Tipperary

County Tipperary im Süden Irlands ist das größte Binnen-County der Insel und ein Land der Burgen: Hier stehen der Rock of Cashel, Cahir Castle mit dem Swiss Cottage und die Holycross Abbey. Dazu kommen die Galtee Mountains mit dem Glen of Aherlow, der Lough Derg und die Städte Clonmel und Nenagh.

Tipperary liegt im Herzen der Provinz Munster, umgeben von Bergketten: im Süden Galtees und Knockmealdowns, im Osten der Slievenamon, im Nordwesten die Arra Mountains am Lough Derg. Dazwischen erstreckt sich das fruchtbare „Golden Vale“, eines der besten Weideländer Irlands. Auf dieser Seite stellen wir das ganze County vor, mit den großen Sehenswürdigkeiten, den Wandergebieten und den beiden Verwaltungsstädten Clonmel im Süden und Nenagh im Norden. Viele weitere Burgen der Insel finden Sie in unserer Übersicht der Burgen und Schlösser in Irland.

County Tipperary Basisdaten

Flagge:
Provinz:
County Town:
Irischer Name:
Fläche:
Einwohner:
Kfz-Kennzeichen:
Tipperary Flagge
Munster
Clonmel / Nenagh
Tiobraid Árann
4.305 km²
ca. 168.000
T (vor 2014 TN / TS)
Lage des County

Karte County Tipperary
LageSüden der Republik Irland, Provinz Munster, im Binnenland zwischen Lough Derg im Nordwesten und den Comeragh Mountains im Süden
Größte OrteClonmel (ca. 18.400 Einw.), Nenagh (ca. 9.900), Thurles (ca. 8.200), Carrick-on-Suir, Roscrea (Zensus 2022)
Höchster BergGaltymore, ca. 918 m, in den Galtee Mountains
HöhepunkteRock of Cashel, Cahir Castle und Swiss Cottage, Holycross Abbey, Glen of Aherlow, Lough Derg, Nenagh Castle
AnreiseAutobahn M8 Dublin–Cork über Cashel und Cahir; Bahn Dublin–Cork mit Halt in Thurles; Flughafen Shannon ca. eine Stunde von Nenagh
Eintritt Rock of Cashelca. 8 Euro für Erwachsene (Stand 2026)
Zeitbedarfzwei bis drei Tage, mit Wanderungen oder Lough Derg vier bis fünf

Was macht County Tipperary als Reiseziel aus?

Tipperary ist das Irland abseits der Küste: grüne Weiden, Gestüte, Flusstäler und Bergzüge, dazwischen Burgen und Klosterruinen in großer Zahl. Mit gut 4.300 Quadratkilometern ist es eines der größten Counties Irlands, aber mit rund 168.000 Einwohnern dünn besiedelt. Bis 2014 war es in die Verwaltungsbezirke North Tipperary und South Tipperary geteilt, die dann zu einem County Council zusammengelegt wurden; Ämter gibt es bis heute in Clonmel und in Nenagh.

Der Fluss Suir durchzieht das County von Norden nach Süden und verbindet Thurles, Holycross, Cahir, Clonmel und Carrick-on-Suir. Im Nordwesten grenzt Tipperary an den Lough Derg, den großen See des Shannon. So bietet das County zwei sehr verschiedene Reisegebiete: den geschichtsträchtigen Süden mit Cashel und Cahir und den wasserreichen Norden mit Nenagh und den Seedörfern.

Tipperary ist außerdem eine Hochburg des irischen Sports. In Thurles wurde 1884 im Hayes Hotel die Gaelic Athletic Association gegründet, und die Hurling-Mannschaft des County gehört zu den erfolgreichsten des Landes. Wer ein Spiel im Semple Stadium in Thurles erlebt, versteht schnell, wie tief die Leidenschaft sitzt; mehr dazu auf unserer Seite zum Sport in Irland. Weltbekannt wurde der Name durch das Lied „It’s a Long Way to Tipperary“, das im Ersten Weltkrieg zum Marschlied britischer Soldaten wurde.

Was erwartet Sie am Rock of Cashel und in der Holycross Abbey?

Der Rock of Cashel ist ein Kalksteinfelsen über der Stadt Cashel, auf dem eine der eindrucksvollsten mittelalterlichen Anlagen Irlands steht. Er war jahrhundertelang Sitz der Könige von Munster; im Jahr 1101 schenkte König Muirchertach Ua Briain den Felsen der Kirche.

Der Legende nach bekehrte der heilige Patrick hier den König Aenghus, und Brian Boru soll 978 in Cashel gekrönt worden sein. Auf dem Plateau drängen sich ein Rundturm, ein Hochkreuz, die romanische Cormac’s Chapel mit seltenen Wandmalereien, eine gotische Kathedrale ohne Dach, die Halle der Vikare und ein Turmhaus aus dem 15. Jahrhundert. Die Cormac’s Chapel ist nur mit Führung zugänglich; die begrenzten Tickets gibt es ausschließlich vor Ort. Im Sommerhalbjahr ist die Anlage täglich etwa von 9 bis 17.30 Uhr geöffnet, im Winter bis 16.30 Uhr; der Eintritt kostet ca. 8 Euro (Stand 2026). Weil der Felsen sehr exponiert liegt, kann er bei Sturm kurzfristig schließen. Aktuelle Hinweise gibt Heritage Ireland (OPW) zum Rock of Cashel.

Zu Füßen des Felsens liegen auf einer Wiese die frei zugänglichen Ruinen von Hore Abbey, einem Zisterzienserkloster aus dem 13. Jahrhundert, von dem aus Sie den schönsten Blick auf den Rock haben. Rund 15 Kilometer nördlich steht am Ufer des Suir die Holycross Abbey. Das Zisterzienserkloster wurde 1169 vom König von Thomond, Domnall Mór Ua Briain, gegründet und bewahrt eine Reliquie des Heiligen Kreuzes, die ihm den Namen gab. Jahrhundertelang war Holycross ein wichtiger Wallfahrtsort. Nach langer Zeit als Ruine wurde die Abtei im 20. Jahrhundert restauriert und dient heute wieder als Kirche.

Tipp: Früh oder spät kommen. Reisebusse erreichen den Rock of Cashel meist am späten Vormittag. Wer zur Öffnung um neun Uhr da ist, erwischt leichter einen Platz in der Führung durch die Cormac’s Chapel.

Was gibt es in Cahir mit Castle und Swiss Cottage zu sehen?

Cahir, etwa 18 Kilometer südlich von Cashel, besitzt eine der größten und am besten erhaltenen Burgen Irlands. Cahir Castle wurde im 13. Jahrhundert auf einer Felsinsel im Suir errichtet und war die Festung der mächtigen Familie Butler.

Die Burg galt als nahezu uneinnehmbar, bis der Earl of Essex sie 1599 mit schwerer Artillerie eroberte; während der Konföderationskriege im 17. Jahrhundert wurde sie noch zweimal belagert. Mit Bergfried, Höfen, Wehrgängen und Fallgitter wirkt sie wie aus dem Bilderbuch und diente als Drehort für Filme wie „Excalibur“ und die Serie „Die Tudors“. Die Burg ist ganzjährig geöffnet, außer zwischen Weihnachten und Ende Dezember; der Eintritt kostet ca. 5 Euro für Erwachsene (Stand 2026).

Etwa zwei Kilometer südlich der Stadt, erreichbar über einen Spazierweg am Fluss, steht das Swiss Cottage. Das reetgedeckte Landhaus entstand Anfang des 19. Jahrhunderts für Richard Butler, den ersten Earl of Glengall, wahrscheinlich nach Plänen des Londoner Architekten John Nash. Es ist ein „Cottage orné“, eine romantisierte Version eines ländlichen Hauses, in dem die Adelsfamilie das einfache Leben spielte. Innen ist es nur mit Führung für höchstens zwölf Personen zu sehen; die Saison 2026 läuft von Mitte März bis Anfang November, der Eintritt kostet ca. 5 Euro (Stand 2026).

Von Cahir aus lohnen zwei weitere Ziele: die Mitchelstown Cave bei Burncourt, eine Tropfsteinhöhle mit großen Hallen, und weiter im Osten bei Carrick-on-Suir das Ormond Castle, ein elisabethanisches Herrenhaus der Butlers. Südlich davon stehen bei Ahenny zwei frühmittelalterliche Hochkreuze mit reichem Flechtwerk, die zu den ältesten Irlands gezählt werden.

Wo wandert man in Tipperary am besten?

Das beliebteste Wandergebiet ist der Glen of Aherlow zwischen den Galtee Mountains und dem bewaldeten Höhenzug Slievenamuck, südwestlich der Stadt Tipperary. Von der Christ-the-King-Statue oberhalb des Tals überblicken Sie die gesamte Bergkette; mehrere markierte Rundwege beginnen hier und im Dorf Lisvarrinane.

Die Galtees sind das höchste Binnengebirge Irlands. Ihr höchster Gipfel, der Galtymore, erreicht rund 918 Meter. Die klassische Tour führt über den Kamm mit Blick auf mehrere Karseen, darunter der Lough Muskry, ein von Gletschern ausgeschürfter See unter steilen Felswänden. Die Wege oberhalb der Waldgrenze sind oft unmarkiert und bei Nebel anspruchsvoll, Karte und Kompass gehören in den Rucksack.

Weitere Gebiete sind die Knockmealdown Mountains an der Grenze zu Waterford, durch die eine Passstraße, der „Vee“, mit spektakulärem Blick über das Tal führt; im Frühsommer blühen dort die Rhododendren. Bei Clonmel erhebt sich der markante Slievenamon, ein Berg voller Sagen, und im Norden bietet der Devil’s Bit bei Templemore eine kurze, lohnende Aussichtswanderung. Am Lough Derg verläuft der Lough Derg Way. Ideen für längere Touren finden Sie bei unseren Wanderreisen in Irland.

Tipp: Rundwege im Glen of Aherlow. Für einen ersten Eindruck reicht einer der markierten Rundwege am Slievenamuck. Sie sind einfacher als die Gipfeltouren in den Galtees und bieten trotzdem den schönsten Blick auf die Berge.

Was bietet Clonmel am Fluss Suir?

Clonmel ist mit rund 18.400 Einwohnern die größte Stadt des County und einer der beiden Verwaltungssitze. Sie liegt im Tal des Suir, überwiegend am Nordufer, mit den Comeragh Mountains im Süden und dem Slievenamon im Nordosten.

Die Stadt hat eine bewegte Geschichte. 1650 leistete sie Oliver Cromwell erbitterten Widerstand und ergab sich erst, nachdem die Garnison nachts abgezogen war. Reste der mittelalterlichen Stadtmauer sind an der Old St Mary’s Church erhalten, das West Gate über der O’Connell Street ist eine Rekonstruktion aus dem 19. Jahrhundert. Die Main Guard, ein ehemaliges Gerichts- und Verwaltungsgebäude aus dem 17. Jahrhundert, beherbergt eine Ausstellung zur Stadtgeschichte. Das Tipperary Museum of Hidden History erzählt die Geschichte des ganzen County.

In Clonmel wurde 1713 der Schriftsteller Laurence Sterne geboren, und von hier aus baute der Italiener Charles Bianconi im 19. Jahrhundert ein Netz von Pferdekutschenlinien auf. Bekannt ist die Stadt heute auch als Heimat des Cidre Bulmers, der außerhalb Irlands als Magners verkauft wird. Am Fluss lädt ein ebener Uferweg zu Spaziergängen und Radtouren ein, der Treidelpfad nach Carrick-on-Suir gehört zum Suir Blueway. Auf der Rennbahn Powerstown Park finden Pferderennen statt.

Was gibt es in Nenagh und am Lough Derg?

Nenagh ist mit rund 9.900 Einwohnern der Hauptort im Norden des County. Wahrzeichen ist der runde Bergfried von Nenagh Castle, über 30 Meter hoch und einer der schönsten seiner Art in Irland.

Theobald Walter, Stammvater der Familie Butler, begann den Bau um 1200, sein Sohn vollendete ihn um 1220. Die Zinnen und das obere Fensterband kamen erst 1861 hinzu. Nach einer Sanierung zwischen 2009 und 2013 ist die Burg für Besucher geöffnet. Ganz in der Nähe, im ehemaligen Gefängnis, im Haus des Direktors und im Torhaus, ist das Nenagh Heritage Centre untergebracht. Sehenswert ist auch die Ruine des Franziskanerklosters aus dem 13. Jahrhundert. Im Oktober lockt das Festival Spleodar Besucher in die Stadt.

Nur wenige Kilometer westlich beginnt der Lough Derg, der größte der drei Shannon-Seen und drittgrößte See Irlands, den sich Tipperary mit Clare und Galway teilt. Am Tipperary-Ufer liegen die hübschen Seedörfer Dromineer, Garrykennedy und Terryglass mit kleinen Häfen, Pubs und Restaurants, im Süden Ballina gegenüber von Killaloe. Hier können Sie Boote mieten, Kajak fahren, angeln oder auf dem Lough Derg Way am Ufer wandern. Mehr zu Fluss und Hausbootrevier lesen Sie auf unserer Seite zum Shannon.

Wie reist man nach Tipperary und wann ist die beste Zeit?

Tipperary liegt verkehrsgünstig zwischen Dublin, Cork und Limerick. Über die Autobahn M8 erreichen Sie Cashel und Cahir von Dublin aus in etwa eineinhalb bis zwei Stunden, Nenagh liegt an der M7 Richtung Limerick. Der Flughafen Shannon ist rund eine Stunde von Nenagh entfernt, der Flughafen Cork etwa eine Stunde von Cahir.

Mit der Bahn fahren Sie auf der Strecke Dublin–Cork bis Thurles oder Limerick Junction; die Nebenstrecke Limerick–Waterford hält in Tipperary Town, Cahir, Clonmel und Carrick-on-Suir, allerdings nur wenige Male am Tag. Expressbusse zwischen Dublin und Cork halten in Cashel und Cahir. Für Wanderungen, die Seedörfer und kleinere Klöster ist ein Mietwagen trotzdem die beste Wahl.

Die angenehmste Reisezeit ist von Mai bis September, wenn das Swiss Cottage geöffnet ist und die Tage lang sind. Für Bergtouren eignen sich auch April und Oktober, sofern das Wetter stabil ist. Im Winter haben die großen Stätten wie Rock of Cashel und Cahir Castle mit kürzeren Zeiten geöffnet. Tipperary lässt sich gut mit den Nachbarstädten Kilkenny und Limerick zu einer Rundreise verbinden.

Häufige Fragen zu County Tipperary

Was ist die Hauptstadt von County Tipperary?

Tipperary hat zwei Verwaltungssitze: Clonmel im Süden, mit rund 18.400 Einwohnern die größte Stadt, und Nenagh im Norden. Die Stadt Tipperary selbst ist dagegen ein kleinerer Marktort.

Wie viel kostet der Eintritt zum Rock of Cashel?

Erwachsene zahlen ca. 8 Euro, Senioren ca. 6 Euro, Familien ca. 20 Euro (Stand 2026). Die Führung durch die Cormac’s Chapel ist begrenzt und wird nur vor Ort vergeben.

Wie weit ist es von Cashel nach Cahir?

Etwa 18 Kilometer über die M8, also rund eine Viertelstunde mit dem Auto. Rock of Cashel, Cahir Castle und das Swiss Cottage lassen sich gut an einem Tag besuchen.

Was ist der höchste Berg in Tipperary?

Der Galtymore in den Galtee Mountains mit rund 918 Metern. Die Galtees gelten als höchstes Binnengebirge Irlands.

Lohnt sich der Lough Derg für einen Urlaub?

Ja, vor allem für Bootsfahrer, Angler und Wanderer. Die Seedörfer am Tipperary-Ufer sind ruhig, haben gute Pubs und Restaurants und sind ein guter Standort für einige entspannte Tage.

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Passend dazu: unsere Übersicht aller irischen Counties, die Nachbarstadt Waterford und Tipps zu Mietwagen in Irland.

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