Down

County Down im Südosten Nordirlands verbindet Berge und Meer: die Mourne Mountains mit dem Slieve Donard, dem höchsten Gipfel Nordirlands, den Badeort Newcastle, den Strangford Lough mit der Ards Peninsula, die Gärten von Mount Stewart und Castle Ward sowie Downpatrick, wo der heilige Patrick begraben sein soll.

Down liegt zwischen dem Belfast Lough im Norden und dem Carlingford Lough im Süden, die Irische See bildet die gesamte Ostgrenze. Das County gehört zum Vereinigten Königreich, bezahlt wird mit Pfund Sterling. Auf dieser Seite finden Sie, was Down als Reiseziel ausmacht: Wandern in den Mournes, die Küste von Newcastle bis Portaferry, Herrenhäuser des National Trust und die Pilgerorte rund um Downpatrick. Einen Überblick über die übrigen fünf Grafschaften des Landesteils bietet unsere Seite zu Nordirland als Reiseziel.

County Down Basisdaten

Flagge:
Provinz:
County Town:
Irischer Name:
Fläche:
Einwohner:
Kfz-Kennzeichen:
Down Flagge
Ulster
Downpatrick
An Dún
2.489 km²
ca. 553.000
BZ
Lage des County

Karte County Down
LageSüdosten Nordirlands (Vereinigtes Königreich), Provinz Ulster, zwischen Belfast Lough, Carlingford Lough und Irischer See
Größte OrteBangor, Newry (geteilt mit Armagh), Newtownards, Downpatrick (Kreisstadt), Newcastle
Höchster BergSlieve Donard, 850 m, in den Mourne Mountains
WährungPfund Sterling (GBP); Euro wird nur vereinzelt angenommen
AnreiseFlughäfen Belfast City und Belfast International; Bahn Dublin–Belfast mit Halt in Newry; Busse von Belfast nach Newcastle und Downpatrick
HöhepunkteMourne Mountains, Strangford Lough, Mount Stewart, Castle Ward, Saint Patrick Centre in Downpatrick
Zeitbedarfzwei bis drei Tage, mit Wanderungen in den Mournes eher vier

Was macht County Down als Reiseziel aus?

Down bietet auf engem Raum die ganze Bandbreite Nordirlands: ein kompaktes Granitgebirge, lange Sandstrände, ein riesiges Meeresbecken voller Inseln und eine dichte Folge von Burgen, Klöstern und Landsitzen. Kaum ein Ziel liegt mehr als eine Autostunde von Belfast entfernt, und doch wirkt der Süden des County mit seinen Steinmauern, Schafweiden und Fischerhäfen erstaunlich ländlich.

Die Landschaft wurde in der letzten Eiszeit geformt. Gletscher hinterließen unzählige Drumlins, jene länglichen Hügel, die im Strangford Lough als Inseln aus dem Wasser ragen. Im Süden erheben sich die Mourne Mountains, in der Mitte der Slieve Croob, an dessen Hängen der Fluss Lagan entspringt. Der Norden um Bangor, Holywood und Newtownards gehört zum Großraum Belfast und ist entsprechend dicht besiedelt; Bangor ist heute die größte Stadt des County. Die Industrie konzentriert sich auf den Ballungsraum, auf dem Land prägen Viehzucht und Ackerbau das Bild.

Ganz im Süden liegt Newry, das zur Hälfte zu Down und zur Hälfte zu Armagh gehört; der Fluss Clanrye bildet die Grenze. Das Rathaus von 1893 wurde der Überlieferung nach genau auf eine Brücke über den Fluss gebaut, um keine der beiden Grafschaften zu bevorzugen. Sehenswert ist auch die katholische Kathedrale aus Granit. Für Reisende ist Down zudem Kulisse bekannter Serien: Castle Ward, Inch Abbey und der Tollymore Forest Park dienten als Drehorte für „Game of Thrones“.

Wie erlebt man die Mourne Mountains und den Slieve Donard?

Am besten zu Fuß: Die Mournes sind ein kleines, aber steiles Granitgebirge mit gut markierten Wegen, und der Aufstieg auf den Slieve Donard (850 m) ist die bekannteste Tour Nordirlands. Er gilt als höchster Berg ganz Ulsters. Vom Gipfel reicht der Blick bei klarem Wetter über die Irische See bis zur Isle of Man, nach Schottland und weit über das Binnenland.

Der übliche Weg beginnt am Stadtrand von Newcastle, folgt dem Glen River durch den Wald und steigt dann über offenes Gelände zum Sattel zwischen Slieve Donard und Slieve Commedagh. Dort treffen Sie auf die Mourne Wall, eine Trockenmauer von rund 31 Kilometern Länge, die zwischen 1904 und 1922 über fünfzehn Gipfel gezogen wurde, um das Einzugsgebiet der Wasserversorgung abzugrenzen. Für Hin- und Rückweg sollten Sie fünf bis sechs Stunden einplanen; das Wetter schlägt oberhalb der Baumgrenze schnell um.

Wer es ruhiger mag, findet in den Mournes zahlreiche weitere Ziele. Der Slieve Binnian (746 m) mit seinen Felstürmen gilt vielen als schönster Gipfel des Gebirges. Im Silent Valley wurde zwischen 1923 und 1933 ein Stausee angelegt, der bis heute einen großen Teil von Down und Belfast mit Trinkwasser versorgt; rund um den See führen bequeme Spazierwege. Die Gegend ist als Area of Outstanding Natural Beauty geschützt. Die runden Kuppen und Felsen sollen auch C. S. Lewis inspiriert haben, der in Belfast aufwuchs und später Narnia erfand.

Am Nordrand des Gebirges liegt der Tollymore Forest Park mit rund 630 Hektar Wald, Grotten und Steinbrücken über den Fluss Shimna, die älteste davon aus dem Jahr 1726. Etwas weiter nördlich bietet der Castlewellan Forest Park einen See, ein großes Heckenlabyrinth, den Peace Maze, und rund 27 Kilometer Mountainbike-Strecken. Weitere Ideen für Touren finden Sie bei unseren Wanderreisen in Irland.

Tipp: Früh los, Regenjacke mit. Der Donard-Pfad ist am Wochenende sehr beliebt. Wer vor neun Uhr startet, findet in Newcastle noch Parkplätze und steht oft allein auf dem Gipfel. Auch im Sommer gehören warme Kleidung und Regenschutz in den Rucksack.

Was bietet Newcastle am Fuß der Mournes?

Newcastle ist der klassische Badeort von Down und der wichtigste Standort für die Mournes: Die Berge beginnen praktisch am Ende der Strandpromenade. Der Sänger Percy French verewigte diesen Anblick in seinem Lied „The Mountains of Mourne“, in dem die Berge „hinunter zum Meer“ reichen.

Die Promenade mit Cafés, Eisdielen und Spielhallen zieht sich am Sandstrand der Dundrum Bay entlang. Nördlich der Stadt schließt das Naturschutzgebiet Murlough an, eine Dünenlandschaft mit Holzstegen, Seehunden in der Bucht und Blick zurück auf das Gebirge. Golfer kennen Newcastle wegen des Royal County Down Golf Club, dessen Championship Links regelmäßig unter den besten Plätzen der Welt geführt werden; mehr dazu auf unserer Seite zum Golfurlaub in Irland.

Wenige Kilometer nordöstlich, im Dorf Dundrum, thront die Ruine einer normannischen Burg aus dem späten 12. Jahrhundert über der Bucht. Südlich von Newcastle führt die Mourne Coastal Route an der Küste entlang über Annalong und den Fischerhafen Kilkeel bis nach Newry. Unterwegs lohnen kurze Stopps an Hafenmauern, kleinen Stränden und Aussichtspunkten mit Blick auf die Berge.

Was gibt es am Strangford Lough und auf der Ards Peninsula zu sehen?

Der Strangford Lough ist mit rund 150 Quadratkilometern die größte Meeresbucht Irlands und der Britischen Inseln. Die Ards Peninsula schließt ihn fast vollständig von der Irischen See ab, nur eine schmale Meerenge bei Portaferry stellt die Verbindung her. Im Becken liegen mindestens siebzig Inseln, dazu Schlickflächen, Buchten und kleine Häfen.

Das Gewässer ist ein bedeutendes Vogelschutzgebiet und wurde 2013 als erste Meeresschutzzone Nordirlands ausgewiesen. Im Winter rasten hier rund drei Viertel aller Hellbäuchigen Ringelgänse der Welt, zeitweise viele Tausend Tiere. Seehunde sind das ganze Jahr zu sehen, in den Sommermonaten gelegentlich auch Riesenhaie. Kajak-, Segel- und Kanutouren werden in mehreren Orten am Ufer angeboten.

Zwischen Strangford und Portaferry pendelt eine Autofähre; die Überfahrt dauert etwa acht Minuten und erspart einen Umweg von über 70 Kilometern. In Portaferry zeigt das Aquarium Exploris mit Seehundstation die Meeresbewohner der Region. Auf der Halbinsel selbst lohnen Greyabbey mit seiner Zisterzienserruine und der Scrabo Tower bei Newtownards, ein Aussichtsturm aus dem 19. Jahrhundert, der an den dritten Marquess of Londonderry erinnert. An der Westseite des Lough liegen die Reste des frühchristlichen Klosters Nendrum auf Mahee Island, erreichbar über einen Damm.

Tipp: Rundfahrt mit Fähre. Kombinieren Sie die Ards Peninsula und das Lecale-Gebiet zu einer Schleife: Newtownards, Mount Stewart, Portaferry, Fähre nach Strangford, Castle Ward und weiter nach Downpatrick. So sehen Sie die wichtigsten Ziele an einem Tag, ohne eine Strecke doppelt zu fahren.

Was erwartet Sie in Mount Stewart und Castle Ward?

Zwei der schönsten Anwesen Nordirlands liegen sich am Strangford Lough fast gegenüber, beide werden vom National Trust betreut. Mount Stewart ist vor allem für seine Gärten berühmt, Castle Ward für sein ungewöhnliches Haus mit zwei verschiedenen Fassaden.

Mount Stewart am Ostufer bei Greyabbey war der irische Sitz der Familie Stewart, der Marquesses of Londonderry. Das heutige Haus stammt im Wesentlichen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Berühmt wurde das Anwesen durch Edith, die siebte Marchioness, die nach 1915 die Gärten neu gestaltete und das milde, feuchte Klima am Lough nutzte. So wachsen hier Pflanzen, die man sonst eher in viel südlicheren Breiten findet. Über dem Wasser steht der achteckige Temple of the Winds von 1782/83, nachempfunden dem Turm der Winde in Athen. Die Gärten gingen 1957, das Haus 1977 an den National Trust; 2015 wurde eine umfassende Restaurierung abgeschlossen, die die Räume wieder in den Zustand der 1950er-Jahre versetzt. Die Gärten stehen auf der britischen Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe.

Castle Ward liegt am Westufer bei Strangford, eingebettet in ein rund 330 Hektar großes Parkgelände. Das Haus wurde zwischen 1762 und etwa 1772 für Bernard Ward, den ersten Viscount Bangor, errichtet. Die Eingangsseite ist klassisch-palladianisch, die Rückseite im verspielten georgianischen Stil der Gotik gehalten, angeblich weil sich der Bauherr und seine Frau Lady Anne nicht auf einen Stil einigen konnten. Auf dem Gelände steht mit Old Castle Ward ein Turmhaus um 1590; der Hof diente in „Game of Thrones“ als Winterfell. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise finden Sie beim National Trust zu Mount Stewart.

Welche Spuren des heiligen Patrick finden Sie in Downpatrick?

Downpatrick, die Kreisstadt von Down, gilt als Grabstätte des irischen Nationalheiligen. Ein schlichter Granitstein auf dem Friedhof der Down Cathedral markiert die Stelle, an der Patrick der Überlieferung nach begraben liegt. Er soll im 5. Jahrhundert in der Gegend gestorben sein.

Direkt unterhalb der Kathedrale liegt das Saint Patrick Centre, nach eigenen Angaben die einzige Dauerausstellung der Welt über den Heiligen. Eine Multimedia-Schau erzählt sein Leben in seinen eigenen Worten, gelesen vom Schauspieler Ciarán Hinds. Das Zentrum ist täglich geöffnet, der Eintritt kostet ab ca. 9 Pfund (Stand 2026); Informationen gibt es beim Saint Patrick Centre in Downpatrick. Von hier aus führt der Saint Patrick’s Way, ein rund 82 Meilen langer Pilgerweg, bis nach Armagh.

Rund um die Stadt liegen weitere Orte aus der Patricklegende. In Saul, wenige Kilometer nordöstlich, soll Patrick seine erste Kirche in Irland gegründet haben; heute steht dort eine kleine Gedächtniskirche. Bei Struell befinden sich die Struell Wells, heilige Quellen mit alten Badehäusern, die seit Jahrhunderten Pilger anziehen. Am Fluss Quoile erheben sich die Ruinen der Zisterzienserabtei Inch Abbey aus dem 12. Jahrhundert. Eisenbahnfreunde besuchen die Downpatrick and County Down Railway, eine Museumsbahn, die an ausgewählten Tagen mit historischen Zügen fährt, unter anderem zum Halt King Magnus, benannt nach dem Wikingerkönig Magnus Barfuß, der der Sage nach hier begraben liegt.

Wie reist man nach County Down und wann ist die beste Zeit?

Die meisten Besucher kommen über Belfast. Vom Flughafen Belfast City oder Belfast International erreichen Sie Newcastle und Downpatrick in etwa einer Stunde mit dem Auto, Translink-Busse fahren ab dem Busbahnhof in Belfast. Wer aus Dublin anreist, nimmt die Bahn Dublin–Belfast bis Newry oder fährt über die Autobahn in rund eineinhalb bis zwei Stunden nach Newcastle. Von Großbritannien aus legen Fähren nach Irland in Belfast an.

Für die Küstenstraßen, die Fähre über den Strangford Lough und die Ausgangspunkte der Wanderwege ist ein Mietwagen am bequemsten; Busse verkehren vor allem zwischen den größeren Orten. Denken Sie daran, dass in Nordirland Meilen und Pfund gelten und Tempolimits in Meilen pro Stunde angegeben sind. Für die Einreise ins Vereinigte Königreich benötigen Sie einen Reisepass und eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA), auch wenn an der Landgrenze zur Republik nicht kontrolliert wird.

Die beste Reisezeit für Wanderungen in den Mournes sind Mai, Juni und September: lange Tage, weniger Betrieb und meist trockenere Wege. Im Hochsommer sind Newcastle und die Strände an sonnigen Wochenenden voll. Die Gärten von Mount Stewart blühen von Frühjahr bis Herbst, die Zugvögel am Strangford Lough beobachten Sie am besten zwischen Oktober und März.

Häufige Fragen zu County Down

Gehört County Down zu Irland oder zum Vereinigten Königreich?

County Down liegt auf der irischen Insel, gehört aber zu Nordirland und damit zum Vereinigten Königreich. Es gelten britische Einreiseregeln, bezahlt wird mit Pfund Sterling.

Wie hoch ist der Slieve Donard?

Der Slieve Donard in den Mourne Mountains ist 850 Meter hoch und damit der höchste Berg Nordirlands und der Provinz Ulster. Der Aufstieg ab Newcastle dauert hin und zurück etwa fünf bis sechs Stunden.

Wo liegt der heilige Patrick begraben?

Der Überlieferung nach auf dem Friedhof der Down Cathedral in Downpatrick, wo ein großer Granitstein die Stelle markiert. Gleich daneben informiert das Saint Patrick Centre über Leben und Legende des Heiligen.

Lohnt sich die Fähre über den Strangford Lough?

Ja. Die Überfahrt zwischen Portaferry und Strangford dauert nur etwa acht Minuten und spart einen langen Umweg um den Lough. Sie verbindet die Ards Peninsula mit Castle Ward und Downpatrick zu einer bequemen Rundfahrt.

Wie viele Tage braucht man für County Down?

Für Newcastle, die Mournes, den Strangford Lough und Downpatrick sollten Sie zwei bis drei Tage einplanen. Wer mehrere Wanderungen machen möchte, bleibt besser vier Tage.

Down mit Belfast verbinden

Viele Ziele in Down lassen sich gut von Belfast aus besuchen. Die Hauptstadt Nordirlands lohnt selbst einen Aufenthalt von zwei, drei Tagen.

Weiter zur Städtereise nach Belfast

Passend dazu: unsere Übersicht aller irischen Counties, das Nachbar-County Antrim mit der Causeway-Küste und unsere Tipps zum Mietwagen in Irland.

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