Kerry
County Kerry im Südwesten Irlands ist die Grafschaft der großen Landschaften: Killarney mit seinem Nationalpark, die Dingle-Halbinsel mit Slea Head und dem westlichsten Punkt des irischen Festlands, die Klosterinsel Skellig Michael und Irlands höchster Berg. Kreisstadt ist Tralee, das bekannteste Ziel der Ring of Kerry.
Die Iren nennen Kerry schlicht „The Kingdom“. Drei Halbinseln – Dingle, Iveragh und ein Teil von Beara – greifen wie Finger in den Atlantik, dazwischen liegen tiefe Buchten, Seen und die Bergkette der MacGillycuddy’s Reeks. Auf dieser Seite finden Sie alles, was County Kerry als Reiseziel ausmacht: Killarney, Dingle, Tralee, Kenmare und die Skelligs. Die berühmte Panoramastraße um die Iveragh-Halbinsel stellen wir ausführlich auf unserer Seite zum Ring of Kerry vor; hier geht es um das ganze County.


| Lage | Südwesten der Republik Irland, Provinz Munster, zwischen Shannon-Mündung im Norden und Kenmare Bay im Süden |
|---|---|
| Größte Orte | Tralee (ca. 26.000 Einw.), Killarney (ca. 14.400), Listowel, Kenmare, Castleisland (Zensus 2022) |
| Höchster Berg | Carrauntoohil (Corrán Tuathail), 1.039 m, in den MacGillycuddy’s Reeks |
| Anreise | Kerry Airport bei Farranfore; Bahn von Dublin Heuston und Cork über Mallow nach Killarney und Tralee |
| Höhepunkte | Killarney-Nationalpark, Dingle-Halbinsel und Slea Head, Skellig Michael (UNESCO-Welterbe), Ring of Kerry |
| Sprache | Englisch; Gaeltacht-Gebiete auf den Halbinseln Dingle (Corca Dhuibhne) und Iveragh |
| Zeitbedarf | mindestens drei bis vier Tage, besser eine Woche |
Fragen, die wir beantworten
- Was macht County Kerry als Reiseziel aus?
- Was gibt es in Killarney und im Nationalpark zu sehen?
- Wie erlebt man die Dingle-Halbinsel und Slea Head?
- Was bietet Tralee, die Kreisstadt von Kerry?
- Wie kommt man nach Skellig Michael?
- Was gehört zum Ring of Kerry und wie ist Kenmare?
- Wann reist man am besten nach Kerry und wie kommt man hin?
Was macht County Kerry als Reiseziel aus?
Kerry bündelt auf knapp 4.800 Quadratkilometern fast alles, was man mit dem Westen Irlands verbindet: zerklüftete Küsten, Sandstrände, Seen, Eichen- und Eibenwälder und die höchsten Berge der Insel. Gleichzeitig ist die Grafschaft dünn besiedelt; außerhalb von Tralee und Killarney prägen Dörfer, Weiden und Steinmauern das Bild.
Die Landschaft ist von den drei Halbinseln bestimmt. Auf Iveragh liegen die MacGillycuddy’s Reeks mit dem Carrauntoohil (1.039 m), dem höchsten Gipfel Irlands. Die Dingle-Halbinsel im Norden wird vom Mount Brandon (951 m) überragt, dem höchsten Berg außerhalb der Reeks. Der Golfstrom sorgt für ein mildes, feuchtes Klima: Frost ist an der Küste selten, dafür regnet es häufig, und in geschützten Gärten wachsen Palmen, Baumfarne und Rhododendren.
Kerry gehört zum Wild Atlantic Way an Irlands Atlantikküste und ist zugleich ein Stück lebendiger irischer Kultur. In den Gaeltacht-Gebieten auf Dingle und Iveragh ist Irisch Alltagssprache, Ortsschilder sind oft nur irisch beschriftet. Laut Zensus 2022 gaben gut 40 Prozent der Einwohner an, Irisch zu sprechen. Mehr zur Landessprache lesen Sie auf unserer Seite zur irischen Sprache.
Was gibt es in Killarney und im Nationalpark zu sehen?
Killarney ist das touristische Zentrum Kerrys und das Tor zum Killarney-Nationalpark, dem ältesten Nationalpark Irlands. Die Keimzelle, der Bourn Vincent Memorial Park, wurde 1932 dem Staat geschenkt; heute umfasst der Park rund 10.000 Hektar Berge, Seen, Wälder und Wasserfälle direkt am Stadtrand.
Herzstück sind die drei Seen von Killarney mit ihren Inseln, darunter Innisfallen mit den Resten eines frühchristlichen Klosters. Am Ufer des Lough Leane steht Ross Castle, eine Turmburg aus dem Spätmittelalter, von der aus Bootsfahrten über die Seen starten. Muckross House, ein viktorianisches Herrenhaus aus dem Jahr 1843, liegt mit seinen Gärten am Muckross Lake; ganz in der Nähe finden Sie die Ruine der Franziskanerabtei Muckross Abbey und den Torc-Wasserfall. Das Besucherzentrum des Parks befindet sich im Killarney House am Stadtrand; die Ausstellung dort ist kostenlos.
Der Park ist ein bedeutendes Naturreservat und UNESCO-Biosphärenreservat. Hier lebt die letzte ursprüngliche Rotwildherde Irlands, und das Reenadinna-Waldgebiet gilt als größter Eibenwald Westeuropas. Fußgänger können den Park rund um die Uhr betreten, das Parken innerhalb des Parks ist kostenlos. Camping, Grillen, Lagerfeuer und Drohnen sind verboten, Hunde müssen an die Leine.
Ein Klassiker westlich der Stadt ist der Gap of Dunloe, ein enger Gletscherpass zwischen den MacGillycuddy’s Reeks und dem Purple Mountain. Viele Besucher durchqueren ihn zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im traditionellen Pferdewagen, den Jaunting Cars, die auch im Nationalpark unterwegs sind.
Wie erlebt man die Dingle-Halbinsel und Slea Head?
Am besten auf dem Slea Head Drive, einer Rundstraße ab dem Hafenstädtchen Dingle (An Daingean), die über Ventry an der Südflanke des Mount Eagle entlang zum Kap Slea Head und weiter nach Dunquin führt. Der Rundweg ist kurz, aber man sollte einen ganzen Tag einplanen, weil fast hinter jeder Kurve ein Aussichtspunkt, ein Strand oder eine archäologische Stätte wartet.
Kurz hinter Slea Head liegt Dunmore Head, der westlichste Punkt des irischen Festlands. Davor ragen nur noch die Blasket Islands aus dem Meer. Die Inseln sind heute unbewohnt; die letzten Bewohner von Great Blasket verließen die Insel 1953. Im Blasket Sound zerschellten 1588 mehrere Schiffe der Spanischen Armada. In Dunquin erinnert das Besucherzentrum der Blaskets an die Inselgemeinschaft, aus der bedeutende Werke der irischsprachigen Literatur hervorgegangen sind.
Unterwegs begegnen Sie den Zeugnissen der frühen Besiedlung: Bienenkorbhütten aus Trockenmauerwerk bei Glanfahan, das frühchristliche Gallarus Oratory, ein bootsförmiges Bethaus ohne Mörtel, und die Kirchenruine von Kilmalkedar. Auf der Nordseite führt die Straße über den Conor Pass, den höchsten Gebirgspass Irlands, mit weitem Blick über Seen und Brandon Bay. Wanderer folgen dem Dingle Way, einem markierten Fernwanderweg rund um die Halbinsel.
Die Halbinsel war Kulisse für Filme wie „Ryan’s Daughter“ (1970) und „Far and Away“, später auch für „Star Wars: Die letzten Jedi“. Dingle selbst ist ein lebhafter Fischerort mit bunten Häusern, Pubs mit Livemusik, Fischrestaurants und vielen Bed & Breakfasts und damit der ideale Standort für zwei, drei Nächte.
Was bietet Tralee, die Kreisstadt von Kerry?
Tralee ist mit rund 26.000 Einwohnern die größte Stadt des County und dessen Verwaltungssitz. Sie liegt am Ende der Tralee Bay, am Fuß der Dingle-Halbinsel, und eignet sich gut als Ausgangspunkt für den Norden Kerrys.
Bekannt ist die Stadt vor allem für das Festival „Rose of Tralee“, das seit 1959 jedes Jahr im August stattfindet. Junge Frauen irischer Herkunft aus aller Welt treten an, eine von ihnen wird zur „Rose“ gekürt; die Stadt feiert dazu mehrere Tage mit Musik und Umzügen.
Im Kerry County Museum in der Ashe Memorial Hall erfahren Sie viel über die Geschichte der Grafschaft, vom Mittelalter der Geraldines bis in die Neuzeit. Siamsa Tíre, das National Folk Theatre of Ireland, zeigt Bühnenstücke mit traditioneller Musik, Tanz und irischer Sprache. Etwa zwei Kilometer außerhalb steht in Blennerville die größte noch funktionierende Windmühle Irlands. Die historische Schmalspurbahn zwischen dem Aquadome und Blennerville ist derzeit nicht in Betrieb. Naturfreunde besuchen die Tralee Bay Wetlands, ein rund 2.500 Hektar großes Feuchtgebiet bis nach Fenit mit Besucherzentrum und Bootsfahrten durch die Kanäle. Für Familien gibt es das Aquadome, ein großes Hallen-Spaßbad, und an Renntagen das Windhundstadion.
Wie kommt man nach Skellig Michael?
Nur mit einem der vom Staat zugelassenen Bootsbetreiber, und nur in der Saison von etwa Mitte Mai bis September, wenn Wetter und Seegang es erlauben. Die Boote legen in Portmagee, auf Valentia Island, in Ballinskelligs oder Derrynane ab; die Felsinsel liegt rund zwölf Kilometer vor der Küste.
Sceilg Mhichíl, so der irische Name, gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Auf dem Gipfelplateau stehen die Bienenkorbzellen eines der frühesten Klöster Irlands, gegründet der Überlieferung nach vom heiligen Fionán; im 13. Jahrhundert verließen die Mönche die Insel. Zum Kloster führen 618 Steinstufen rund 180 Meter hinauf, ohne Geländer und bei Nässe rutschig. Kinder unter zwölf Jahren dürfen die Insel nicht betreten, festes Schuhwerk ist Pflicht.
Der Zutritt zur Stätte selbst ist kostenlos, die Bootsfahrt bezahlen Sie beim Betreiber. Die Plätze sind begrenzt und im Sommer früh ausgebucht. Die Saison 2026 ist beendet; nach Angaben des Betreibers OPW öffnet die Insel 2027 wieder. Aktuelle Hinweise finden Sie bei Heritage Ireland (OPW) zu Sceilg Mhichíl.
Was gehört zum Ring of Kerry und wie ist Kenmare?
Der Ring of Kerry ist die Rundstraße um die Iveragh-Halbinsel, die Killarney, Killorglin, Cahersiveen, Waterville, Sneem und Kenmare verbindet. Alles zu Route, Fahrtrichtung, Abstechern zu Valentia Island und den Stränden wie Derrynane finden Sie auf unserer eigenen Seite zum Ring of Kerry mit allen Stationen.
Für die Planung des County wichtig: Viele Reisende übernachten in Kenmare, einem Städtchen am Ende der Kenmare Bay zwischen den Halbinseln Iveragh und Beara. Der Ort ist kleiner und ruhiger als Killarney, hat aber eine ausgezeichnete Auswahl an Restaurants und Cafés, kleine Läden mit Handwerk und einen bronzezeitlichen Steinkreis am Ortsrand. Von Kenmare aus erreichen Sie sowohl den Ring als auch die Beara-Halbinsel, die mit dem Ring of Beara eine weniger befahrene Alternative bietet.
Im Südwesten von Iveragh, rund um Ballinskelligs, liegt das Kerry International Dark-Sky Reserve. In klaren Nächten zeigt sich hier ein außergewöhnlich dunkler Sternenhimmel. In Killorglin am Beginn des Rings findet jedes Jahr im August die Puck Fair statt, eines der ältesten Volksfeste Irlands, bei dem ein Ziegenbock zum „König“ gekrönt wird.
Wann reist man am besten nach Kerry und wie kommt man hin?
Die angenehmste Zeit sind Mai, Juni und September: Die Tage sind lang, die Landschaft ist grün, und es ist weniger los als im Juli und August. Skellig Michael ist ohnehin nur im Sommerhalbjahr erreichbar. Im Winter ist es mild, aber stürmisch und regnerisch, viele kleinere Unterkünfte schließen dann.
Mit dem Flugzeug landen Sie am Kerry Airport bei Farranfore, zwischen Tralee und Killarney, oder in Cork und Shannon. Mit der Bahn erreichen Sie Killarney und Tralee von Dublin Heuston oder Cork aus mit Umstieg in Mallow. Für Halbinseln, Pässe und Strände ist ein Mietwagen in Irland praktisch unverzichtbar, denn Busse fahren abseits der Hauptorte selten. Wer wandern möchte, findet im Nationalpark, auf dem Kerry Way und auf dem Dingle Way gut markierte Routen.
Planen Sie für Kerry mindestens drei bis vier Tage ein: einen Tag für Killarney und den Nationalpark, einen für Dingle und Slea Head, einen für den Ring of Kerry und je nach Wetter einen für Skellig Michael oder Tralee.
Häufige Fragen zu County Kerry
Was ist die Hauptstadt von County Kerry?
Kreisstadt und größte Stadt ist Tralee mit rund 26.000 Einwohnern. Touristisch bedeutender ist jedoch Killarney, das am Rand des Nationalparks liegt und die meisten Hotels bietet.
Wo liegt der westlichste Punkt Irlands?
Der westlichste Punkt des irischen Festlands ist Dunmore Head an der Spitze der Dingle-Halbinsel, kurz hinter Slea Head. Davor liegen nur noch die unbewohnten Blasket Islands.
Kann man Skellig Michael ganzjährig besuchen?
Nein. Landungen sind nur in der Sommersaison von etwa Mitte Mai bis September und nur bei geeignetem Wetter möglich. Außerhalb der Saison ist die Insel geschlossen; Bootstouren umrunden dann höchstens die Inseln.
Wie viele Tage braucht man für Kerry?
Für die wichtigsten Ziele, also Killarney, Dingle und den Ring of Kerry, sollten Sie drei bis vier Tage einplanen. Mit Wanderungen, Skellig Michael und Tralee ist eine ganze Woche gut gefüllt.
Braucht man in Kerry ein Auto?
Für Killarney und Tralee reichen Bahn und Bus. Die Halbinseln, Pässe und abgelegenen Strände erreichen Sie aber nur mit dem Auto, dem Fahrrad oder einer organisierten Tour wirklich flexibel.
Kerry auf eigene Faust erkunden
Die schönste Art, das Kingdom zu entdecken, ist eine Rundfahrt über alle drei Halbinseln. Die Route um Iveragh stellen wir Ihnen Station für Station vor.
Passend dazu: unsere Übersicht aller irischen Counties, Ideen für Wanderreisen in Irland und die Nachbarstadt Cork als Städtereiseziel.