Geografie
Irland ist mit rund 84.400 Quadratkilometern die drittgrößte Insel Europas. Sie liegt im Atlantik westlich von Großbritannien und gleicht einer flachen Schüssel: Ein weites Tiefland mit Mooren, Seen und dem Shannon wird von Küstengebirgen eingerahmt, deren höchster Gipfel, der Carrauntoohil in Kerry, 1.039 Meter erreicht.
Die Landschaft der grünen Insel ist das Ergebnis von Hunderten Millionen Jahren Erdgeschichte und mehreren Eiszeiten. Sie erklärt, warum die Westküste so zerklüftet ist, warum es im Landesinneren so viele Seen gibt und warum der Kalkstein im Burren wie eine Mondlandschaft wirkt. Für die Reiseplanung lohnt ein Blick auf unsere interaktive Irland-Karte. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie die Insel aufgebaut ist: Lage und Größe, Berge, Flüsse und Seen, Moore und Karst, Küste und Inseln sowie die Gliederung in Provinzen und Counties.
| Lage | Nordatlantik, westlich von Großbritannien, getrennt durch die Irische See; etwa 51,4 bis 55,4 Grad nördlicher Breite |
|---|---|
| Fläche | rund 84.400 km²; Republik Irland etwa fünf Sechstel, Nordirland etwa ein Sechstel |
| Ausdehnung | rund 480 km von Nord nach Süd, rund 275 km von West nach Ost |
| Höchster Berg | Carrauntoohil, 1.039 m, MacGillycuddy’s Reeks (County Kerry) |
| Längster Fluss | Shannon, rund 360 km |
| Größter See | Lough Neagh in Nordirland, rund 392 km² |
| Gliederung | 4 Provinzen, 32 traditionelle Counties (26 in der Republik, 6 in Nordirland) |
Fragen, die wir beantworten
- Wo liegt Irland und wie groß ist die Insel?
- Wie ist die Landschaft Irlands aufgebaut?
- Welche Berge sind die höchsten in Irland?
- Welche Flüsse und Seen prägen das Land?
- Was macht Moore und den Burren so besonders?
- Wie sieht die Küste aus und welche Inseln gibt es?
- Wie ist Irland in Provinzen und Counties gegliedert?
Wo liegt Irland und wie groß ist die Insel?
Irland liegt am Westrand Europas im Nordatlantik, getrennt von Großbritannien durch die Irische See, den St.-Georgs-Kanal und im Norden den Nordkanal. Mit rund 84.400 Quadratkilometern ist sie nach Großbritannien die zweitgrößte Insel der Britischen Inseln und weltweit die Nummer 20.
Die Insel misst etwa 480 Kilometer von Nord nach Süd und 275 Kilometer von West nach Ost. Rund fünf Sechstel der Fläche, gut 70.000 Quadratkilometer, gehören zur Republik Irland, das übrige Sechstel bildet Nordirland, das Teil des Vereinigten Königreichs ist. Zum Vergleich: Die ganze Insel ist etwas größer als Bayern. Der nördlichste Punkt ist Malin Head in Donegal, im Süden liegen Mizen Head und davor die Felsinsel Fastnet Rock. Im Osten trennen an der schmalsten Stelle nur rund 20 Kilometer die Küste von Antrim und Schottland.
Die Lage im Atlantik bestimmt das Klima. Warmes Wasser des Golfstroms und des Nordatlantikstroms hält die Küsten im Winter eisfrei und die Temperaturen mild, westliche Winde bringen reichlich Regen, besonders an der Westküste. Dublin an der Ostküste ist dagegen vergleichsweise trocken. Wie sich Temperaturen und Niederschläge über das Jahr verteilen und wann die beste Reisezeit ist, zeigt unsere Seite zum Klima in Irland.
Wie ist die Landschaft Irlands aufgebaut?
Das Innere Irlands ist ein weites, flaches Kalksteintiefland, die Midlands, das von Bergketten an den Küsten umrahmt wird. Geografen vergleichen die Insel deshalb gern mit einer Untertasse oder Schüssel.
Unter dem Tiefland liegen überwiegend Kalksteine aus der Karbonzeit. Darauf hinterließen die Gletscher der letzten Eiszeit eine Decke aus Geschiebe, Sand und Kies. Typisch sind Drumlins, längliche Hügel, die das Eis geformt hat und die besonders zwischen Sligo und Down ganze Landschaften aus kleinen Kuppen, Seen und Hecken bilden. Wo Schmelzwasser Sand und Kies ablagerte, entstanden lange, schmale Wälle, die Eskers; auf ihnen verliefen schon in früher Zeit wichtige Wege durch die Moore.
Die Gebirge am Rand sind deutlich älter und bestehen aus Granit, Quarzit oder Sandstein. Im Osten unterbricht eine Lücke den Gebirgsring: Hier reicht das Tiefland bis an die Irische See, und genau dort liegt Dublin. Die Hauptstadt selbst ist flach, im Süden steigen aber nur wenige Kilometer entfernt die Wicklow Mountains auf. Vom Killiney Hill südlich der Stadt überblicken Sie Dublin Bay, die Halbinsel Howth und die Berge zugleich. Der Liffey teilt die Stadt in eine Nord- und eine Südseite und mündet im Hafen in die Irische See. Wald bedeckt heute nur rund zehn Prozent der Insel, überwiegend Nadelholzplantagen; die ursprünglichen Wälder wurden über Jahrhunderte gerodet.
Welche Berge sind die höchsten in Irland?
Der höchste Berg ist der Carrauntoohil mit 1.039 Metern in den MacGillycuddy’s Reeks im County Kerry. Nur drei Gipfel der Insel überschreiten die Marke von 1.000 Metern, alle in dieser Kette.
Die MacGillycuddy’s Reeks westlich von Killarney sind ein von Gletschern geformter Sandsteinkamm mit steilen Gletscherkaren und Seen. Die Besteigung des Carrauntoohil dauert vier bis sechs Stunden und gilt als anspruchsvoll; der bekannteste Weg führt von Cronin’s Yard durch das Hag’s Glen und über die steile Rinne des Devil’s Ladder. Bei Nebel ist die Orientierung schwierig, ohne Bergerfahrung oder Führer sollten Sie den Aufstieg nicht wagen. Praktische Hinweise gibt Discover Ireland. Viele Besucher erleben die Berge eher von der Straße aus, etwa auf dem Ring of Kerry.
Weitere bekannte Gebirge sind die Wicklow Mountains südlich von Dublin mit dem Lugnaquilla (925 Meter) und dem Wanderweg Wicklow Way, die Mourne Mountains in Nordirland mit dem Slieve Donard (850 Meter) und der 36 Kilometer langen Mourne Wall, die Twelve Bens in Connemara und der Mweelrea an der Grenze von Mayo und Galway, höchster Berg der Provinz Connacht. Im Nordwesten erheben sich die Derryveagh Mountains in Donegal, im Süden die Galtees und die Comeraghs. Der Croagh Patrick bei Westport ist Irlands heiliger Berg, auf den jedes Jahr Ende Juli Tausende Pilger steigen.
Welche Flüsse und Seen prägen das Land?
Der Shannon ist mit rund 360 Kilometern der längste Fluss Irlands und Großbritanniens, hinzu kommt eine über 100 Kilometer lange Mündung in den Atlantik. Größter See ist Lough Neagh in Nordirland mit rund 392 Quadratkilometern.
Der Shannon entspringt im County Cavan und fließt nach Süden durch die Midlands, wo er sich zu den großen Seen Lough Allen, Lough Ree und Lough Derg weitet. Er trennt den Westen vom Rest des Landes und mündet bei Limerick in einen breiten Mündungstrichter. Weil er kaum Gefälle hat und über Kanäle mit anderen Gewässern verbunden ist, eignet er sich hervorragend für Hausbootferien. Weitere wichtige Flüsse sind Barrow, Nore und Suir im Südosten, die als „Three Sisters“ bekannt sind, der Liffey in Dublin, die Boyne mit den prähistorischen Gräbern von Brú na Bóinne, der Lee in Cork und die Erne in Fermanagh.
Lough Neagh liegt westlich von Belfast und wird von fünf der sechs nordirischen Counties berührt. Nach der Legende entstand der See, als der Riese Fionn mac Cumhaill einen Erdklumpen nach einem schottischen Rivalen schleuderte; der Klumpen landete als Isle of Man in der Irischen See. Größter See der Republik ist Lough Corrib bei Galway mit rund 176 Quadratkilometern, bekannt für Bachforellen und Lachse. Insgesamt prägen Tausende kleinerer Seen die Landschaft, besonders in Connemara, Fermanagh und den Drumlin-Gebieten.
Was macht Moore und den Burren so besonders?
Rund ein Siebtel der Insel ist von Mooren bedeckt, in der Republik sogar ein noch höherer Anteil. Ganz anders zeigt sich der Burren in Clare: eine Karstlandschaft aus blankem Kalkstein, in der arktisch-alpine und mediterrane Pflanzen nebeneinander wachsen.
Irlands Moore umfassen rund 12.000 Quadratkilometer. Hochmoore finden sich vor allem in den Midlands im Einzugsgebiet des Shannon, etwa im Bog of Allen. Sie entstanden, als nach der Eiszeit flache Seen verlandeten und abgestorbene Pflanzen sich über Jahrtausende zu Torf auftürmten. Deckenmoore dagegen überziehen die regenreichen Hänge im Westen, besonders in Mayo, Donegal und Connemara. Über Jahrhunderte stachen die Menschen Torf als Brennstoff; der staatliche Betrieb Bord na Móna hat den industriellen Abbau inzwischen eingestellt. Heute gelten die Moore als wichtige Kohlenstoffspeicher, viele Flächen werden wiedervernässt.
Der Burren im Norden des County Clare besteht aus großen Kalksteinplatten, die von Spalten durchzogen sind. In diesen geschützten Ritzen gedeihen Enzian, Silberwurz und zahlreiche Orchideen; im Burren National Park kommen 23 der 27 in Irland heimischen Orchideenarten vor. Typisch sind Turloughs, Seen, die je nach Grundwasserstand kommen und gehen, sowie Höhlen wie die Aillwee Cave. Der Mensch hat hier seit der Jungsteinzeit Spuren hinterlassen, am bekanntesten ist der Dolmen von Poulnabrone. Der Nationalpark im Südosten des Burren bietet markierte Rundwege, Informationen hat die Nationalparkverwaltung auf ihrer Seite zum Burren National Park zusammengestellt. Gleich westlich fällt die Kalksteinlandschaft an den Cliffs of Moher steil zum Atlantik ab.
Wie sieht die Küste aus und welche Inseln gibt es?
Die Küste ist vor allem im Westen stark gegliedert, mit Halbinseln, tiefen Buchten, Steilklippen und Hunderten vorgelagerter Inseln. Ihre Länge hängt stark von der Messmethode ab: Gängige Angaben reichen von gut 3.000 bis über 7.000 Kilometer.
Im Südwesten ragen die Halbinseln Beara, Iveragh und Dingle wie Finger in den Atlantik, getrennt durch ertrunkene Täler, die das Meer nach der Eiszeit füllte. Weiter nördlich folgen die Galway Bay, die zerklüftete Küste von Connemara, Clew Bay mit ihren Drumlin-Inseln und die Steilküste von Donegal mit den Klippen von Slieve League. Entlang dieser Westküste verläuft heute die Touristenroute Wild Atlantic Way. Die Ostküste ist deutlich glatter, mit langen Sandstränden und Buchten wie Dublin Bay. Im Norden bilden die Basaltsäulen des Giant’s Causeway in Antrim eine der bekanntesten Küstenformationen der Welt.
Größte Insel vor der Küste ist Achill Island in Mayo, die über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Die Aran Islands vor der Galway Bay sind für ihre Steinmauern und als Irisch sprechende Gemeinschaft bekannt. Vor Kerry liegt Skellig Michael mit seinem frühchristlichen Kloster, das zum UNESCO-Welterbe gehört. Weitere bewohnte Inseln sind unter anderem Tory Island und Arranmore vor Donegal, Clare Island, Inishbofin und Cape Clear sowie im Norden Rathlin Island vor Antrim.
Wie ist Irland in Provinzen und Counties gegliedert?
Die Insel ist traditionell in vier Provinzen und 32 Counties gegliedert. Leinster, Munster und Connacht liegen ganz in der Republik, von den neun Counties der Provinz Ulster gehören sechs zu Nordirland und drei zur Republik.
Die Provinzen gehen auf alte Königreiche zurück und haben heute keine Verwaltungsfunktion mehr, im Sport und im Alltag spielen sie aber weiterhin eine Rolle. Die Counties entstanden größtenteils unter englischer Herrschaft zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert. In der Republik bilden sie mit einigen Anpassungen die Grundlage der Kommunalverwaltung; in Nordirland wurden die Verwaltungsaufgaben auf neue Bezirke übertragen, die Counties sind dort aber als Bezeichnung lebendig. Die Iren identifizieren sich stark mit ihrem County. Porträts der einzelnen Grafschaften mit Landschaft, Städten und Sehenswürdigkeiten finden Sie auf unserer Übersichtsseite zu den irischen Counties.
Häufige Fragen zur Geografie Irlands
Wie groß ist Irland im Vergleich zu Deutschland?
Die gesamte Insel ist mit rund 84.400 Quadratkilometern knapp ein Viertel so groß wie Deutschland und etwas größer als Bayern. Die Republik Irland allein umfasst gut 70.000 Quadratkilometer.
Ist Irland eine eigene Insel oder Teil Großbritanniens?
Irland ist eine eigene Insel westlich von Großbritannien. Politisch ist sie zweigeteilt: Die Republik Irland ist ein unabhängiger Staat, Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich.
Warum ist Irland so grün?
Mildes Atlantikklima, häufige Niederschläge und seltene Fröste lassen Gras fast das ganze Jahr wachsen. Weite Teile des Landes sind Weideland, das durch Hecken und Steinmauern in kleine Felder gegliedert ist.
Gibt es in Irland Vulkane oder Erdbeben?
Aktive Vulkane gibt es nicht. Vulkanische Tätigkeit vor rund 60 Millionen Jahren schuf jedoch die Basaltsäulen des Giant’s Causeway. Spürbare Erdbeben sind sehr selten und schwach.
Wie weit ist es in Irland höchstens bis zum Meer?
Weil die Insel vergleichsweise schmal ist, liegt kein Ort mehr als etwa 110 Kilometer von der Küste entfernt. Von den Midlands aus erreichen Sie das Meer in rund eineinhalb Stunden Fahrt.
Die Insel Grafschaft für Grafschaft
Von Antrim bis Wicklow: Unsere Porträts stellen Landschaften, Städte und Sehenswürdigkeiten der einzelnen Counties vor.
Passend dazu: Die Küstenroute im Westen beschreibt unsere Seite zum Wild Atlantic Way, die Basaltsäulen im Norden stellen wir beim Giant’s Causeway vor, und einen Überblick über Bevölkerung, Staat und Wirtschaft gibt die Seite Land und Leute.
