eines Spannungsverhältnisses von katholischer und anglikanischer Kirche. Zündstoff lag vor allem im Zusammentreffen von ursprünglichen Siedlern und Kolonisten, die sich auch in sozialer, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht als gegensätzlich empfanden.