Temple Bar

Temple Bar ist Dublins bekanntestes Ausgeh- und Kulturviertel: ein Netz aus Kopfsteinpflastergassen am Südufer der Liffey zwischen Dame Street und Fluss. Tagsüber locken Märkte, Galerien und das Irish Film Institute, abends Pubs mit Livemusik. Das Viertel ist touristisch und teuer, aber für einen Besuch unverzichtbar.

Kaum ein Ort steht so sehr für das Bild vom feiernden Irland wie die bunten Fassaden von Temple Bar. Zwischen Westmoreland Street im Osten und Fishamble Street im Westen drängen sich auf wenigen Hundert Metern Pubs, Restaurants, kleine Bühnen, Plattenläden, Ateliers und Souvenirgeschäfte. Gleichzeitig ist Temple Bar offiziell Dublins Kulturviertel, mit Kino, Fotomuseum, Kunstzentren und Wochenmärkten. Wer weiß, wann er wohin geht, erlebt beide Seiten. Dieser Beitrag gehört zu unseren Freizeit-Tipps für Dublin und zeigt, was das Viertel ausmacht, was Sie in den Pubs erwartet und wie Sie Temple Bar am besten besuchen.

LageDublin 2, Südufer der Liffey, zwischen Dame Street, Westmoreland Street und Fishamble Street
Anreisezu Fuß ab Trinity College oder O’Connell Street; Luas-Haltestelle Westmoreland, über die Ha’penny Bridge auch ab Jervis; zahlreiche Buslinien entlang der Quays
EintrittViertel frei zugänglich; Photo Museum Ireland mit freiem Eintritt, Kino und Veranstaltungen kostenpflichtig
MärkteLebensmittelmarkt samstags am Meeting House Square, Büchermarkt am Wochenende am Temple Bar Square
Beste Zeittagsüber und früher Abend für Kultur und Märkte, später Abend für Pubs und Musik
Zeitbedarfca. 2–3 Stunden für einen Rundgang, mit Pubbesuch ein ganzer Abend

Was ist Temple Bar und wo genau liegt das Viertel?

Temple Bar ist ein historisches Viertel im Zentrum von Dublin, das sich am Südufer der Liffey zwischen Dame Street und dem Fluss erstreckt. Es ist klein genug, um es in einer Stunde zu durchqueren, aber dicht gepackt mit Lokalen und Kultureinrichtungen.

Die Hauptachse bildet die gleichnamige Straße Temple Bar, die in die Fleet Street und die East Essex Street übergeht. Dazwischen liegen schmale Querstraßen wie Crown Alley, Eustace Street, Temple Lane und Cow’s Lane sowie zwei Plätze: der kleine Temple Bar Square und der Meeting House Square. Vom Fluss her betreten viele Besucher das Viertel durch den Merchant’s Arch, einen Durchgang direkt gegenüber der Ha’penny Bridge, der eisernen Fußgängerbrücke von 1816, für deren Überquerung einst ein halber Penny Brückenzoll fällig war.

Der Name geht nach gängiger Erklärung auf die Familie Temple zurück, deren Vorfahr Sir William Temple hier im frühen 17. Jahrhundert ein Haus mit Garten besaß. Als „Bar“ bezeichnete man damals einen Uferweg am Fluss. Möglich ist auch, dass die Dubliner den Namen von der gleichnamigen Straße in London übernahmen.

Wie wurde Temple Bar zu Dublins Kulturviertel?

Durch einen glücklichen Zufall: In den 1970er- und 1980er-Jahren wollte die staatliche Verkehrsgesellschaft CIÉ hier einen großen Busbahnhof bauen und kaufte dafür nach und nach Gebäude auf. Bis zur Entscheidung vermietete sie diese günstig, und so zogen Künstler, Galerien, Plattenläden und kleine Betriebe ein.

Die Geschichte des Viertels reicht viel weiter zurück. Schon um 1259 stand in der Nähe der heutigen Cecilia Street ein Augustinerkloster, dessen Reste in einem modernen Gebäudekomplex erhalten sind. Im 17. Jahrhundert wurde das sumpfige Ufer trockengelegt und bebaut, auf einer Karte von 1673 taucht der Straßenname erstmals auf. Im 18. Jahrhundert hatte Temple Bar einen zweifelhaften Ruf als Rotlichtviertel, zugleich wurde hier Musikgeschichte geschrieben: Am 13. April 1742 erlebte Händels Oratorium „Messiah“ in der Fishamble Street seine Uraufführung, bis heute erinnert jedes Jahr am selben Datum eine Aufführung im Freien daran. 1791 gründete sich in einer Taverne in der Eustace Street die Gesellschaft der United Irishmen.

Gegen die Pläne für den Busbahnhof protestierten der Denkmalschutzverband An Taisce, Anwohner und Geschäftsleute, das Projekt wurde schließlich aufgegeben. 1991 gründete die Regierung die Gesellschaft Temple Bar Properties, die das Viertel als Kulturquartier sanierte: Neue Plätze, Kultureinrichtungen und Wohnungen entstanden. Inzwischen prägen allerdings Bars, Hotels und Ferienwohnungen das Bild, und die Zahl der dauerhaften Bewohner ist seit Mitte der 2010er-Jahre gesunken.

Welche Pubs gibt es in Temple Bar und wie teuer ist ein Pint?

In Temple Bar liegen einige der bekanntesten Pubs Dublins, viele mit Livemusik von mittags bis nach Mitternacht. Ehrlich gesagt: Die Getränkepreise gehören zu den höchsten der Stadt, ein Pint kostet hier spürbar mehr als ein paar Straßen weiter.

Das meistfotografierte Lokal ist der Pub The Temple Bar mit seiner roten Fassade an der Ecke zur Temple Lane, innen eng, laut und fast immer voll. Ähnlich beliebt sind das Oliver St. John Gogarty und The Auld Dubliner, in denen Musiker vor allem irische Folk-Klassiker zum Mitsingen spielen. The Porterhouse in der Parliament Street war eine der ersten Brauereikneipen Irlands und schenkt eigene Biere aus. Wer echte traditionelle Sessions sucht, bei denen Musiker im Kreis sitzen und spontan spielen, findet sie eher in Pubs außerhalb des Viertels. Hintergründe zur Kneipenkultur lesen Sie auf unserer Seite zu den Pubs in Irland.

Auch beim Essen lohnt ein kritischer Blick. Neben Touristenlokalen mit mittelmäßigen Menüs gibt es inzwischen gute Restaurants, Cafés und Imbisse, besonders in den Seitengassen und rund um den Meeting House Square. Vergleichen Sie Karten und Preise, bevor Sie sich setzen. Empfehlungen für gute Adressen in der ganzen Stadt finden Sie unter Essen in Dublin.

Tipp: Erstes Pint in Temple Bar, zweites woanders. Erleben Sie die Atmosphäre in einem der bekannten Pubs am frühen Abend und ziehen Sie dann ein paar Hundert Meter weiter, etwa Richtung Dame Street oder George’s Street. Dort sind die Preise niedriger und das Publikum gemischter.

Welche Kultur bietet Temple Bar abseits der Kneipen?

Mehr als viele Besucher erwarten: Das Irish Film Institute, das Photo Museum Ireland, das Project Arts Centre und die Temple Bar Gallery and Studios machen das Viertel zum kulturellen Zentrum der Innenstadt. Viele Ausstellungen sind kostenlos.

Das Irish Film Institute in der Eustace Street ist Dublins wichtigstes Programmkino. Es zeigt Arthouse-Filme, Klassiker und irische Produktionen und beherbergt das Irish Film Archive, das das filmische Erbe des Landes bewahrt. Das Gebäude war einst ein Versammlungshaus der Quäker, daher stammt auch der Name des benachbarten Meeting House Square. Café-Bar und Filmbuchladen laden auch ohne Kinokarte zum Verweilen ein.

Am Meeting House Square liegt außerdem das Photo Museum Ireland, das frühere Gallery of Photography, mit wechselnden Ausstellungen irischer und internationaler Fotografie, eigener Dunkelkammer, Kursen und einer großen Fotobuchhandlung. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist in der Regel dienstags bis samstags tagsüber und sonntags nachmittags (Stand 2026). Gegenüber archiviert die Nationalbibliothek historische Fotografien im National Photographic Archive. In der East Essex Street zeigt das Project Arts Centre zeitgenössisches Theater, Tanz und Kunst, in der Eustace Street bietet The Ark Kulturprogramme speziell für Kinder. An einer Hauswand in der Temple Lane erinnert die Wall of Fame mit großen Porträts an Stars der irischen Musik. Mehr über die Musikszene des Landes lesen Sie auf unserer Seite zur irischen Musik.

Welche Märkte und Festivals finden in Temple Bar statt?

Samstags findet am Meeting House Square ein Lebensmittelmarkt statt, am Wochenende stöbern Leseratten auf dem Büchermarkt am Temple Bar Square. Größtes Ereignis im Jahr ist das Temple Bar Trad Festival, das traditionell Ende Januar stattfindet.

Auf dem Lebensmittelmarkt verkaufen Erzeuger Käse, Brot, Austern, Gebäck und Streetfood, viele Dubliner holen sich hier ihr Samstagsfrühstück. Ein Teil des Platzes lässt sich mit großen, ausfahrbaren Schirmen überdachen, sodass der Markt auch bei Schauern stattfinden kann; im Sommer werden hier Filme im Freien gezeigt. In der Cow’s Lane bieten Designer samstags Mode, Schmuck und Kunsthandwerk an. Zum Trad Festival spielen mitten im Winter bekannte Musiker aus der irischen Folk- und Traditionsszene in Pubs, Kirchen und Sälen in und rund um Temple Bar. Auch zum St. Patrick’s Day im März und zu Silvester ist das Viertel einer der Brennpunkte der Stadt. Ein Blick in den aktuellen Veranstaltungskalender lohnt sich vor jeder Reise.

Wie sicher ist Temple Bar abends?

Temple Bar ist grundsätzlich sicher und stark belebt, doch spät abends und am Wochenende herrschen Lärm, Gedränge und viel Alkohol. Die größte Gefahr sind Taschendiebe, nicht Gewalt.

Ab dem späten Abend, besonders freitags und samstags, ziehen Junggesellenabschiede und Partygruppen durch die Gassen. Behalten Sie Handy und Geldbörse im Gedränge vor den Pubs im Blick und lassen Sie Taschen nie unbeaufsichtigt an der Theke. Die Polizei, die Garda Síochána, ist in der Innenstadt am Wochenende sichtbar präsent. Wer zum Schlafen in die Stadt kommt, sollte kein Hotel mitten im Viertel buchen, auch wenn es mit zentraler Lage wirbt: Die Musik läuft bis in die frühen Morgenstunden, und vor den Türen wird es selten vor zwei Uhr ruhig. Ruhigere Alternativen in Gehweite finden Sie auf unserer Seite zu den Unterkünften in Dublin, allgemeine Hinweise unter Sicherheit in Dublin.

Tipp: Am Morgen fotografieren. Vor zehn Uhr sind die Gassen fast leer. Dann gelingen Fotos der bunten Fassaden ohne Menschenmassen, und Sie erleben das Viertel ganz ohne Partylärm.

Was liegt in der Nähe von Temple Bar?

Temple Bar liegt mitten im historischen Zentrum, die großen Sehenswürdigkeiten der Südstadt erreichen Sie in fünf bis fünfzehn Minuten zu Fuß. Das Viertel eignet sich daher gut als Etappe auf einem Stadtrundgang.

Im Osten liegt das Trinity College mit dem Book of Kells, im Süden jenseits der Dame Street das Dublin Castle mit der Chester Beatty Library. Westlich, am Ende der Fishamble Street, erhebt sich die Christ Church Cathedral, daneben erklärt Dublinia die Wikingerzeit und das mittelalterliche Dublin. Über die Ha’penny Bridge gelangen Sie in wenigen Minuten auf die Nordseite der Liffey mit der Henry Street und der O’Connell Street. Für eine Pause eignen sich der Park St Stephen’s Green oder die Grafton Street mit ihren Straßenmusikern.

Impressionen aus Temple Bar

Die besten Touren in Temple Bar

Häufige Fragen zu Temple Bar

Lohnt sich ein Besuch in Temple Bar?

Ja, zumindest für einen Rundgang und ein Pint. Das Viertel ist touristisch und teuer, aber die Atmosphäre, die Livemusik und die Kultureinrichtungen sind einzigartig. Planen Sie dennoch Zeit für Pubs außerhalb des Viertels ein.

Wann ist in Temple Bar am meisten los?

Freitag- und Samstagabend sowie rund um den St. Patrick’s Day und zu Großveranstaltungen. Tagsüber und unter der Woche geht es deutlich ruhiger zu, am Samstagvormittag belebt der Markt den Meeting House Square.

Gibt es in Temple Bar Livemusik ohne Eintritt?

Ja, in den meisten Pubs spielt die Musik ohne Eintritt, oft schon ab dem Nachmittag. Bezahlt wird über die Getränke, die entsprechend teurer sind. Für Konzerte in Clubs und Kulturzentren werden Tickets verkauft.

Ist Temple Bar für Familien geeignet?

Tagsüber ja: Märkte, Straßenmusik, das Fotomuseum und The Ark mit seinen Kinderprogrammen eignen sich auch für Familien. Spät am Abend und am Wochenende ist das Viertel dagegen eher etwas für Erwachsene.

Dürfen Kinder in Dublin in den Pub?

Begleitete Kinder dürfen in Irland tagsüber in Pubs, in der Regel jedoch nur bis zum frühen Abend. Viele Lokale in Temple Bar lassen abends nur Erwachsene ein, achten Sie auf Hinweise an der Tür.

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Temple Bar ist nur ein Kapitel der Hauptstadt. Museen, Kirchen, Parks und Burgen finden Sie in unserer Übersicht der Sehenswürdigkeiten.

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Passend dazu: Gleich um die Ecke liegt die Christ Church Cathedral, geführte Stadtspaziergänge finden Sie unter Touren in Dublin. Das aktuelle Kinoprogramm im Viertel veröffentlicht das Irish Film Institute.

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