Mayo

County Mayo im Nordwesten Irlands, Provinz Connacht, ist die Grafschaft der Pilger, Inseln und Moore: mit dem heiligen Berg Croagh Patrick über Westport, Achill Island, dem Radweg Great Western Greenway, den steinzeitlichen Céide Fields und dem Wallfahrtsort Knock. Kreisstadt ist Castlebar, bekannt für das Museum zum irischen Landleben.

Mayo ist die drittgrößte Grafschaft Irlands und eine der ursprünglichsten. An der zerklüfteten Atlantikküste wechseln Buchten, Klippen und Sandstrände, im Inland liegen große Seen wie Lough Mask und Lough Conn, im Nordwesten weite Hochmoore. Die Grafschaft hat in der Großen Hungersnot besonders gelitten, und viele Familien in Amerika und Großbritannien haben hier ihre Wurzeln. Diese Seite bündelt das County mit seinen beiden größten Städten Castlebar und Ballina sowie dem beliebten Westport. Mayo ist zugleich eine der schönsten Strecken am Wild Atlantic Way an Irlands Atlantikküste.

County Mayo Basisdaten

Flagge:
Provinz:
County Town:
Irischer Name:
Fläche:
Einwohner:
Kfz-Kennzeichen:
Mayo Flagge
Connacht
Castlebar
Maigh Eo
5.588 km²
ca. 137.000
MO
Lage des County

Karte County Mayo
LageNordwesten der Republik Irland, Provinz Connacht, zwischen Killala Bay im Norden und Killary Harbour an der Grenze zu Galway im Süden
Größte OrteCastlebar (ca. 13.100 Einw.), Ballina (ca. 10.600), Westport (ca. 6.900); County rund 137.000 (Zensus 2022, CSO)
Höchster BergMweelrea, 814 m; bekanntester Berg ist der Croagh Patrick (764 m)
AnreiseIreland West Airport Knock; Bahn ab Dublin Heuston nach Westport, Castlebar und Ballina
HöhepunkteWestport, Croagh Patrick, Achill Island, Great Western Greenway, Céide Fields, Knock, Museum in Turlough Park
SpracheEnglisch; Gaeltacht-Gebiete in Erris, auf Achill und um Tourmakeady
Zeitbedarfmindestens drei Tage, mit Achill und Nord-Mayo eine Woche

Was macht County Mayo als Reiseziel aus?

Mayo verbindet auf rund 5.600 Quadratkilometern spektakuläre Küste, Pilgertradition und Zeugnisse aus 6.000 Jahren Geschichte, und das bei vergleichsweise wenig Andrang. Wer Ruhe, Weite und Natur sucht, ist hier besser aufgehoben als in den bekannteren Grafschaften des Südwestens.

Die Landschaft ist dreigeteilt. Im Westen prägen Berge wie Mweelrea (814 m), die Nephin Beg Range und der Croagh Patrick das Bild, dazwischen liegen Moore und die Inseln der Clew Bay. Der Norden mit der Halbinsel Erris ist von Hochmoor, Klippen und einsamen Stränden bestimmt; hier liegt auch der Wild Nephin National Park bei Ballycroy, einer der größten zusammenhängenden Moorlandschaften Europas. Der Osten ist flacher und landwirtschaftlich geprägt. Große Seen wie Lough Mask, Lough Carra und Lough Conn sind bei Anglern beliebt.

Die Geschichte ist überall gegenwärtig. Die Große Hungersnot von 1845 bis 1849 traf Mayo besonders hart, weil fast die gesamte Bevölkerung von der Kartoffel abhing; viele Menschen starben oder wanderten aus. In der Grafschaft wurde 1879 auch die Land League gegründet, die für die Rechte der Pächter kämpfte. Bis heute sprechen Menschen in mehreren Gaeltacht-Gebieten Irisch; zusammen bilden sie die drittgrößte irischsprachige Region des Landes.

Was bietet Westport und wie besteigt man den Croagh Patrick?

Westport ist der touristische Mittelpunkt Mayos: eine geplante georgianische Kleinstadt an der Clew Bay mit Lindenallee am Fluss, vielen Pubs und Restaurants. Den Croagh Patrick (764 m) besteigen Sie vom Dorf Murrisk aus, rund acht Kilometer westlich der Stadt, in etwa drei bis vier Stunden hin und zurück.

Die Stadt entstand im 18. Jahrhundert auf Initiative der Familie Browne, deren Herrenhaus Westport House mit seinen Gärten und Freizeitangeboten am Stadtrand liegt; das Anwesen firmiert heute als Westport Estate. Das Zentrum gruppiert sich um den achteckigen Platz The Octagon und die baumbestandene Mall am Carrowbeg River. Abends ist Westport für Livemusik in den Pubs bekannt.

Der Croagh Patrick, von den Einheimischen nur „The Reek“ genannt, ist Irlands heiliger Berg. Der Überlieferung nach fastete hier der heilige Patrick 40 Tage lang. Am letzten Sonntag im Juli, dem Reek Sunday, steigen Tausende Pilger auf den Gipfel, manche traditionell barfuß. Insgesamt zählt man bis zu 40.000 Besteigungen im Jahr. Oben steht eine kleine Kapelle, die 1905 geweiht wurde. Der Weg ist im oberen Teil steil und mit losem Geröll bedeckt, feste Wanderschuhe und Stöcke sind dringend zu empfehlen. Belohnt werden Sie mit einem Blick über die Clew Bay mit ihren unzähligen kleinen Inseln, alten Gletscherhügeln, die halb im Meer versunken sind.

Am Fuß des Berges in Murrisk erinnert das National Famine Memorial, die Bronzeskulptur eines „Sargschiffs“ mit Skeletten in der Takelage, an die Opfer der Hungersnot und die Auswanderer auf den überfüllten Schiffen. Gegenüber liegt die Ruine der Augustinerabtei Murrisk Abbey.

Tipp: Früh losgehen. Starten Sie am Croagh Patrick möglichst am Morgen. Der Gipfel liegt nachmittags oft in Wolken, und für den Abstieg über das Geröll brauchen viele länger als für den Aufstieg.

Wie erleben Sie Achill Island?

Achill ist die größte Insel Irlands und über die Michael-Davitt-Brücke bei Achill Sound mit dem Festland verbunden, Sie fahren also einfach mit dem Auto hinüber. Auf rund 148 Quadratkilometern warten Sandbuchten wie Keem Bay, hohe Klippen, Moore und ein verlassenes Dorf.

Die Insel hat rund 2.300 Einwohner (Zensus 2022), etwa die Hälfte des Gebiets gehört zur Gaeltacht. Die schönste Strecke ist der Atlantic Drive im Süden mit Blick auf Klippen und Buchten. Ganz im Westen liegt Keem Bay, eine geschützte Bucht mit hellem Sand und klarem, türkisfarbenem Wasser am Fuß des Croaghaun. Dessen Klippen, mit 688 Metern der höchste Punkt der Insel, gehören zu den höchsten Meeresklippen Europas und sind nur zu Fuß erreichbar. Weitere Strände finden Sie in Keel, Dooega und Dugort.

Am Südhang des Slievemore liegt das Deserted Village, die Reste von rund 80 bis 100 Steinhäusern. Die Bewohner verließen das Dorf in den 1850er Jahren, danach nutzten Familien es bis in die 1940er Jahre als Sommerweide im sogenannten Booleying. Deutsche Besucher kennen Achill oft aus Heinrich Bölls „Irischem Tagebuch“ (1957): Der Schriftsteller verbrachte viele Sommer auf der Insel, sein früheres Haus in Dugort dient heute Künstlern als Arbeitsort.

Wie radelt man den Great Western Greenway?

Der Great Western Greenway ist ein rund 42 Kilometer langer, autofreier Rad- und Wanderweg von Westport über Newport und Mulranny nach Achill. Er verläuft auf der Trasse einer 1937 stillgelegten Bahnlinie und ist deshalb fast eben, ideal auch für Familien und Gelegenheitsradler.

Der erste Abschnitt zwischen Newport und Mulranny wurde 2010 eröffnet, die ganze Strecke im Juli 2011. Seitdem hat sich der Greenway zu einem der beliebtesten Radwege Irlands entwickelt. Die Route führt an der Clew Bay entlang, über alte Steinbrücken und durch Moorland, immer wieder mit Blick auf den Croagh Patrick und die Inseln. Der schönste Abschnitt für viele ist der zwischen Mulranny und Achill Sound mit weiten Ausblicken über die Bucht.

In Westport, Newport, Mulranny und Achill gibt es Fahrradverleiher, auch mit E-Bikes, die meist einen Rücktransport per Shuttlebus anbieten. Sie müssen die Strecke also nur in eine Richtung fahren. Für die gesamte Route sollten Sie einen Tag einplanen, Teilstrecken wie Newport–Mulranny (rund 18 Kilometer) sind in zwei bis drei Stunden gut machbar. Mehr Routen für aktive Urlauber finden Sie bei unseren Wanderreisen in Irland.

Was zeigen die Céide Fields und was bietet Ballina am Moy?

Die Céide Fields an der Nordküste sind das ausgedehnteste steinzeitliche Monument der Welt: fast 6.000 Jahre alte Felder mit Steinmauern, die unter dem Hochmoor erhalten blieben und als ältestes bekanntes Feldsystem gelten. Ballina, gut 30 Kilometer östlich, ist die Stadt der Lachsangler am River Moy.

Die Bauern der Jungsteinzeit teilten hier das Land mit langen Steinmauern in Felder, Weiden und Hofstellen. Später wuchs das Moor über die Anlagen und konservierte sie. Archäologen verfolgten den Verlauf der Mauern im Torf mit langen Eisenstangen, im Gelände sind einzelne freigelegte Abschnitte zu sehen; das Besucherzentrum erklärt das mit Ausstellung und Führungen. Es liegt acht Kilometer westlich von Ballycastle an der R314, direkt an einer 110 Meter hohen Klippe mit Aussichtsplattform. Geöffnet ist 2026 vom 12. März bis 4. November täglich von 10 bis 18 Uhr, Erwachsene zahlen ca. 5 € (Stand 2026). Aktuelle Informationen bietet Heritage Ireland zu den Céide Fields.

Östlich davon, bei Ballycastle, liegt Downpatrick Head mit dem Felsturm Dún Briste, der sich einst vom Festland gelöst hat. Weiter östlich mündet der Moy in die fjordartige Killala Bay. Hier liegt Ballina, mit rund 10.600 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des County. Der Moy gilt als einer der besten Lachsflüsse Europas, mitten in der Stadt angeln Fliegenfischer in den bekannten Pools unterhalb der Brücken; Angelscheine und Fanglizenzen sind Pflicht. Ballina ist auch die Heimatstadt von Mary Robinson, der ersten Präsidentin Irlands. Sehenswert sind die St Muredach’s Cathedral am Flussufer und in der Umgebung die Klosterruinen von Moyne Abbey und Rosserk Friary an der Killala Bay. Südlich der Stadt liegt der Lough Conn. Alles zum Angeln auf Lachs, Forelle und Hecht lesen Sie auf unserer Seite zum Angelurlaub in Irland.

Was gibt es in Castlebar und Knock zu sehen?

Castlebar ist die Kreisstadt und mit rund 13.100 Einwohnern die größte Stadt Mayos. Wichtigstes Ziel ist das National Museum of Ireland in Turlough Park, das irische Landleben zwischen 1850 und 1950 zeigt. Knock im Osten ist einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte Europas.

Castlebar liegt am kleinen Lough Lannagh und ist Verwaltungs- und Einkaufszentrum der Grafschaft. Bekannt wurde die Stadt 1798, als französische Truppen unter General Humbert gemeinsam mit irischen Aufständischen eine überlegene britische Armee in die Flucht schlugen; die überstürzte Flucht ging als „Races of Castlebar“ in die Geschichte ein. Die älteste Kirche der Stadt ist die Christ Church aus dem 18. Jahrhundert.

Das Museum in Turlough Park, etwa acht Kilometer nordöstlich, eröffnete 2001 als Zweigstelle des Nationalmuseums. In einem modernen Bau zeigt es Werkzeuge, Möbel, Kleidung, Boote und Alltagsgegenstände aus den Dörfern Irlands und erzählt, wie Menschen auf dem Land lebten, arbeiteten und feierten. Zum Gelände gehören das viktorianische Herrenhaus Turlough Park House, Gärten und ein Rundturm. Der Eintritt ist frei; geöffnet ist dienstags bis samstags von 10 bis 17 Uhr, sonntags und montags von 13 bis 17 Uhr (Stand 2026).

In Knock berichteten am 21. August 1879 fünfzehn Menschen von einer Marienerscheinung an der Giebelwand der Dorfkirche. Seither ist der Ort ein Wallfahrtsziel mit Basilika, Gedenkkapelle und Museum; Papst Johannes Paul II. kam 1979, Papst Franziskus 2018. Auf halbem Weg zwischen Castlebar und Ballinrobe lohnt die Ballintubber Abbey einen Halt, eine Abteikirche aus dem 13. Jahrhundert, in der seit ihrer Gründung Gottesdienste gefeiert werden.

Wann reisen Sie am besten nach Mayo und wie kommen Sie hin?

Die beste Reisezeit sind Mai bis September; dann sind die Céide Fields geöffnet, die Tage lang und die Strände von Achill am schönsten. Anreisen können Sie bequem über den Ireland West Airport Knock oder mit der Bahn ab Dublin.

Der Flughafen Knock liegt im Osten der Grafschaft und hatte 2025 mit rund 946.000 Passagieren sein bisher stärkstes Jahr; es gibt Verbindungen nach Großbritannien und in einige europäische Städte. Die Bahn fährt von Dublin Heuston nach Westport und Castlebar, Ballina ist über einen Umstieg in Manulla Junction angebunden. Für Achill, Nord-Mayo und die Küste brauchen Sie einen Mietwagen in Irland, ein Fahrrad oder eine geführte Tour, da Busse abseits der Städte nur selten fahren.

Ein guter Standort für die erste Hälfte des Aufenthalts ist Westport, für den Norden Ballina oder Ballycastle. Planen Sie mindestens drei Tage ein: einen für Westport und den Croagh Patrick, einen für den Greenway und Achill, einen für die Céide Fields und die Nordküste. Südlich der Grafschaft beginnt die Landschaft von Connemara, nördlich liegt das County Sligo. Weitere Anregungen bietet Discover Ireland zu Mayo.

Häufige Fragen zu County Mayo

Was ist die Hauptstadt von County Mayo?

Kreisstadt und größte Stadt ist Castlebar mit rund 13.100 Einwohnern. Touristisch bedeutender ist Westport an der Clew Bay, die zweitgrößte Stadt ist Ballina am River Moy.

Wie lange dauert die Besteigung des Croagh Patrick?

Für Auf- und Abstieg von Murrisk sollten Sie drei bis vier Stunden einplanen. Der obere Teil ist steil und geröllig, gute Schuhe sind wichtig. Bei Nebel oder Sturm verschieben Sie den Aufstieg besser.

Ist Achill Island eine echte Insel?

Ja, aber sie ist über eine Brücke bei Achill Sound mit dem Festland verbunden. Sie brauchen also keine Fähre und können mit dem Auto, dem Bus oder auf dem Greenway mit dem Fahrrad hinüberfahren.

Muss man den Great Western Greenway komplett fahren?

Nein. Die Strecke ist in Etappen geteilt, zum Beispiel Westport–Newport oder Mulranny–Achill. Fahrradverleiher bieten meist einen Shuttle zurück, sodass Sie nur eine Richtung radeln.

Kann man die Céide Fields im Winter besuchen?

Nur eingeschränkt. Das Besucherzentrum ist 2026 von März bis Anfang November geöffnet, im Winter sind lediglich Gruppenbesuche nach Anmeldung möglich. Die Klippe bei Céide ist auch außerhalb der Saison sehenswert.

Mayo als Etappe am Wild Atlantic Way

Von Achill und der Clew Bay führt die Küstenstraße nach Süden durch Connemara und nach Norden bis Donegal. Die schönsten Abschnitte haben wir für Sie zusammengestellt.

Weiter zum Wild Atlantic Way

Passend dazu: der nördliche Nachbar Sligo mit Benbulben und Strandhill, die Stadt Galway als Ausgangspunkt für den Westen und unsere Übersicht aller irischen Counties.

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