Howth Harbour und Ireland’s Eye

Ireland’s Eye
Wer das Meer genießen will, kann sich schlimmere Sachen antun als mit dem DART an sein nördlichstes Ende, nämlich nach Howth, zu fahren. Verlässt man den kleinen Bahnhof, landet man in einem Biergarten und blickt auf Felswände … erst ein scharfer Schwenk nach Links bringt den Hafen in Sicht. Hier kann man sich natürlich frei bewegen, eine klassische Tour beginnt jedoch mit einem weiteren Schwenk nach links und die Wanderung entlang der Kaimauer, links gesäumt von Werkstätten, Schiffstankstellen und Nobelrestaurants, rechts meist von Fischkuttern der verschiedensten Alters- und Verfallstufen.
Beachtenswert ist die große Schienenanlage, mit der Kutter zur Reparatur in das Dock gehievt werden. Und wer etwas Geduld mitbringt, kann zwischen den Kuttern auch oft Robben beobachten, die entweder selber jagen oder, Fast Food eben, die ins Wasser fallenden Fangreste vertilgen. An guten Tagen tummeln sich bis zu vier Robben direkt im Hafenbecken!
Am Ende des Kais angekommen, hat man einen guten Blick auf den Leuchtturm, auf Howth selbst und auf die Küste nördlich von Dublin. Diesen sollte man jedoch nicht allzu lange genießen, sondern den Kai wieder zurückgehen, am Ende nach Links schwenken (… wird langsam zur zweiten Natur!), und am Seefahrerdenkmal und Yachtclub vorbei auf den zweiten Pier zusteuern, den man mit (Sie ahnen es schon) einem flotten Linksschwenk betritt.
Tour-Tipp: Küste & Meeresfrüchte-Pfad
Je nach Lust, Laune und vor allem Wetter entscheidet man sich spontan für den oberen oder unteren Weg … und macht sich auf zum Marsch an den Leuchtturm. Die Aussicht, einmal dort angekommen, ist nicht wesentlich anders als vorher, man kann jedoch eine Plakette zur Erinnerung an die Schmuggelaktion der „Asgard“ finden. Und von hier aus starten auch die Boote nach „Ireland’s Eye“, der dem Hafen von Howth vorgelagerten kleinen Insel mit einem Martello Tower, zahlreichen Vögeln und beeindruckenden, wenn auch nicht gigantischen Klippen. Diese Insel gehörte einstmals den Erzbischöfen von Dublin, heute aber den schon erwähnten Seevögeln und den wenigen Touristen, die sich hier aussetzen lassen. Die Standardfahrt mit dem Boot tuckert fröhlich um die Insel herum, Landung und vor allem spätere Abholung muss man mit dem Skipper vereinbaren!
Der Nachteil von Howth ist seine ideale Lage als Naherholungsgebiet, was den idyllischen Ort vor allem am Wochenende, in extremo Sonntags ab etwa 1330, im Verkehrs- und Besucherchaos versinken lässt. Vor allem die Grünflächen sind dann belagert, führend beteiligen sich südeuropäische Sprachschüler in marodierenden Horden an diesem Spiel, leicht mit einheimischen Jugendlichen kollidierend! Je weiter man sich von DART-Station oder Bushaltestelle entfernt, desto ruhiger wird es auch.
Kann man Howth Castle und das Transport Museum besichtigen?
Ja, beides liegt auf dem Gelände des Schlossguts (Howth Demesne), nur einen kurzen Fußweg vom DART-Bahnhof entfernt. Das Schlossinnere sehen Sie allerdings nur bei Führungen zu bestimmten Terminen, das ehrenamtlich betriebene National Transport Museum öffnet nur an Wochenenden und Feiertagen.
Howth Castle war über Jahrhunderte Sitz der Familie St Lawrence, die seit 1180 die Herren von Howth stellte. Die ältesten erhaltenen Steinteile, Wohnturm und Torturm, stammen aus der Zeit um 1450; spätere Umbauten im 18. und 19. Jahrhundert und eine Neugestaltung durch den Architekten Edwin Lutyens 1910/11 gaben dem Schloss sein heutiges Gesicht. Bekannt ist die Legende um die Piratenkönigin Grace O’Malley, die 1576 den Erben entführt haben soll, weil man ihr zur Essenszeit den Einlass verweigerte. 2019 verkaufte die Familie Gaisford-St Lawrence das Anwesen an eine Investorengruppe. Zum rund 470 Acres (knapp 190 Hektar) großen Gut gehören die berühmten Rhododendron-Gärten, Buchenhecken von 1710, der Dolmen „Aideen’s Grave“ sowie Golfplätze. Führungen durch Schloss und Gelände bucht man über howthcastle.ie; die öffentlichen Führungen durch das Schlossinnere pausieren im Winter (Stand 2026: ab Ende Oktober, Wiederaufnahme im Frühjahr 2027). In der georgianischen Schlossküche aus dem 18. Jahrhundert finden Kochkurse statt.
Das National Transport Museum of Ireland belegt die ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Guts („Heritage Depot“) hinter dem Schlosstor. Die Transport Museum Society of Ireland betreibt es seit 1986 in Howth, ausschließlich mit Freiwilligen. Gezeigt werden Busse, Lastwagen, Feuerwehrfahrzeuge, Straßenbahnen und Traktoren vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1980er-Jahre – darunter die restaurierte Straßenbahn Nr. 9 der Hill of Howth Tramway, die bis 1959 über den Howth Head fuhr. Laut Museumswebsite ist samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet; da das Haus ehrenamtlich geführt wird, sollten Sie die Zeiten vor dem Besuch prüfen. Vom DART-Bahnhof sind es gut 700 Meter, die Bushaltestelle der Linie 31 liegt gegenüber dem Schlosstor.


























