Clare

County Clare an Irlands Westküste zwischen Galway Bay und Shannon-Mündung vereint die Karstlandschaft des Burren mit dem Poulnabrone-Dolmen, die Cliffs of Moher, das Musikdorf Doolin, die Halbinsel Loop Head und die Kreisstadt Ennis. Wer Natur, Steinzeit und traditionelle Musik sucht, findet hier alles auf engem Raum.

Clare ist eine Grafschaft der Gegensätze: im Norden das kahle, graue Kalksteinplateau des Burren, im Westen eine zerklüftete Atlantikküste mit Surfstränden und hohen Klippen, im Süden das breite Mündungsgebiet des Shannon, im Osten welliges Weideland mit Seen. Auf dieser Seite finden Sie die ganze Grafschaft als Reiseziel – vom Burren über Ennis und Doolin bis nach Loop Head und Bunratty. Den bekanntesten Ort der Region, die Cliffs of Moher, stellen wir auf einer eigenen Seite ausführlich vor.

County Clare Basisdaten

Flagge:
Provinz:
County Town:
Irischer Name:
Fläche:
Einwohner:
Kfz-Kennzeichen:
Clare Flagge
Munster
Ennis
An Clár
3.450 km²
ca. 128.000
CE
Lage des County

Karte County Clare
LageWestküste der Republik Irland, Provinz Munster, zwischen Galway Bay im Norden und Shannon-Mündung im Süden
Größte OrteEnnis (ca. 27.900 Einw.), Shannon (ca. 10.300), dazu Kilrush, Kilkee, Lahinch, Ennistymon (Zensus 2022)
AnreiseFlughafen Shannon im Süden des County; Bahn Limerick–Ennis–Galway; Fernbusse nach Ennis
HöhepunkteBurren mit Poulnabrone-Dolmen, Cliffs of Moher, Doolin, Loop Head, Bunratty Castle, Ennis
SchutzgebieteBurren-Nationalpark (ca. 1.500 ha), UNESCO Global Geopark Burren and Cliffs of Moher (seit 2011)
Zeitbedarfdrei bis fünf Tage für Burren, Küste und Ennis

Was macht County Clare als Reiseziel aus?

Clare ist das Land zwischen zwei Buchten: Im Norden grenzt es an die Galway Bay, im Süden an die weite Mündung des Shannon, im Westen an den offenen Atlantik. Auf rund 3.450 Quadratkilometern leben knapp 128.000 Menschen, fast ein Drittel davon in Ennis und Shannon. Der Rest der Grafschaft ist ländlich und dünn besiedelt, was der Landschaft und ihren Denkmälern gutgetan hat.

Kaum eine Region Irlands hat so viele archäologische Stätten auf so engem Raum. Steinzeitliche Gräber, Steinforts aus dem frühen Mittelalter, Kirchenruinen und Turmburgen der gälischen Clans prägen vor allem den Burren. Als Heimat der O’Briens von Thomond hat Clare zudem eine stolze Geschichte; der Hochkönig Brian Boru stammte aus dieser Gegend.

Daneben ist Clare berühmt für seine Musik. Die Grafschaft gilt als eine der Hochburgen der traditionellen irischen Musik, mit Sessions in den Pubs von Doolin, Ennis und Miltown Malbay. Clare ist ein fester Teil der Küstenroute Wild Atlantic Way; mehr zur Küste lesen Sie auf unserer Seite zum Atlantik in Irland.

Was ist der Burren und wann blüht er?

Der Burren ist eine rund 530 Quadratkilometer große Karstlandschaft im Norden von Clare, deren Kalksteinplatten wie ein graues Pflaster über die Hügel laufen. Seine berühmte Blütezeit liegt im späten Frühjahr, besonders Ende Mai, wenn zwischen den Steinen Enzian, Orchideen und Storchschnäbel blühen.

Das Besondere: In den Spalten des Kalksteins, den sogenannten Grikes, wachsen arktisch-alpine und mediterrane Pflanzen direkt nebeneinander. Insgesamt kommen im Burren mehr als 70 Prozent der in Irland heimischen Blütenpflanzen vor, darunter die meisten irischen Orchideenarten. Der Frühlings-Enzian ist das Wahrzeichen der Region. Unter der Oberfläche verbergen sich über 50 Kilometer kartierter Höhlen. Die Aillwee Cave bei Ballyvaughan ist für Besucher erschlossen und kombiniert Höhlenführungen mit einer Greifvogelschau.

Ein Offizier der Cromwell-Armee, Edmund Ludlow, schrieb 1651/52 über den Burren, es gebe hier nicht genug Wasser, um einen Mann zu ertränken, nicht genug Holz, um ihn aufzuhängen, und nicht genug Erde, um ihn zu begraben. Trotzdem wird der Burren seit Jahrtausenden beweidet: Nach alter Tradition, der „Winterage“, stehen die Rinder von Oktober bis April auf den Hochflächen, was die Blumenwiesen offen hält.

Im Südosten liegt der Burren-Nationalpark, mit etwa 1.500 Hektar der kleinste der irischen Nationalparks. Der Eintritt ist frei. Erste Anlaufstelle ist der Informationspunkt in Corofin; von dort fährt im Sommer ein kostenloser Shuttlebus zu den Wanderwegen. Die markierten Routen ab Gortlecka führen in zweieinhalb bis dreieinhalb Stunden auf den Mullaghmore. Im Park gibt es keine Einrichtungen, auch keine Toiletten. Infos bietet der Burren-Nationalpark (National Parks of Ireland).

Tipp: Ende Mai kommen. Die schönste Zeit für die Burren-Flora ist der späte Mai. Bleiben Sie auf den Wegen und pflücken Sie nichts: Viele der Pflanzen sind streng geschützt.

Was hat es mit dem Poulnabrone-Dolmen auf sich?

Der Poulnabrone-Dolmen ist ein jungsteinzeitliches Portalgrab im Herzen des Burren und eines der bekanntesten prähistorischen Denkmäler Irlands. Die Bestattungen datieren Archäologen auf die Zeit zwischen etwa 3800 und 3200 v. Chr.; das Grab ist damit älter als die Pyramiden von Gizeh.

Zwei hohe Portalsteine und kleinere Seitensteine tragen eine schräg liegende, trapezförmige Deckplatte von rund 3,9 Metern Länge. Ursprünglich war die Kammer wohl von einem niedrigen Steinhügel umgeben. Der irische Name Poll na Brón bedeutet „Loch des Mahlsteins“; die häufig zu lesende Übersetzung „Loch der Sorgen“ ist eine volkstümliche Deutung.

Bei Ausgrabungen in den Jahren 1986 und 1988 fanden die Archäologen unter der Leitung von Ann Lynch die Überreste von mindestens 28, wahrscheinlich über 30 Menschen, Erwachsene wie Kinder, dazu Grabbeigaben wie Pfeilspitzen, eine Steinaxt, einen steinernen Anhänger und Keramikscherben. Ein Riss im östlichen Portalstein machte damals eine Sicherung des Monuments nötig. Der Dolmen ist ein irisches Nationaldenkmal und frei zugänglich; er steht ein kurzes Stück abseits der Straße zwischen Ballyvaughan und Leamaneh. Nicht weit entfernt liegt das Steinfort Caherconnell, ein guter zweiter Halt.

Tipp: Abends hingehen. Am späten Nachmittag sind die meisten Busse weg, und das tiefe Licht lässt Dolmen und Kalksteinplatten besonders plastisch wirken.

Was gibt es in Ennis zu sehen?

Ennis, die Kreisstadt des County, ist mit knapp 28.000 Einwohnern die größte Stadt Clares und ein angenehmer Standort mit mittelalterlichem Kern. Enge, gewundene Gassen führen zum Fluss Fergus, an dessen Ufer Sie gut spazieren können.

Wichtigste Sehenswürdigkeit ist die Ennis Friary, ein Franziskanerkloster, das die O’Briens von Thomond im Mittelalter gründeten. Bekannt ist sie für ihre Skulpturen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die in einheimischem Kalkstein gearbeitet sind, darunter eine Darstellung des heiligen Franziskus mit den Wundmalen. Das Ostfenster mit fünf schlanken Lanzettbögen taucht den Chor in Licht. Die Ruine wird vom OPW betreut und ist 2026 vom 13. März bis 4. November täglich geöffnet; der Eintritt kostet ca. 5 Euro für Erwachsene (Stand 2026).

Abends lohnt sich Ennis vor allem wegen seiner Pubs mit traditioneller Musik. Die Stadt liegt an der Bahnlinie von Limerick nach Galway und ist ein guter Ausgangspunkt für Tagesausflüge in den Burren, nach Doolin und zu den Klippen.

Warum gilt Doolin als Hochburg der irischen Musik?

Doolin, ein kleines Dorf an der Küste nordwestlich der Cliffs of Moher, wurde in den 1970er und 1980er Jahren unter Liebhabern traditioneller Musik weltweit bekannt. Bis heute spielen in den Pubs des Ortes fast jeden Abend Musiker, darunter viele Gäste aus dem Ausland.

Clare ist ohnehin das Musik-County Irlands. In Miltown Malbay findet jedes Jahr im Juli die Willie Clancy Summer School statt, benannt nach dem berühmten Uilleann-Pipes-Spieler, ein Treffpunkt für Musiker und Lernende aus aller Welt. Mehr zur Musiktradition des Landes lesen Sie auf unserer Seite zur irischen Musik.

Doolin ist zugleich ein praktischer Ausgangspunkt: Vom Pier fahren in der Saison Fähren zu den Aran-Inseln, und eine geführte Klippenwanderung verläuft von hier entlang der Küste. Im nahen Lisdoonvarna lockt im September ein traditionelles Heiratsvermittlerfest, das heute vor allem ein großes Musik- und Tanzfest ist.

Was bieten Loop Head, Kilkee und Lahinch?

Die Halbinsel Loop Head ist der westlichste Zipfel von Clare, ein schmaler Landfinger zwischen Atlantik und Shannon-Mündung. An ihrer Spitze steht seit 1854 ein 23 Meter hoher Leuchtturm; vom Kap reicht der Blick über die Klippen bis nach Kerry. Die Halbinsel wurde 2010 von der EU als nachhaltiges Reiseziel ausgezeichnet und ist deutlich ruhiger als die Cliffs of Moher. Am Kap stand im Zweiten Weltkrieg, wie an anderen Küstenpunkten, ein großes „EIRE“-Zeichen für Flugzeuge, und auch hier wurde für „Star Wars: Die letzten Jedi“ gedreht.

Kilkee ist ein klassischer Badeort mit halbmondförmiger Bucht und eindrucksvollen Klippenwegen. Vom Hafenort Kilrush setzen Boote zur Insel Scattery über, auf der der heilige Senan im 6. Jahrhundert ein Kloster gründete. Weiter nördlich ist Lahinch mit seinem langen Sandstrand eines der beliebtesten Surfziele Irlands, mit Surfschulen und einem berühmten Golfplatz. Tipps zum Wellenreiten finden Sie auf unserer Seite zum Surfurlaub in Irland.

Wie besucht man Bunratty und wie reist man nach Clare?

Bunratty Castle liegt direkt an der N18 zwischen Limerick und Ennis, wenige Minuten vom Flughafen Shannon. Die heutige Burg aus dem 15. Jahrhundert ist die letzte von vier Burgen an dieser Stelle; bereits um 970 bestand hier ein Handelsplatz der Wikinger.

Zum Komplex gehört der Bunratty Folk Park, ein Freilichtmuseum mit über 30 Gebäuden auf rund zehn Hektar, das das ländliche Irland des 19. Jahrhunderts zeigt. Abends werden in der Burg mittelalterliche Bankette veranstaltet, für die Sie vorab reservieren sollten. Parkplätze sind kostenlos.

Der Flughafen Shannon im Süden von Clare wurde 1945 eröffnet und war der erste Irlands mit Transatlantikflügen; heute ist er der drittgrößte des Landes und ideal für eine Westirland-Reise. Ennis hat einen Bahnhof an der Strecke Limerick–Galway. Für den Burren und die Küste empfiehlt sich ein Mietwagen, denn Busse fahren dort nur selten. Gut kombinieren lässt sich Clare mit der Stadt Galway im Norden und Limerick im Süden.

Häufige Fragen zu County Clare

Was ist die Hauptstadt von County Clare?

Kreisstadt ist Ennis, mit knapp 28.000 Einwohnern zugleich die größte Stadt der Grafschaft. Sie liegt am Fluss Fergus und an der Bahnlinie Limerick–Galway.

Kostet der Besuch des Burren Eintritt?

Nein, die Landschaft und der Burren-Nationalpark sind frei zugänglich, ebenso der Poulnabrone-Dolmen. Eintritt verlangen nur einzelne Attraktionen wie die Aillwee Cave oder das Steinfort Caherconnell.

Wann ist die beste Reisezeit für Clare?

Mai und Juni sind ideal: Der Burren blüht, die Tage sind lang, und die Küste ist noch nicht überlaufen. Juli und August bringen Festivals und Musiksommer, aber auch volle Parkplätze an den Klippen.

Wie weit ist es vom Burren zu den Cliffs of Moher?

Die Klippen liegen am Südwestrand des Burren, von Doolin oder Lisdoonvarna sind es nur wenige Autominuten. Beides lässt sich gut an einem Tag verbinden.

Kann man von Clare zu den Aran-Inseln fahren?

Ja. In der Saison fahren Fähren von Doolin zu den Aran-Inseln, vor allem nach Inisheer, der kleinsten und nächstgelegenen Insel. Die Fahrten sind wetterabhängig.

Clare mit den Klippen verbinden

Die Cliffs of Moher liegen mitten in Clare und gehören zu jeder Reise hierher. Alles zu Besucherzentrum, Klippenweg und den besten Zeiten finden Sie auf unserer Klippenseite.

Weiter zu den Cliffs of Moher

Passend dazu: alle Counties in Irland im Überblick, der Fluss Shannon an der Südgrenze von Clare und die Nachbarstadt Limerick.

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