Galway

Galway ist die lebendigste Stadt an Irlands Westküste: eine kompakte Universitäts- und Hafenstadt an der Mündung des Corrib in die Galway Bay, bekannt für das Latin Quarter mit Livemusik, große Sommerfestivals und als Ausgangspunkt für die Aran Islands, Connemara und den Burren.

Mit knapp 86.000 Einwohnern ist Galway die viertgrößte Stadt der Republik und zugleich Hauptort des gleichnamigen County, des zweitgrößten der Insel. Viele Besucher kommen wegen der Atmosphäre: Straßenmusiker auf der Shop Street, Sessions in den Pubs, junge Leute aus der Universität und ein Festivalkalender, der von Juli bis in den Herbst kaum Pausen kennt. Die Stadt war 2020 zusammen mit Rijeka Kulturhauptstadt Europas. Wer Galway mit einer Fahrt durch die Bergwelt verbinden möchte, findet auf unserer Seite zu Connemara Routen und Ziele im Westen des County. Hier geht es um die Stadt selbst und die besten Ausflüge in der Umgebung.

LageWestküste Irlands, Provinz Connacht, am Fluss Corrib zwischen Lough Corrib und Galway Bay
EinwohnerStadt knapp 86.000 (Zensus 2022); County Galway mit rund 6.150 km² das zweitgrößte County Irlands
AnreiseZug ab Dublin Heuston (gut zwei Stunden), Fernbusse ab Dublin und Flughafen Dublin, Flughafen Shannon ca. eine Stunde entfernt
Irischer NameGaillimh; westlich der Stadt beginnt die Gaeltacht von Connemara
FestivalsFilm Fleadh und Arts Festival im Juli, Galway Races Ende Juli/Anfang August, Oyster Festival im September
ZeitbedarfStadt 1–2 Tage, mit Aran Islands und Connemara 4–5 Tage

Was macht das Latin Quarter und die Shop Street so besonders?

Das Latin Quarter ist das mittelalterliche Herz von Galway: ein Geflecht aus bunten, teils kopfsteingepflasterten Gassen zwischen Eyre Square und Fluss, in dem sich Pubs, Cafés, kleine Läden und Straßenmusiker dicht aneinanderreihen. Die Hauptachse bilden William Street, Shop Street, High Street und Quay Street.

Auf der Shop Street spielt sich tagsüber das Stadtleben ab. Hier treten Musiker, Jongleure und Sänger auf, oft in erstaunlicher Qualität, denn Galway gilt in der irischen Szene als Sprungbrett. Ein Blick nach oben lohnt sich bei Lynch’s Castle, einem Stadthaus aus dem 16. Jahrhundert mit Wappen und Wasserspeiern, in dem heute eine Bankfiliale untergebracht ist. Die Lynchs gehörten zu den vierzehn Kaufmannsfamilien, den sogenannten Tribes of Galway, die die Stadt im Mittelalter regierten. Daher stammt der Beiname City of the Tribes.

Abends verlagert sich das Geschehen in die Pubs der Quay Street und der angrenzenden Straßen. Traditionelle Sessions mit Fiddle, Banjo, Flöte und Bodhrán gibt es in vielen Häusern fast täglich, eine bekannte Adresse ist die Crane Bar jenseits des Flusses an der Sea Road, wo im oberen Stock regelmäßig traditionelle Musik gespielt wird. Mehr über die Instrumente und die Geschichte der Sessions lesen Sie auf unserer Seite zur irischen Musik.

Tipp: Früh am Abend kommen. Die besten Plätze bei Sessions sind ab etwa 21 Uhr vergeben. Wer früher im Pub zu Abend isst, sitzt später nah an den Musikern.

Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Galway sehen?

Die wichtigsten Ziele liegen zu Fuß nah beieinander: Spanish Arch und City Museum am Fluss, die Kathedrale am Nordrand der Altstadt, Eyre Square im Osten und das Fischerviertel Claddagh gegenüber dem Hafen.

Der Spanish Arch ist ein Rest der Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert, der einst die Kais schützte, an denen Handelsschiffe aus Spanien und Frankreich Wein und Waren löschten. Direkt daneben zeigt das Galway City Museum Stadtgeschichte, Archäologie und Seefahrt; der Eintritt ist frei. Auf der Wiese am Fluss treffen sich an sonnigen Tagen Studierende und Familien, gegenüber liegt das Viertel Claddagh, eines der ältesten Fischerdörfer Irlands, auf das der berühmte Claddagh-Ring mit Herz, Krone und Händen zurückgeht.

Die Kathedrale von Galway, offiziell Cathedral of Our Lady Assumed into Heaven and St Nicholas, wurde 1958 bis 1965 auf dem Gelände des alten Gefängnisses errichtet und ist eine der jüngsten großen Steinkirchen Europas. Die gut 44 Meter hohe Kuppel prägt die Silhouette der Stadt. Innen mischen sich Elemente der Renaissance mit Mosaiken und kunstvollen Steinarbeiten. Von der Kathedrale führt die Salmon Weir Bridge über den Corrib; im Frühsommer lassen sich von hier mit etwas Glück Lachse beobachten, die auf dem Weg zum Lough Corrib das Wehr passieren.

Eyre Square ist der zentrale Platz und Treffpunkt der Stadt. Ein Teil davon trägt den Namen John F. Kennedy Memorial Park, weil der amerikanische Präsident hier im Juni 1963 kurz vor seinem Tod eine Rede hielt. Das auffällige Brunnendenkmal aus rostbraunem Stahl erinnert an die Segel der Galway Hooker, der traditionellen Arbeitsboote der Bucht. Am Samstag findet neben der St. Nicholas‘ Collegiate Church ein beliebter Markt mit Lebensmitteln, Kunsthandwerk und Imbissständen statt.

Was bietet Salthill an der Galway Bay?

Salthill ist Galways Badeort und liegt etwa zwei Kilometer westlich der Innenstadt. Seine Promenade gilt als die längste Irlands und ist bei jedem Wetter das Revier von Spaziergängern, Joggern und Hundebesitzern.

Ein lokaler Brauch verlangt, am Ende des Spaziergangs mit dem Fuß gegen die Mauer beim Sprungturm von Blackrock zu treten, bevor man umkehrt. Am Turm selbst springen Einheimische das ganze Jahr über in den Atlantik, auch an kalten Wintermorgen. Für Familien gibt es mehrere kleine Strände, Spielplätze und den Freizeitkomplex Leisureland mit beheiztem Hallenbad. Bei klarer Sicht reicht der Blick über die Bucht bis zu den Hügeln des Burren im County Clare, an Sommerabenden geht die Sonne über dem Wasser erst spät unter.

Welche Festivals finden in Galway statt?

Galway hat einen der dichtesten Festivalkalender Irlands. Höhepunkte sind das Galway International Arts Festival im Juli, die Pferderennen der Galway Races Ende Juli und Anfang August sowie das Oyster Festival im September.

Das Arts Festival bringt über rund zwei Wochen Theater, Konzerte, Kunst und Straßenspektakel in die ganze Stadt, zuvor zeigt das Galway Film Fleadh irische und internationale Filme. Zum Sommerfestival der Galway Races auf der Rennbahn Ballybrit reisen Zehntausende an, viele Hotels sind dann lange im Voraus ausgebucht und deutlich teurer. Im September feiert die Stadt mit dem Galway International Oyster and Seafood Festival die Austernsaison der Bucht. Im Herbst folgen das Comedy Festival und die große Halloween-Parade der Straßentheatergruppe Macnas, die Ende Oktober durch die Innenstadt zieht.

Einen Überblick über weitere Veranstaltungen im ganzen Land finden Sie bei uns unter Festivals in Irland.

Tipp: Unterkunft früh buchen. Für die Wochen von Arts Festival und Races sollten Sie Zimmer mehrere Monate im Voraus reservieren oder auf Orte wie Oranmore, Spiddal oder Salthill ausweichen.

Wie kommt man von Galway auf die Aran Islands?

Am schnellsten mit der Fähre ab Rossaveal, rund 40 Kilometer westlich der Stadt: Die Überfahrt nach Inis Mór dauert etwa 40 Minuten, ein Zubringerbus fährt ab dem Zentrum von Galway. Alternativ fliegen kleine Maschinen ab dem Connemara Airport in Inverin auf alle drei Inseln.

Die drei Kalksteininseln am Ausgang der Galway Bay heißen Inis Mór (Inishmore), Inis Meáin (Inishmaan) und Inis Oírr (Inisheer). Sie gehören zur Gaeltacht, im Alltag wird hier Irisch gesprochen. Auf Inis Mór, der größten Insel, ist das Steinfort Dún Aonghasa das Hauptziel: Es thront am Rand einer etwa 100 Meter hohen Klippe über dem Atlantik. Am Kilmurvey Beach mit weißem Sand kann man nach der Besichtigung baden. Inis Meáin ist die ruhigste Insel mit dem Steinfort Dún Chonchúir und dem Cottage, in dem der Dramatiker J. M. Synge seine Sommer verbrachte. Inis Oírr ist die kleinste und am schnellsten ab Doolin im County Clare erreichbar, bekannt ist das Wrack der Plassey am Ufer.

Auf allen Inseln können Sie Fahrräder leihen, das ist die beste Art, die Steinmauerlandschaft zu erkunden; im Juli und August sollten Sie vorab reservieren. Wer die besondere Stimmung erleben möchte, wenn die Tagesgäste abgereist sind, übernachtet in einem der Gästehäuser oder B&Bs auf Inis Mór.

Welche Ausflüge lohnen sich im County Galway?

Das County teilt sich in zwei Landschaften: Westlich von Corrib und Lough Corrib liegt das wilde Connemara mit Bergen, Mooren und Fjord, östlich davon flaches Weide- und Ackerland bis zum Shannon. Die meisten Tagesausflüge führen nach Westen.

Die Küstenstraße über Spiddal und die Gaeltacht nach Clifden oder die Inlandroute über Oughterard führen in den Connemara National Park mit seinem Besucherzentrum in Letterfrack und dem Aufstieg auf den Diamond Hill. Kylemore Abbey, ein neugotisches Schloss am See, wird seit 1920 von Benediktinerinnen bewohnt; das frühere Mädcheninternat wurde 2010 geschlossen, Besucher können Abtei, Kirche und den viktorianischen Garten besichtigen. Im Norden bildet der Fjord Killary Harbour bei Leenaun die Grenze zum County Mayo, wo bei Cong das Schlosshotel Ashford Castle liegt. Wie Sie Connemara am besten bereisen, beschreiben wir ausführlich auf der eigenen Seite.

Am Lough Corrib, einem der besten Seen Irlands zum Forellenangeln, steht bei Oughterard das Turmhaus Aughnanure Castle. Im Süden des County, auf dem Weg in Richtung Clare, lohnt ein Halt in Kinvara mit dem Turmhaus Dunguaire Castle am Ufer der Bucht. In der Nähe von Gort liegt Thoor Ballylee, ein normannischer Wohnturm, den der Dichter W. B. Yeats kaufte und in dem er in den 1920er-Jahren zeitweise lebte; die Öffnungszeiten sind saisonal, prüfen Sie diese vor dem Besuch. Im Osten des County lohnen der Turoe-Stein mit keltischer Ornamentik und die romanische Kathedrale von Clonfert mit ihrem reich verzierten Westportal einen Umweg.

Südlich der Bucht beginnt der Burren, eine Karstlandschaft aus grauem Kalkstein, an deren Rand die Cliffs of Moher liegen. Von Galway aus sind beide in einer guten Stunde erreichbar und ein klassischer Tagesausflug, mit Bus oder Mietwagen.

Wie reist man nach Galway und wo übernachtet man?

Galway ist mit Zug und Bus gut angebunden: Züge von Irish Rail fahren ab Dublin Heuston in gut zwei Stunden bis zum Bahnhof Ceannt am Eyre Square, Fernbusse verbinden die Stadt direkt mit dem Flughafen Dublin.

Wer über den Flughafen Shannon anreist, braucht mit Bus oder Auto etwa eine Stunde. Innerhalb der Stadt brauchen Sie kein Auto, die Altstadt ist klein und weitgehend Fußgängerzone, Parken ist knapp und teuer. Für Ausflüge nach Connemara, an die Küste oder in den Burren lohnt sich dagegen ein Mietwagen oder eine geführte Tagestour, die in der Stadt zahlreich angeboten werden.

Zum Übernachten eignen sich die Altstadt rund um Eyre Square und das Latin Quarter für kurze Wege, Salthill für ruhigere Nächte mit Meerblick. Im Umland finden Sie Bed and Breakfasts und Landhotels, auf den Aran Islands vor allem Gästehäuser und Hostels. Die Saison mit den meisten Besuchern reicht von Juni bis August, angenehm und günstiger sind Mai und September.

Tipp: Regentage einplanen. Das Wetter an der Galway Bay wechselt schnell. Museum, Kathedrale und die überdachten Pubs der Quay Street retten jeden Schauertag, Ausflüge auf die Inseln legen Sie besser flexibel.
Übersichtskarte

Häufige Fragen zu Galway

Wie viele Tage sollte man für Galway einplanen?

Für Altstadt, Kathedrale, Museum und einen Abend in den Pubs reichen ein bis zwei Tage. Mit einem Tag auf den Aran Islands und einer Rundfahrt durch Connemara sind vier bis fünf Tage ideal. Galway eignet sich gut als Standquartier für den gesamten Westen.

Wann ist die beste Reisezeit für Galway?

Mai, Juni und September bieten lange Tage und weniger Andrang. Im Juli und August ist dank der Festivals am meisten los, dafür sind Unterkünfte teuer und knapp. Regen gibt es zu jeder Jahreszeit, eine wasserdichte Jacke gehört immer ins Gepäck.

Ist Galway als Partystadt für alle geeignet?

Ja, denn neben dem Nachtleben gibt es ruhige Ecken wie die Promenade von Salthill, den Fluss mit seinen Brücken und viele familienfreundliche Ziele. Am Wochenende und zu Festivalzeiten ist das Latin Quarter abends allerdings voll und laut.

Wird in Galway Irisch gesprochen?

In der Stadt hören Sie überwiegend Englisch, Straßenschilder sind zweisprachig. Westlich von Galway beginnt mit Connemara die größte irischsprachige Region, auf den Aran Islands ist Irisch Alltagssprache. Mehr dazu auf unserer Seite zur irischen Sprache.

Kann man von Galway aus die Cliffs of Moher besuchen?

Ja, die Klippen liegen rund eineinhalb Fahrstunden südlich. Busse und zahlreiche Tagestouren starten in Galway, mit dem Auto führt die schönste Strecke über Kinvara und durch den Burren.

Galway als Tor zum Wild Atlantic Way

Von Galway aus führt die Küstenroute nach Norden durch Connemara und nach Süden in den Burren. Etappen und Highlights haben wir für Sie zusammengestellt.

Weiter zum Wild Atlantic Way

Passend dazu: Der Nachbar im Süden ist das County Clare mit Burren und Küste, weitere Stadtziele finden Sie unter Städtereisen in Irland. Offizielle Informationen zur Region bietet Discover Ireland.

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